Verworfenheit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Verworfenheit · Nominativ Plural: Verworfenheiten
Aussprache
WorttrennungVer-wor-fen-heit
Wortzerlegungverworfen-heit
Wahrig und DWDS, 2017

Bedeutungen

1.
nur im Singular
moralisch verkommene Wesensart; Unsittlichkeit ausstrahlendes äußeres Erscheinungsbild von etw.
Synonym zu Verderbtheit
Beispiele:
[…] es ließe sich anführen, daß Falstaff Witz habe, auch einen scharfen Blick für menschliche Verworfenheit, und zwar nicht nur für die seiner Diener, sondern auch für die eigene. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.05.2002]
Der [politische] Kompromiss ist nichts per se Lächerliches; er ist nicht Indiz für die moralische Verworfenheit eines Staates; er ist aber auch nicht per se gut. [Süddeutsche Zeitung, 02.04.2016]
»Mein erstes homosexuelles Erlebnis war beim Militär«, sagt er. »Damals galt das noch als moralische Verworfenheit. Wir sind weit gekommen.« [Spiegel, 17.10.2011 (online)]
Die neuen [Spiel-]Hallen wirken […] sehr kleinbürgerlich. […] Gleichwohl ist die Atmosphäre insgesamt angenehmer als bei den traditionellen Spielhallen, sie vermittelt nicht mehr den Hauch von Verworfenheit. [die tageszeitung, 12.04.1988]
Die Verworfenheit des Menschen, seine Unfähigkeit, sich selbst zu erlösen, und gerade deshalb seine besondere Heilsnähe[…] – diese und andere Grundtatsachen der Lehre Shinrans und Luthers sind […] von einer verblüffenden Übereinstimmung. [Rosenkranz, G.: Amida. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 1186]
Kollokation:
mit Adjektivattribut: menschliche, moralische, sittliche Verworfenheit
2.
unsittliches, charakterlich verkommenes Denken und Handeln
Beispiele:
[…] die phantastischen, satirisch hübsch drapierten Abenteuer des Adrian Healey bleiben mit all ihrem Cambridge-Collegezauber, all ihren flotten Verworfenheiten zwischen Schülerverführung und Soho-Knabenstrich ziemlich britisch. [Süddeutsche Zeitung, 07.05.1994]
Terrorismus […] repräsentiert die schrecklichste und abstoßendste Art von Ungerechtigkeit und Verrat, Gemeinheit und Verworfenheit. [Süddeutsche Zeitung, 21.09.2001]
[…] die Verwirklichung antizivilisatorischer Sehnsüchte ist das Thema des Buches. In den Notizen blickt Eich solchen Verworfenheiten ins Auge, wenn er erwägt, daß er nach Georgien »vielleicht nur . . . aus einer Sehnsucht nach Krieg, einer Lust darauf« gefahren sei. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.06.1999]
Und die paar Verworfenheiten [Anzüglichkeiten], die Romy Schneider hier [im Film] zierlich äußert und die durch ein paar wilde Haarsträhnen und etwas Schminke erreichte wilde Verkommenheit im Gesicht sind mehr ein Trick […], um die rosenfarbene Tugend um so mehr leuchten zu lassen. [Die Zeit, 20.02.1959, Nr. 08]

Thesaurus

Synonymgruppe
Verdorbenheit · ↗Verkommenheit · ↗Verrufenheit  ●  ↗Schlechtigkeit  Hauptform · ↗Verderbtheit  geh., altertümelnd, ironisierend · Verworfenheit  geh.
Zitationshilfe
„Verworfenheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Verworfenheit>, abgerufen am 22.04.2019.

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