Verzicht, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Verzicht(e)s · Nominativ Plural: Verzichte
Aussprache
WorttrennungVer-zicht
Wortbildung mit ›Verzicht‹ als Erstglied: ↗Verzichterklärung · ↗Verzichtleistung · ↗Verzichtpolitik · ↗Verzichtserklärung · ↗Verzichtspolitik
 ·  mit ›Verzicht‹ als Letztglied: ↗Amtsverzicht · ↗Atomverzicht · ↗Forderungsverzicht · ↗Gehaltsverzicht · ↗Lohnverzicht · ↗Mandatsverzicht · ↗Teilverzicht · ↗Triebverzicht
eWDG, 1977

Bedeutung

Aufgabe eines Wunsches, Anspruchs, Rechtes, Entsagung
Beispiele:
ein schwerer, schmerzlicher, freiwilliger Verzicht
dieser Verzicht fiel ihm nicht leicht, kostete ihn große Selbstüberwindung
(von jmdm.) einen Verzicht fordern
seinen Verzicht erklären
sich zum Verzicht bereit erklären
papierdeutsch Verzicht leisten, üben (= auf etw. verzichten)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Verzicht · verzichten
Verzicht m. ‘Aufgabe eines (Rechts)anspruchs, Entsagung’, mhd. verziht, Verbalabstraktum zu dem unter ↗zeihen (s. d.) aufgeführten Präfixverb mhd. verzī(h)en ‘versagen, abschlagen, sich lossagen, aufgeben, verlassen’, reflexiv ‘verzichten’. verzichten Vb. ‘einen Anspruch aufgeben’ (Ende 18. Jh.), älteres verzeihen in dieser Bedeutung ablösend.

Thesaurus

Jura
Synonymgruppe
Aufgabe · ↗Preisgabe · Verzicht · ↗Übertragung
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Androhung Anwendung Atomwaffe Bereitschaft Ersteinsatz Gegenleistung Gewalt Gewaltanwendung Kandidatur Kernenergie Kündigung Lohnerhöhung Urlaubstag Weihnachtsgeld bedeuten begründen bewegen bewußt endgültig erkaufen erzwungen fordern freiwillig teilweise verlangen vollständig vorläufig völlig weitgehend üben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Verzicht‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Verzichte die Koalition auf das Gesetz, könne über Details des Pakts verhandelt werden.
Süddeutsche Zeitung, 07.05.2004
Das Engagement der Architekten ist da, auch unter Verzicht auf den eigenen Gewinn.
Der Tagesspiegel, 14.03.2003
Denn Polen hat als einziges Land 1953 einen solchen Verzicht ausgesprochen.
Küsters, Hans Jürgen: Entscheidung für die deutsche Einheit. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1998], S. 132
Für sie bedeutete Armut den möglichst vollständigen Verzicht auf irdische Sicherungen.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 8101
Nur darf man von ihr nicht den Verzicht auch auf den reellen Gewinn fordern.
Schmoller, Gustav: Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre Erster Teil, Berlin: Duncker & Humblot 1978 [1900], S. 463
Zitationshilfe
„Verzicht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Verzicht>, abgerufen am 22.10.2019.

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