Verrat, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Verrat(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungVer-rat
Wortbildung mit ›Verrat‹ als Letztglied: ↗Landesverrat · ↗Vaterlandsverrat · ↗Volksverrat
eWDG, 1977

Bedeutung

Treubruch, Zerstörung eines Vertrauensverhältnisses durch Preisgabe oder (böswilliges) Verlassen einer Sache oder Person, der man verbunden war
Beispiele:
ein gemeiner, niederträchtiger, offenkundiger, schändlicher Verrat
gehoben, abwertend ein schnöder Verrat
Verrat an einem Freund
durch seinen Übertritt ins feindliche Lager hat er Verrat geübt
Verrat begehen, treiben
gehoben auf Verrat sinnen
jmdn. des Verrates beschuldigen
jmdn. wegen Verrats (= Preisgabe) von Geheimnissen bestrafen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verraten · Verrat · Verräter · verräterisch · Hochverrat · Landesverrat
verraten Vb. ‘Geheimes, nicht für andere Bestimmtes bekanntmachen, die Treue brechen’, abgeschwächt ‘deutlich werden lassen, zeigen’. Das westgerm. Präfixverb ahd. firrātan (um 800), mhd. verrāten, mnd. vorrāden (woraus anord. forrāða), mnl. verrāden, nl. verraden, aengl. forrǣdan ist eine Bildung zu dem unter ↗raten (s. d.) behandelten Verb mit einer Grundbedeutung ‘den Entschluß zu jmds. Verderben fassen, etw. zu seinem Verderben unternehmen’, dann beschränkt auf solche Fälle, in denen dies durch die Angabe geheimzuhaltender Umstände geschieht, so daß ‘Geheimnisse preisgeben’ zum bestimmenden Inhalt wird. Dieser tritt zurück in der übertragenen Anwendung des Verbs im Sinne von ‘erkennen lassen’. Die Bedeutung ‘einen schlechten, falschen Rat geben’ bleibt auf das Mhd. beschränkt. Verrat m. ‘Preisgabe eines Geheimnisses, Zerstörung eines Vertrauensverhältnisses, Treuebruch’ (Ende 17. Jh.); vgl. mhd. verrātgenōʒ ‘Teilnehmer am Verrat’. Verräter m. mhd. verrātære, verræter(e). verräterisch Adj. (15. Jh.). Hochverrat m. ‘Angriff auf die Staatsverfassung, auf die innere Ordnung oder auf die Repräsentanten eines Staates’ (um 1700), Wiedergabe von engl. high treason. Landesverrat m. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Denunziation · Denunzierung · Verrat  ●  Vernaderung  ugs., österr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausverkauf Betriebsgeheimnis Betrug Dienstgeheimnis Eifersucht Feigheit Freundschaft Geheimnis Geschäftsgeheimnis Ideal Intellektuelle Intrige Judas Kollaboration Liebe Lüge Rache Spionage Staatsgeheimnis Treue Vaterland Verrat Verschwörung begehen brandmarken empfinden gleichkommen schmählich schändlich wittern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Verrat‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf ein Recht zu verzichten, selbst wenn es den Frieden brächte, das wäre Verrat.
Der Tagesspiegel, 02.01.2001
In dem Antrag der Kommunisten ist ausdrücklich von Verrat zugunsten der NATO die Rede.
Süddeutsche Zeitung, 18.08.1998
So führte er die Bauern hinters Licht, und erst als es zu spät war, wurde dieser schändliche Verrat ruchbar.
Brenk, Klaus: Schleusingen und Umgebung, Leipzig: VEB F.A. Brockhaus Verlag 1965, S. 13
Es war ihr, als müsse sie hier auf der Stelle ihren Verrat sühnen.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 28
Schon die Uniform kam ihr fast wie ein Verrat an ihren einstigen Idealen vor.
Reventlow, Franziska Gräfin zu: Ellen Olestjerne. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 6087
Zitationshilfe
„Verrat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Verrat>, abgerufen am 21.10.2019.

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