Verunreinigung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungVer-un-rei-ni-gung (computergeneriert)
Wortzerlegungverunreinigen-ung
Wortbildung mit ›Verunreinigung‹ als Erstglied: ↗Verunreinigungsgrad · ↗Verunreinigungsproblem  ·  mit ›Verunreinigung‹ als Letztglied: ↗Bodenverunreinigung · ↗Luftverunreinigung
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
das Verunreinigen
2.
verunreinigender Stoff
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rein · Reinheit · reinigen · Reinigung · bereinigen · Bereinigung · verunreinigen · Verunreinigung · reinlich · Reinlichkeit
rein Adj. ‘ohne fremdartige Bestandteile, unvermischt, unverfälscht, frei von Schmutz, sauber, frisch gewaschen, unberührt, keusch, vollkommen, fehlerlos’, ahd. (h)reini (8. Jh.), mhd. rein(e), asächs. hrēni, mnd. rein, mnl. reine, rēne, nl. rein, afries. (h)rēne, anord. hreinn, schwed. ren, got. hrains. Mit dem Suffix ie. -ni- gebildetes germ. *hraini- ist verwandt mit ahd. (h)rītara (um 800), mhd. rīter, nhd. (obd.) Reiter ‘Sieb’, aengl. hridder, hriddel, engl. riddle ‘Sieb’ und außergerm. mit griech. krī́nein (κρίνειν) ‘scheiden, trennen, unterscheiden, sichten, urteilen, entscheiden’, lat. cernere (aus *crin-) ‘sichten, scheiden, sondern, unterscheiden, entscheiden’, crībrum ‘Sieb, Durchschlag’, air. criathar (aus *krē̌itro-) ‘Sieb’. Auszugehen ist von ie. *(s)kerī̌-, *(s)krē̌i-, *(s)krī̌- ‘schneiden, scheiden’, einer Form der unter ↗scheren (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘schneiden’. Im heutigen Sprachgebrauch bedeutet rein vor allem ‘nicht schmutzig, sauber’ und ‘unverfälscht’; in Teilen der Schweiz und Rheinfrankens noch erhalten im Sinne von ‘fein gemahlen, gesiebt’ (von Mehl, Zucker, Sand u. dgl.). Reinheit f. ‘Sauberkeit, Klarheit, Lauterkeit, Unschuld’ (17. Jh.), anfangs konkurrierend mit Reinlichkeit (s. unten) und (dem zu Anfang des 19. Jhs. untergegangenen) Reinigkeit, mhd. reinecheit, reinekeit, reinikeit, ahd. in un(h)reinigheit ‘Unreinheit’ (11. Jh.). reinigen Vb. ‘säubern’, mhd. reinegen, rein(i)gen, abgeleitet von mhd. reinec, reinic ‘rein’; vgl. ahd. (h)reinen (8. Jh.), (h)reinōn (9. Jh.), mhd. reinen, asächs. hrēnian, hrēnon, got. hrainjan. Dazu Reinigung f. mhd. reinegunge, reinigunge. bereinigen Vb. ‘ins reine, in Ordnung bringen, beilegen, klären’ und Bereinigung f. (beide 15. Jh.). verunreinigen Vb. ‘beschmutzen, schmutzig machen’ (15. Jh.); vgl. mhd. verunreinen; Verunreinigung f. (15. Jh.). reinlich Adj. ‘sauber, ordentlich’, mhd. reinlich; Reinlichkeit f. ‘Sauberkeit, Genauigkeit, Sorgfalt’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Unreinheit · ↗Unreinlichkeit · ↗Unsauberkeit · Verschmutztheit · Verunreinigung
Synonymgruppe
Befleckung · ↗Beschmutzung · ↗Besudelung · Verdreckung · ↗Verschmutzung · Verunreinigung

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bakterie Dioxin Futtermittel Fäkalien GVO Gewässer Grenzwert Grundwasser Hundekot Indikatorkeim Mikroorganismus Nahrungsergänzungsmittel Plasma Pollenflug Saatgut Schwellenwert Schwermetall Tierfutter Transportbehälter Trinkwasser Verursacher anhaftend bakteriell fremdstofflich fäkal gentechnisch magnetisch mikrobiell mikrobiologisch radioaktiv

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Verunreinigung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nicht nur mit der Verunreinigung von Gold lässt sich Geld machen.
Die Zeit, 29.11.2010, Nr. 48
Zu Beginn der Untersuchungen habe man viel schlimmere Verunreinigungen befürchtet.
Der Tagesspiegel, 05.03.2001
Er ist schneeweiß, selten bläulich, grobkristallin und klar, lichtdurchlässig bis 35 mm, ohne Verunreinigungen.
o. A.: Lexikon der Kunst - M. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1992], S. 23914
Seine Einspeisung in das öffentliche Netz ist jedoch noch schwierig wegen auftretender Verunreinigungen.
o. A. [ur.]: Biomasse. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1979]
Auch ist nur ein hochgereinigtes Hartparaffin ausreichend frei von kanzerogenen Verunreinigungen.
Grahneis, Heinz u. Horn, Karlwilhelm (Hg.), Taschenbuch der Hygiene, Berlin: Verlag Volk u. Gesundheit 1972 [1967], S. 364
Zitationshilfe
„Verunreinigung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Verunreinigung>, abgerufen am 20.06.2019.

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