Urkunde, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Urkunde · Nominativ Plural: Urkunden
Aussprache
WorttrennungUr-kun-de
Wortbildung mit ›Urkunde‹ als Erstglied: ↗Urkundenbuch · ↗Urkundenfälscher · ↗Urkundenfälschung · ↗Urkundenlehre · ↗Urkundenschrift · ↗Urkundenstempel · ↗Urkundsbeamte · ↗urkundenfest · ↗urkundlich
 ·  mit ›Urkunde‹ als Letztglied: ↗Abdankungsurkunde · ↗Aktienurkunde · ↗Anerkennungsurkunde · ↗Anstellungsurkunde · ↗Belobigungsurkunde · ↗Bestallungsurkunde · ↗Diplomurkunde · ↗Ehrenbürgerurkunde · ↗Ehrenurkunde · ↗Einbürgerungsurkunde · ↗Entlassungsurkunde · ↗Ernennungsurkunde · ↗Geburtsurkunde · ↗Gründungsurkunde · ↗Heiratsurkunde · ↗Originalurkunde · ↗Papsturkunde · ↗Pergamenturkunde · ↗Promotionsurkunde · ↗Ratifikationsurkunde · ↗Schenkungsurkunde · ↗Sterbeurkunde · ↗Stiftungsurkunde · ↗Verfassungsurkunde · ↗Verleihungsurkunde · ↗Vermessungsurkunde · ↗Zustellungsurkunde
 ·  mit ›Urkunde‹ als Grundform: ↗beurkunden
eWDG, 1976

Bedeutung

rechtskräftige, schriftliche Aufzeichnung, die etw. bekundet, erklärt, Dokument
Beispiele:
echte, gefälschte Urkunden
eine standesamtliche, notarielle Urkunde
eine Urkunde (über etw.) ausstellen, ausfertigen
öffentlich beglaubigte Urkunden
dieser Wissenschaftler hat die Sprache in den Urkunden der dänischen Königskanzlei untersucht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Urkunde · beurkunden · urkundlich
Urkunde f. ‘rechtskräftiges amtliches Schriftstück, Dokument, Beweisstück’. Das nur im Dt. und Nl. begegnende Substantiv ahd. urkundī f. (8. Jh.), überwiegend urkundi n. (um 800) ‘Zeugnis, Bezeugung, Anzeichen’, mhd. urkünde, urkunde n. f. ‘(schriftliches) Zeugnis, Beweis, Bekundung, Kennzeichen, (An)zeichen’, mnd. ōrkunde, mnl. o(o)rconde, nl. oorkonde steht neben dem unter ↗erkennen (s. d.) behandelten Verb, so daß von einer Bedeutung ‘(Er)kenntnis’ auszugehen ist; aus rechtssprachlichem Gebrauch ‘Beweis, Zeugnis’ entwickelt sich der heute übliche Sinn (15. Jh.). beurkunden Vb. ‘durch eine Urkunde bestätigen, beglaubigen’, mhd. beurkunden, für älteres ahd. urkunden (8. Jh.), urkundōn (9. Jh.), mhd. urkünden, urkunden ‘bezeugen, einen richterlichen Ausspruch urkundlich mitteilen’. urkundlich Adj. ‘durch ein Urkunde bezeugt, beglaubigt, dokumentarisch’ (16. Jh.), zuvor bereits ahd. urkundlīhho Adv. ‘zuverlässig bezeugt’ (10. Jh.); vgl. mhd. urkundic.

Thesaurus

Synonymgruppe
Beleg · ↗Dokument · ↗Schriftstück · ↗Unterlage · Urkunde  ●  ↗Archivale  Jargon
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Akte · Urkunde  ●  ↗(der) Akt  österr., süddt. · ↗Dossier  schweiz.
Unterbegriffe
  • Bundes-Supplementar-Akte · Schlussakte der Wiener Ministerkonferenz · Wiener Schlussakte
  • Krankenakte · ↗Patientenakte
  • elektronische Gesundheitsakte · elektronische Patientenakte
  • Buntbuch · ↗Farbbuch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abschrift Anstecknadel Ausfertigung Aushändigung Dokumentenbuch Echtheit Ehrennadel Medaille Orden Pokal Regeste Scheck Siegel ausgestellt aushändigen beglaubigt bezüglich eingereicht entgegennehmen erhalten fälschen gefälscht gerahmt hinterlegen notariell unecht vorgelegt Übergabe Überreichung überreichen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Urkunde‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im Jahr 1232 taucht der Name erstmals in einer Urkunde auf.
Der Tagesspiegel, 28.06.2003
Das war immer noch ein privater Text; wie macht man ihn zu einer Urkunde?
Die Zeit, 06.04.1979, Nr. 15
Gegenüber den früheren Bänden treten neben den Urkunden im engeren Sinne des Wortes auch Akten stark hervor.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1936, S. 976
Bis 1606 finden sie sich in Urkunden, dann hört man nichts mehr von ihnen.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1929, S. 646
Denn unbekannt waren Urkunden rein äußerlich ähnlicher Art der Antike, schon der altbabylonischen Zeit, nicht.
Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. In: Weber, Marianne (Hg.), Grundriß der Sozialökonomik, Tübingen: Mohr 1922 [1909-1914, 1918-1920], S. 425
Zitationshilfe
„Urkunde“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Urkunde>, abgerufen am 24.10.2019.

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