Vorwand, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Vorwand(e)s · Nominativ Plural: Vorwände
Aussprache
WorttrennungVor-wand (computergeneriert)
eWDG, 1977

Bedeutung

nur vorgetäuschter, als Entschuldigung, Ausrede benutzter Grund
Beispiele:
ein glaubhafter, plausibler, willkommener, durchsichtiger Vorwand
diese Verabredung, Krankheit war nur ein Vorwand
er hatte, suchte, fand (für seine Ablehnung) einen Vorwand
etw. als Vorwand benutzen, zum Vorwand nehmen
unter einem Vorwand entfernte er sich
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Vorwand m. ‘vorgeschobener Grund, Ausrede, Ausflucht’. Frühnhd. fürwand ‘Einwand’ (15. Jh.), danach Vorwand ‘unbegründeter, erfundener, vorgetäuschter Einwand’ (17. Jh.), gebildet zu vorwenden ‘vorbringen, einwenden’ (seit Ende 19. Jh. nicht mehr gebräuchlich), mhd. vürwenden ‘vor Gericht zur Verantwortung ziehen, in Worten vorbringen, darlegen’. S. ↗vor, ↗für und ↗wenden.

Thesaurus

Synonymgruppe
Beschönigung · ↗Entschuldigung · ↗Notlüge · Verlegenheitslüge · Vorwand · schlechte Ausrede · unter dem Deckmantel des/der ...  ●  ↗Ausflucht  negativ · ↗Ausrede  negativ · ↗Schutzbehauptung  verhüllend · faule Ausrede  negativ
Assoziationen
Synonymgruppe
Alibi · ↗Ausrede · ↗Deckmantel · ↗Scheingrund · Vorwand  ●  ↗Feigenblatt  fig.
Unterbegriffe
  • faule Ausrede · schlechte Ausrede
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Eingreif Einmarsch Einmischung Intervention Invasion Nichtstun Protektionismus Rechtfertigung Terrorbekämpfung Terrorismusbekämpfung Unterdrückung Untätigkeit benutzen benützen bloß dienen durchsichtig erwünscht fadenscheinig herhalten liefern locken mißbrauchen nichtig plausibel scheinheilig verhaften verlogen verschaffen willkommen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vorwand‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Damit war ein Vorwand vorhanden, die Millionen fließen zu lassen.
Der Spiegel, 10.01.2000
Nun galt es nur noch, einen Vorwand für den Überfall auf Polen zu schaffen.
Der Tagesspiegel, 30.08.1999
Rupp, der nicht mehr "Topas" ist, dient nun als Vorwand zur Korrektur.
Süddeutsche Zeitung, 21.01.1999
Dieser konnten sie also noch nicht als Vorwand gedient haben.
Iserloh, Erwin u. a.: Reformation, katholische Reform und Gegenreformation. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1967], S. 6908
Leichter ließ sich das unter dem Vorwand einer gottgefälligen Reform erreichen.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1928, S. 438
Zitationshilfe
„Vorwand“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Vorwand>, abgerufen am 18.08.2019.

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