Vakuum, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Vakuums · Nominativ Plural: Vakua
WorttrennungVa-ku-um
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Vakuum‹ als Erstglied: ↗Vakuumbombe · ↗Vakuumbremse · ↗Vakuummeter · ↗Vakuumpumpe · ↗Vakuumstahl · ↗Vakuumtechnik · ↗Vakuumtrocknung · ↗Vakuumverpackung · ↗vakuumverpackt
 ·  mit ›Vakuum‹ als Letztglied: ↗Machtvakuum
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Physik Raum mit einem stark verdünnten Gas, in dem der Druck erheblich kleiner ist als der normale
Beispiele:
ein Vakuum erzeugen
die Bewegung von Elektronen, Ausbreitung des Lichts im Vakuum
diese geheizte Kathode sendet im Vakuum Elektronen aus
die Erzeugung hoher, höchster Vakua
Hüttenwesen in diesem Ofen werden im Vakuum Stähle höchster Reinheit erschmolzen
2.
nur im Singular
übertragen leerer, unausgefüllter Raum, Leere
Beispiele:
ein Vakuum war um ihn, in ihm entstanden
Dazwischen ist noch keine Brücke, sondern nur das Vakuum der seelischen Verlegenheit und der körperlichen Verstockung [A. NeumannEs waren ihrer sechs342]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Vakuum n. ‘(luft)leerer Raum’, Übernahme (Mitte 17. Jh.) von lat. vacuum ‘leerer Raum, Leere’, dem substantivierten Neutrum von lat. vacuus ‘leer, ledig, entblößt, frei, ohne etw.’, zu lat. vacāre (s. ↗Vakanz). Zunächst allgemein ‘leerer, unausgefüllter Raum, Hohlraum, Leere’, dann als Fachausdruck der Technik ‘(nahezu) luftleerer bzw. luftverdünnter Raum, in dem der Luftdruck kleiner als der normale Atmosphärendruck ist’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Leere · ↗Lücke · ↗Nichts · Vakuum · nicht das Mindeste · nicht das geringste bisschen · nicht das mindeste  ●  gähnende Leere  ugs. · kein Funke  ugs. · keine Spur  ugs.
Assoziationen
  • absolut nichts · gar nichts · nichts und wieder nichts · rein gar nichts · reinweg gar nichts · überhaupt nichts  ●  ein(en) Scheißdreck  derb, abwertend · nix und wieder nix  ugs. · null Komma Josef  ugs., österr. · nullkommajosef  ugs., österr.
  • 0 · ↗null
  • Abstinenz · ↗Ausfall · ↗Entbehrung · ↗Entzug

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausfüllung Erhitzen Lichtausbreitung Lichtgeschwindigkeit Weltall Weltraum aufdampfen auffüllen ausfüllen eindampfen einströmen emotional entstanden entstehend entwässern erzeugen füllen geistig hineinstoßen hinterlassen ideell ideologisch institutionell konzeptionell machtpolitisch sicherheitspolitisch spirituell verdampfen vorstoßen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vakuum‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber die meisten Immigranten leben in einem sozial erniedrigenden Vakuum.
Süddeutsche Zeitung, 19.04.2002
Auch dürfe die Wissenschaft nicht in einem moralischen Vakuum operieren.
Der Tagesspiegel, 17.08.2000
Nach Filtrieren wurde erst unter gewöhnlichem Druck, dann im Vakuum entwässert.
Scheiber, Johannes: Chemie und Technologie der künstlichen Harze, Stuttgart: Wissenschaftl. Verl.-Ges. 1943, S. 356
Bei gewöhnlicher Temperatur entweicht der Äther auch im Vakuum nur unvollständig.
Fischer, Emil: Spaltung einiger racemischer Aminosäuren in die optisch-aktiven Komponenten III. In: ders., Untersuchungen über Aminosäuren, Polypeptide und Proteine (1899-1906), Berlin: Springer 1906 [1900], S. 116
So entstand ein Vakuum, das nur teilweise durch moderne, westliche Bildung ausgefüllt werden konnte.
Franke, Wolfgang: Chinesische Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 19466
Zitationshilfe
„Vakuum“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Vakuum>, abgerufen am 17.10.2019.

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