Würde, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Würde · Nominativ Plural: Würden
Aussprache
WorttrennungWür-de (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Würde‹ als Erstglied: ↗Würdenträger · ↗würdelos · ↗würdevoll · ↗würdig
 ·  mit ›Würde‹ als Letztglied: ↗Bischofswürde · ↗Doktorwürde · ↗Ehrenbürgerwürde · ↗Ehrendoktorwürde · ↗Grafenwürde · ↗Kaiserwürde · ↗Kurfürstenwürde · ↗Kurwürde · ↗Königswürde · ↗Manneswürde · ↗Menschenwürde · ↗Priesterwürde
 ·  formal verwandt mit: ↗Ehrwürden · ↗Hochwürden
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
nur im Singular
gehoben der Achtung gebietende Wert jedes Menschen
Beispiele:
die menschliche Würde
die persönliche Würde des Bürgers, der Frau
seine Würde bewahren, verlieren
die Würde jedes Menschen achten
jmds. Würde schützen
Beispiele:
bar aller Würde sein
jmdn. in seiner Würde verletzen
umgangssprachlich das ist unter aller Würde (= das ist sehr schlecht)
gehoben Für ihn als modernen Menschen sei der Zweikampf ... tief unter seiner Würde (= sei der Zweikampf ganz niedrig, verwerflich) [H. Mann2,183]
vom Gefühl des persönlichen Wertes getragene Haltung
Beispiele:
ihre schlichte, edle Würde
jmdn. mit gelassener, feierlicher, eisiger Würde behandeln
umgangssprachlich sie war ganz Würde (= sie gab sich ganz vornehm)
mit gemessener Würde sprechen
jmdm. mit unnahbarer Würde begegnen
sie empfingen den Gast mit steifer Würde
er legte in seine Stimme abstandnehmende Würde [AndresPortiuncula190]
2.
nur im Singular
gehoben einer hohen Stellung, Behörde gebührendes Ansehen
Beispiele:
die Würde seines Amtes
Hollermann ... wahrt die Würde des Gerichts [SteinbergEinzug466]
3.
gehoben mit Titel, Ehren und hohem Ansehen verbundene Stellung
Beispiele:
akademische, geistliche Würden erlangen
die goldene Kette ist ein Zeichen der Würde
jmdm. die Würde eines Professors verleihen
er stieg schon jung zu höchsten Würden auf
in Amt und Würden sein
Rang und Würden besitzen
jmdn. in seine Würden und Rechte (wieder) einsetzen
Einige ... sind zu Würden und Ehren gelangt [UhseSöldner290]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Würde · würdig
Würde f. ‘Achtung bewirkendes Wesen oder Verhalten eines Menschen, aus Stellung und Amt erwachsendes Ansehen, mit Ansehen und Geltung verbundene Stellung, Amt’, ahd. wirdī ‘Ansehen, Verdienst, Ehrung’ (8. Jh.), mhd. wirde, wierde, (md.) werde ‘Wert, Ansehen, Ehre(nbezeigung), Verehrung’, frühnhd. Würde (16. Jh., mit Übergang von i in ü) ist ein ī-Abstraktum zu dem unter ↗wert (s. d.) behandelten Adjektiv. Als Bedeutung ist anzusetzen ‘Wert, Ansehen, Geltung’ (auf Grund sozialer Stellung und gesellschaftlichen Ranges) und die sich daraus ergebende ‘Ehrung’. Daneben (ebenfalls bereits ahd.) steht Würde für den ‘Wert eines Menschen, der in seinem Wesen, seinen Eigenschaften und Leistungen beruht’. Um die Mitte des 18. Jhs. entwickelt sich Würde unter dem Einfluß der idealistischen Philosophie und Ethik (Kant, Schiller) zur Bezeichnung für den ‘von allen Äußerlichkeiten unabhängigen inneren, absoluten Wert des Menschen, der sich in seinem (ethischen) Denken und Verhalten äußert’, daher häufig in Verbindungen wie Würde der Menschheit, des Menschen (18. Jh.). würdig Adj. ‘der Würde entsprechend, angemessen, ernst, gewichtig’, ahd. wirdīg ‘wert, verdient, ehrwürdig’ (8. Jh.), mhd. wirdic, wirdec, (seit 14. Jh. auch) würdig ‘Wert habend, trefflich, angesehen, edel’. S. auch ↗unwirsch.

Thesaurus

Synonymgruppe
Erhabenheit · Würde  ●  Hehrheit  veraltet
Assoziationen
Antonyme
  • Würde

Typische Verbindungen
computergeneriert

Achtung Amt Anmut Anstand Bürde Ehre Ehrendoktor Freiheit Mensch Respekt Schönheit Selbstachtung Souveränität Sterben Stolz Unantastbarkeit Wahrung achten altern ausstrahlen bewahren menschlich national respektieren unantastbar verleihen verletzen wahren wiederherstellen zurückgeben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Würde‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Durch diese gelassene Haltung kommt vielleicht so etwas wie Würde zustande.
Die Zeit, 18.03.2013, Nr. 11
Er verfügt über eine Würde, aber er hat auch absolut unwürdige Momente.
Die Welt, 29.09.2005
Es sollte unter Ihrer Würde sein, ihr dabei im Wege zu stehen.
Schröter, Heinz: Ich, der Rentnerkönig, Genf: Ariston 1985, S. 119
Sie trugen alles, auch das eingeschränkte Leben der letzten Jahre, mit einer stillen Würde ohnegleichen.
Witkowski, Georg: Von Menschen und Büchern, Erinnerungen 1863-1933. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 4966
Würde lernt sich nicht - man hat es, oder man hat es nicht.
Tucholsky, Kurt: An Walter Hasenclever, Juli 1934. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1934], S. 16236
Zitationshilfe
„Würde“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Würde>, abgerufen am 20.11.2018.

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