Verderben, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Verderbens · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungVer-der-ben
Grundformverderben
Wortbildung mit ›Verderben‹ als Erstglied: ↗verderbenbringend
eWDG, 1977

Bedeutung

Unglück, Untergang
Beispiele:
ins, in sein Verderben rennen, laufen
jmdn. ins Verderben stürzen, führen, an den Rand des Verderbens bringen
jmdn. dem Verderben preisgeben, aus dem Verderben erretten
der Alkohol wurde sein Verderben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verderben · Verderb · Verderben · verderblich · Verderbnis
verderben Vb. ‘schlecht, unbrauchbar werden oder machen, einen schlechten Einfluß ausüben’, entstanden aus der Vermischung des starken intransitiven Verbs mhd. verderben ‘zunichte werden, zu Schaden kommen, umkommen, sterben’ mit dem zugehörigen Kausativum mhd. verderben ‘zu Schaden bringen, zunichte machen, zugrunde gehen lassen, zugrunde richten, töten’; vgl. die Partizipialadjektive verderbt ‘moralisch verkommen’, fachsprachlich ‘unleserlich, schwer zu entziffern’, und verdorben ‘verbraucht, ungenießbar, schlecht, moralisch verkommen’. Dazu entsprechend (ebenfalls stark und schwach) mnd. vorderven, mnl. verderven. Zugrunde liegt das starke Verb mhd. (selten) derben, mnd. derven ‘verderben’, aengl. (ge)deorfan ‘sich anstrengen, arbeiten, in Gefahr sein, umkommen’, das mit aengl. (ge)deorf ‘Arbeit, Mühsal, Gefahr’ und außergerm. mit lit. dìrbti ‘arbeiten’, dárbas ‘Arbeit, Tat, Werk’ auf ie. *dherbh- ‘derb, kräftig arbeiten’ (wozu wahrscheinlich auch ↗derb, s. d.) führt. Verderb m. ‘das Unbrauchbar-, Ungenießbarwerden, Unglück, Verhängnis’, mhd. verderp, mnd. vorderf. Verderben n. ‘Untergang, Zerstörung, Vernichtung, moralischer Verfall’, mhd. verderben, substantivierter Infinitiv. verderblich Adj. ‘leicht verderbend, schnell unbrauchbar, ungenießbar werdend, unheilvoll, moralisch schädlich’ (15. Jh.), mnd. vorderflīk ‘verderblich, schädlich, zugrundegerichtet, baufällig, dem Verderben ausgesetzt’. Verderbnis f. ‘das Verdorbensein, schlechter Zustand, (moralische) Verkommenheit’, mhd. verderpnisse, mnd. vorderfnisse ‘Vernichtung, Verwüstung, Untergang, schlechter Zustand, Schaden’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Apokalypse · ↗Armageddon · ↗Ende · ↗Super-GAU · ↗Unglück · ↗Untergang · Verderben · ↗Zusammenbruch  ●  ↗Abgrund  fig. · Abaddon (bibl.)  geh. · ↗Waterloo  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Erfindung Finsternis Gedeih Gedeihen Heil Keim Menschheit Ruin Schiffer Sünde Tod Unheil Untergang Vaterland ausliefern drohend entreißen entrinnen hereinbrechen lauern locken reiten reißen rennen sittlich speien stolpern stürzen säen äußerst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Verderben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der saure Regen lässt die Wälder sterben Und wir sind schuld an dem Verderben.
Der Tagesspiegel, 19.12.2000
So hat er Axel, der letztlich blauäugig wurde, ins Verderben rennen lassen.
Bild, 30.09.1999
Und die Großen im eigenen Lande treiben es zu ihrem Verderben nicht anders.
Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. III, Tübingen: Mohr 1921 [1920-1921], S. 325
Aber daß ihr nicht kämpft, daß ihr bleibt, ist euer Verderben!
Rubiner, Ludwig: Die Gewaltlosen. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1919], S. 16634
Es war zu seinem Verderben; sein Vergehen war offenkundig, im Lager selbst soll man das Geld bei ihm gefunden haben.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 23834
Zitationshilfe
„Verderben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Verderben>, abgerufen am 17.06.2019.

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