Wärter, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wärters · Nominativ Plural: Wärter
Aussprache
WorttrennungWär-ter (computergeneriert)
Wortzerlegungwarten2-er
Wortbildung mit ›Wärter‹ als Erstglied: ↗Wärterhäuschen · ↗Wärterin  ·  mit ›Wärter‹ als Letztglied: ↗Badewärter · ↗Bahnsteigwärter · ↗Bahnwärter · ↗Eisenbahnwärter · ↗Friedhofswärter · ↗Gefangenenwärter · ↗Gefängniswärter · ↗Irrenwärter · ↗Kesselwärter · ↗Krankenwärter · ↗Leuchtturmwärter · ↗Museumswärter · ↗Parkwärter · ↗Raubtierwärter · ↗Schleusenwärter · ↗Schrankenwärter · ↗Straßenwärter · ↗Streckenwärter · ↗Tankwärter · ↗Tierwärter · ↗Torwärter · ↗Weichenwärter
eWDG, 1977

Bedeutung

jmd., der jmdn., etw. berufsmäßig wartet, pflegt, betreut, bewacht
Beispiele:
zwei Wärter (= Krankenwärter) kamen mit einer Trage
ein Wärter (= Gefängsniswärter) brachte den Gefangenen zurück
der Wärter (= Tierwärter) erschien mit dem Futter
der Wärter (= Bahnwärter) schritt die Strecke ab
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

warten · Wärter · Wartung · aufwarten
warten Vb. ‘verweilen, bleiben, bis etw. Bestimmtes eintritt, harren, pflegen’, ahd. wartēn (8. Jh.), mhd. warten ‘spähen, (aus)schauen (nach), wahrnehmen, Anwartschaft haben, sich vorsehen, sorgen, pflegen’, asächs. wardon ‘sich hüten, sorgen für, schützen’, mnd. warden ‘erwarten, Anwartschaft haben, besorgen, sich hüten’, mnl. waerden, aengl. weardian ‘hüten, bewahren, zurückbleiben’, engl. to ward (älter) ‘bewahren, schützen, verteidigen’, anord. varða ‘abgrenzen, schützen, warten, verantworten’, schwed. vårda ‘pflegen, schonen’ ist wie das unter ↗Warte (s. d.) behandelte Substantiv zu der unter ↗wahren (s. d.) genannten Wurzel gebildet. Die Ausgangsbedeutung ‘seinen Blick auf etw. richten’ geht über in ‘achthaben, sorgen, pflegen’, auch ‘seinen Blick auf das Begehrte richten, das man zu erhalten hofft’, und führt zu der heute allgemein üblichen Bedeutung ‘harren’, zuerst bei Notker (um 1000). Im zuletzt genannten Sinne verdrängt warten das alte starke Verb ahd. bītan (8. Jh.), mhd. bīten, nhd. (bis ins 17. Jh.) beiten ‘warten’, asächs. bīdan, mnd. mnl. bīden, aengl. bīdan, engl. to bide, anord. bīða, got. beidan. Wärter m. ‘Aufseher, Wächter, Pfleger’, ahd. wartāri (9. Jh.; vgl. turiwartāri ‘Türwärter, Pförtner’, um 800), mhd. warter, werter. Wartung f. ‘Pflege’, in alter Sprache auch ‘das Ausschauen, Achthaben auf etw., Wache’ (15. Jh.). aufwarten Vb. ‘bedienen’, mhd. ūfwarten ‘achten auf, dienen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gefangenenwärter · ↗Gefängniswärter · ↗Kerkermeister · ↗Schließer · Wärter  ●  Justizvollzugsbeamter  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Aufpasser · ↗Aufseher · ↗Aufsicht · ↗Bewacher · ↗Hüter · ↗Wächter · Wärter  ●  ↗Supervisor  fachspr. · ↗Wachhund  ugs., fig. · ↗Zuchtmeister  geh., fig.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • (ein) strenges Regiment führen · keine Nachlässigkeit(en) dulden · sehr streng sein
  • Mitarbeiter eines Security Service · SiFa · Sicherheitsfachkraft · ↗Wachmann  ●  schwarzer Sheriff  ugs., fig.
  • Lehrtherapeut  männl. · Lehrtherapeutin  weibl. · ↗Supervisor (therapeutisch)  männl. · Supervisorin (therapeutisch)  weibl.
  • Anstandsdame · Aufpasserin · ↗Begleiterin · ↗Begleitung  ●  ↗Anstandswauwau  ugs., veraltend

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bestechung Gefangene Gefängnis Geisel Gärtner Haftanstalt Häftling Insasse Justizbeamter Leuchtturm Misshandlunge Mitgefangener Schleuse Wärterin Zoo bestechen bewachen bewaffnet korrupt maskiert mißhandeln prügeln prügelnd sadistisch schmuggeln uniformiert vermummt verprügeln zudrücken überwältigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wärter‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dort begibt er sich in einen Raum mit Impressionisten, und das scheint er öfter zu tun, denn die Wärter kennen ihn.
Der Tagesspiegel, 01.09.1999
Diese Veränderung im Verhalten der Wärter machte mir deutlich, daß ich etwas erreicht hatte.
Hasselbach, Ingo u. Bonengel, Winfried: Die Abrechnung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1993], S. 19
Er nannte sie, ich hörte sie, und der Wärter hörte sie auch.
Die Zeit, 08.02.1993, Nr. 06
Noch vor kurzem habe ich Sie unten mit dem Wärter reden hören, und das klang mir doch verteufelt anders.
Strauß, Botho: Der junge Mann, München: Hanser 1984, S. 73
Trotzdem der wohlwollende Wärter nicht hinhörte, ließen sie die Zeit vergehen, ohne sie zu nützen.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 211
Zitationshilfe
„Wärter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Wärter>, abgerufen am 24.08.2019.

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