Vorurteil, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Vorurteil(e)s · Nominativ Plural: Vorurteile
WorttrennungVor-ur-teil
Wortbildung mit ›Vorurteil‹ als Erstglied: ↗vorurteilsfrei · ↗vorurteilshaft · ↗vorurteilslos
eWDG, 1977

Bedeutung

in Unkenntnis der objektiven Tatsachen voreilig gebildetes oder ungeprüft übernommenes Urteil, oft auf Fehleinschätzung beruhende Meinung
Beispiele:
lächerliche, dumme, überholte, (klein)bürgerliche Vorurteile
das ist ein landläufiges, blindes, unbegründetes, unhaltbares Vorurteil
gegen etw., jmdn. bestimmte Vorurteile haben
er kennt keine Vorurteile
ein Vorurteil abbauen, bekämpfen, zerstreuen
einem Vorurteil entgegentreten
in Vorurteilen befangen sein, steckenbleiben
mit herkömmlichen Vorurteilen brechen
umgangssprachlich mit herkömmlichen Vorurteilen aufräumen
er ist von Vorurteilen belastet, frei
ein Mensch ohne Vorurteile

Thesaurus

Synonymgruppe
Befangenheit · ↗Ressentiment · ↗Vorbehalt · ↗Voreingenommenheit · Vorurteil · vorgefasste Meinung
Unterbegriffe
  • Bevölkerungsmeinung · ↗Meinung · Stimmung in der Öffentlichkeit · Urteil der Öffentlichkeit · Volkes Stimme · das öffentliche Klima · öffentliche Meinung  ●  Vox populi  lat. · veröffentlichte Meinung  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
(die) landläufige Vorstellung · (die) übliche Vorstellung · ↗Klischee · ↗Klischeevorstellung · ↗Schablone · ↗Schublade · ↗Stereotyp · Vorurteil
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abbau Klischee Mißverständnis Ressentiment Stereotyp Stolz Trotz abbauen ankämpfen antijüdisch antisemitisch aufräumen ausräumen bedienen bestätigen entkräften gepflegt gängig hartnäckig hegen ideologisch landläufig nähren rassisch rassistisch schüren verbreitet weitverbreitet widerlegen überwinden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vorurteil‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn ich das klargestellt habe, sind die Vorurteile meist aus dem Weg geräumt.
Die Zeit, 16.11.2006, Nr. 47
Es gibt Zeiten, da möchte man seinen Vorurteilen einfach Luft machen.
Der Tagesspiegel, 06.11.2004
Obwohl nicht frei von Vorurteilen, hatte er mich nicht brüskieren wollen.
Brandt, Willy: Erinnerungen, Berlin: Ullstein 1997 [1989], S. 155
Antikisierende Vorurteile haben uns gehindert, die eigentlich abendländische Zahl als solche in neuer Weise zu bezeichnen.
Spengler, Oswald: Der Untergang des Abendlandes, München: Beck 1929 [1918], S. 95
Allerdings hätte er sich dann auch etwas von den im elterlichen Hause stark vorhandenen Vorurteilen befreien müssen.
Richter, Alfred: Aus Leipzigs musikalischer Glanzzeit, Erinnerungen eines Musikers. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 43871
Zitationshilfe
„Vorurteil“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Vorurteil>, abgerufen am 19.10.2019.

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