Vandale, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Vandale · Nominativ Plural: Vandalen
Nebenform seltenWandale · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wandale · Nominativ Plural: Wandalen
WorttrennungVan-da-le ● Wan-da-le (computergeneriert)
Rechtschreibregeln§ 32 (2)
Wortbildung mit ›Vandale‹ als Erstglied: ↗Vandalentum · ↗vandalieren  ·  mit ›Vandale‹ als Grundform: ↗vandalisch
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Angehöriger eines ostgermanischen Volksstammes, dem eine geschichtlich nicht belegte Zerstörungswut zugeschrieben wurde
Beispiele:
abwertend wie die Vandalen (= sehr schlimm) hausen
abwertend sie benahmen sich wie die Vandalen, fielen wie die Vandalen über die Wohnung her
2.
abwertend zerstörungswütiger Mensch
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Vandale · vandalisch · Vandalismus
Vandale m. ‘von sinnloser Zerstörungswut Besessener’, eigentlich Wandale, Angehöriger des ostgermanischen Volksstammes der Wandalen, die 455 Rom eroberten und es zwei Wochen geplündert und verwüstet haben sollen, lat. Vandalī Plur. Daraus afrz. wandele m. ‘Räuber, Dieb’, wieder aufgenommen (durch Voltaire 1733) frz. vandale m. ‘Barbar’ bzw. Adj. ‘barbarisch’ (ebenfalls Voltaire 1732). Entlehnt (2. Hälfte 18. Jh.) im oben genannten Sinne ins Dt.; entsprechend vandalisch Adj. ‘barbarisch, verheerend, zerstörungswütig’ (2. Hälfte 18. Jh.). Zuvor (unabhängig vom Frz.) Wandale, Vandale m. (s. oben) bzw. wandalisch ‘zum Volk der Wandalen gehörig’ (17. Jh.). Vandalismus m. ‘sinnlose Zerstörungswut’ (Ende 18. Jh.), nach frz. vandalisme (1794).

Thesaurus

Synonymgruppe
Banause · ↗Barbar · ↗Primitivling · Vandale
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anarchist Araber Burgunder Byzantiner Dieb Einbrecher Gote Langobarde Ostgote Phönizier Plünderer Römer Sprayer Westgote abschrecken anzünden austoben beschmieren beschädigen filmen hausen heimsuchen herfallen jugendlich plündern schänden verwüsten wüten zerkratzen zerstören

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vandale‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach dem Niedergang ihres Reichs verloren sich die Spuren der Vandalen.
Die Zeit, 05.10.2009, Nr. 41
Die Vandalen hausten gar nicht so, wie gerne gesagt wird.
Die Welt, 03.09.2003
Wir torkelten etwas planlos umher und blieben dann bei den »Vandalen« stehen.
Hasselbach, Ingo u. Bonengel, Winfried: Die Abrechnung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1993], S. 77
Es war wohl während der ganzen Antike besiedelt, wurde wahrscheinlich von den Vandalen zerstört und verödete.
o. A.: Lexikon der Kunst - S. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 37439
Man kann sich kaum vorstellen, daß er soeben noch wie ein Vandale randaliert hat.
Beckenbauer, Franz: Einer wie ich, München: Wilhelm Heyne Verlag 1977, S. 184
Zitationshilfe
„Vandale“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Vandale>, abgerufen am 23.04.2019.

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