Verunglimpfung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Verunglimpfung · Nominativ Plural: Verunglimpfungen
Aussprache
WorttrennungVer-un-glimp-fung
Wortzerlegungverunglimpfen-ung
Wahrig und DWDS, 2017

Bedeutung

Herabwürdigung, Schmähung, Verleumdung
Beispiele:
Schmähungen und Hass-Kommentare im sozialen Netzwerk Facebook beschäftigen die Politik nicht erst seit gestern. Doch wie ist Verunglimpfungen und sogar Aufrufen zu Gewalt beizukommen – zeitnah und wirkungsvoll? [Die Zeit, 08.09.2016 (online)]
Aus Trumps Verunglimpfungen von Einwanderern aus Lateinamerika, unabhängigen Frauen und »dreister« Minderheiten hört seine Basis das Versprechen heraus, »Amerika wieder groß zu machen« und gleichzeitig die Hegemonie der weißen Männer zu bekräftigen. [Der Standard, 03.06.2016]
Es sei zu befürchten, daß es [auf einer geplanten Kundgebung] zu Straftaten, insbesondere der Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener komme[…]. [Die Welt, 14.03.2006]
[…] Vergleichende Werbung ist in Deutschland künftig grundsätzlich erlaubt. […] Hersteller dürfen danach ihre Produkte mit denen von Konkurrenten vergleichen, sofern dies sachlich und ohne Verunglimpfungen geschieht. [Die Welt, 10.06.2000]
Nach der Wahl werden die feindlichen Brüder des bürgerlichen Lagers trotz gegenseitiger Verunglimpfung sich wohl oder übel doch zusammenfinden müssen, wenn sie ihrem gemeinsamen sozialistischen Gegner die Möglichkeit der Regierungsbildung nehmen […] wollen. [Die Zeit, 09.09.1954, Nr. 36]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine pauschale, persönliche Verunglimpfung [von jmdm.]
als Akkusativobjekt: Verunglimpfungen hinnehmen; jmdm. Verunglimpfung vorwerfen
in Präpositionalgruppe/-objekt: etw. als Verunglimpfung empfinden
mit Genitivattribut: die Verunglimpfung Verstorbener, des Staates [und seiner Symbole], des politischen Gegners
in Koordination: Verunglimpfung und Beleidigung, Verleumdung
hat Präpositionalgruppe/-objekt: die Verunglimpfung von Verfassungsorganen
spezieller als Straftatbestand, vor allem gegenüber staatlichen Institutionen und Repräsentanten   Verleumdung, schädigende Herabwürdigung durch Worte oder Taten
Beispiele:
Die öffentliche Verunglimpfung des Bundespräsidenten soll auch künftig mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden können. [Neue Zürcher Zeitung, 18.04.2016]
Das Gericht sprach den 57-Jährigen wegen Volksverhetzung sowie Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole schuldig. [Spiegel, 17.11.2015 (online)]
Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt […] gegen […] M[…] wegen des Verdachts der Verunglimpfung des Staates (Paragraph 90a StGB) […]. [Der Spiegel, 20.10.1997, Nr. 43]
Die Verhandlung hat erwiesen, daß es sich um […] schwere Verunglimpfungen eines hochstehenden und makellosen Beamten handelt. [Friedländer, Hugo: Prozeß Leckert-Lützow. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1523]
Kollokationen:
in Präpositionalgruppe/-objekt: eine Strafanzeige, Anklage wegen Verunglimpfung; jmdn. wegen Verunglimpfung anzeigen, anklagen, verklagen, verurteilen
als Genitivattribut: der Tatbestand, der Vorwurf der Verunglimpfung

Thesaurus

Synonymgruppe
Rufmord · ↗Verleumdung · Verunglimpfung · üble Nachrede
Oberbegriffe
  • Ehrverletzung  ●  Ehrdelikt  fachspr., juristisch · Ehrverletzungsdelikt  fachspr., juristisch
Assoziationen
Synonymgruppe
Diffamierung · ↗Herabwürdigung · ↗Rufschädigung · ↗Schmähung · ↗Verleumdung · Verunglimpfung  ●  ↗Diffamation  geh. · ↗Diffamie  geh.
Oberbegriffe
  • Ehrverletzung  ●  Ehrdelikt  fachspr., juristisch · Ehrverletzungsdelikt  fachspr., juristisch
Assoziationen
Synonymgruppe
Affront · ↗Beleidigung · ↗Diskreditierung · ↗Erniedrigung · ↗Herabwürdigung · ↗Insult · ↗Kränkung · ↗Schimpf · ↗Verbalinjurie · ↗Verletzung · Verunglimpfung · schwere Beleidigung  ●  Schlag ins Gesicht  fig.
Oberbegriffe
  • Ehrverletzung  ●  Ehrdelikt  fachspr., juristisch · Ehrverletzungsdelikt  fachspr., juristisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Andenken Aufstachelung Beleidigung Berufsstand Beschimpfung Bundesflagge Denunziation Diffamierung Geschmacklosigkeit Gotteslästerung Koran Nachrede Nationalhymne Schmähung Staatssymbol Strafanzeige Straftatbestand Türkentum Verdächtigung Verfassungsorgan Verherrlichung Verhöhnung Verleumdung Verstorbene Verächtlichmachung Volksverhetzung Vorverurteilung böswillig pauschal verfassungsfeindlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Verunglimpfung‹.

Zitationshilfe
„Verunglimpfung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Verunglimpfung>, abgerufen am 25.04.2019.

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