Urheberrecht, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Urheberrecht(e)s · Nominativ Plural: Urheberrechte
Aussprache
WorttrennungUr-he-ber-recht
WortzerlegungUrheberRecht
Wortbildung mit ›Urheberrecht‹ als Erstglied: ↗Urheberrechtler · ↗Urheberrechtsnovelle · ↗urheberrechtlich
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2018

Bedeutung

Rechtssprache
a)
Recht (Lesart 2), über die eigenen schöpferischen Leistungen, Kunstwerke o. Ä. (persönlich oder durch Vertretung) zu verfügen
Beispiele:
Das Verlagsrecht entsteht mit der Ablieferung des Werkes an den Verleger und erlischt mit der Beendigung des Vertragsverhältnisses. Soweit der Schutz des Verlagsrechts es erfordert, kann der Verleger gegen den Verfasser sowie gegen Dritte die Befugnisse ausüben, die zum Schutze des Urheberrechts durch das Gesetz vorgesehen sind. [o. A.: Gesetz über das Verlagsrecht. In: Schönfelder: Deutsche Gesetze: Sammlung des Zivil-, Straf- und Verfahrensrechts (Ergänzungslieferung), München: Beck 1997]
70 Jahre nach dem Tode des Urhebers erlischt das Urheberrecht […]. [Zimmermann, Theo: Der praktische Rechtsberater, Gütersloh: Bertelsmann [1968] [1957], S. 141]
Für Michelangelos »David«, die berühmteste Statue der Welt, gilt ab sofort ein Urheberrecht. Reproduktionen des Kunstwerks, urteilte ein Florentiner Gericht […], bedürfen einer Genehmigung, sofern sie kommerziellen Zwecken dienen. Erteilt werden müsse die Genehmigung von der Galleria dellʼ Accademia, dem Museum, das die originale Statue seit dem Jahr 1873 verwahrt und ausstellt – bei der Statue, die vor dem Palazzo Vecchio steht, handelt es sich um eine Kopie. [Süddeutsche Zeitung, 27.11.2017]
Man findet auf der Video-Plattform unzählige Filmdokumente von verstorbenen oder noch lebenden, aber älter gewordenen politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Persönlichkeiten. Oft handelt es sich gar um vollständige Produktionen von Fernsehsendern. Wie es dabei um die Urheberrechte steht, bleibe hier dahingestellt. [Neue Zürcher Zeitung, 31.07.2017]
Nach dem Ende des Kommunismus verhinderte ein über 30 Jahre andauernder Rechtsstreit um Urheberrechte und Tantiemen, dass die [Zeichentrick-]Abenteuer [von Lolek und Bolek] im polnischen Fernsehen gezeigt werden konnten. [Spiegel, 29.03.2017 (online)]
scherzhaft An der Copacabana (Kalifornien und Hawaii reklamieren ebenfalls Urheberrechte) wurde der Beachvolleyball geboren; der dieses Gefühl von Freiheit und Coolness transportiert und Olympia damit bei seiner Aufnahme ins Programm vor der Vergreisung rettete. [Die Welt, 18.08.2016]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: geistige, digitale Urheberrechte
als Akkusativobjekt: Urheberrechte verletzen, beachten, besitzen, [für sich] reklamieren, beanspruchen, [für jmdn.] verwalten, wahrnehmen, vertreten
in Präpositionalgruppe/-objekt: der Schutz, die Durchsetzung, Wahrung, Verletzung, Abgeltung von Urheberrechten; die Inhaber von Urheberrechten
mit Genitivattribut: das Urheberrecht des Künstlers, Autors, des Verlags
in Koordination: Patente, Schutzrechte und Urheberrechte
hat Präpositionalgruppe/-objekt: die Urheberrechte von Künstlern, Autoren, Komponisten, Journalisten; die Urheberrechte an Texten, Werken, Software; die Urheberrechte im Internet, im Netz, für Musik
als Genitivattribut: die Wahrung, Verletzung, der Schutz, die Achtung, Missachtung, Durchsetzung der Urheberrechte; die Inhaber der Urheberrechte
b)
nur im Singular
Gesamtheit der das Urheberrecht (Lesart a) betreffenden gesetzlichen Bestimmungen
Beispiele:
[Das] Urheberrecht hat die Rechtsverhältnisse an Geisteswerken zum Inhalt; es sichert die ideellen und materiellen Interessen des Urhebers. [o. A.: U. In: Brockhaus-Riemann-Musiklexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 10788]
Warum wird ein ganzer Berufsstand [die Drehbuchautoren] anscheinend so wenig geehrt? Warum ist es möglich, gegen jede Logik des Urheberrechts, an kaum einer weiteren Verwertung des geistigen Eigentums beteiligt zu werden? So gar nicht wahrgenommen, in der Regel so miserabel bezahlt zu werden? Warum bedankt sich nicht jeder Schauspieler, jeder Regisseur, jeder Produzent, wenn er einen Preis in Empfang nimmt, beim Urheber des Wortes? [Welt am Sonntag, 21.01.2018, Nr. 3]
Die EU modernisiert ihr Urheberrecht, ein komplexes und heikles Thema, das viele betrifft: Künstler, Medien, Unterhaltungsindustrie und nicht zuletzt die Verbraucher. Wer darf wo was sehen oder hören, wer bezahlt, und vor allem: Wer verdient daran? [Süddeutsche Zeitung, 07.12.2017]
Als erster deutscher Staat sicherte Baden 1806 und 1810 dem Autor lebenslangen Schutz gegen Nachdruck zu; von den »Rechten des Urhebers« ist 1813 erstmals die Rede – in einem bayerischen Gesetzbuch. Eine intensive gesetzgeberische Tätigkeit zum Urheberrecht ist in den deutschen Bundesstaaten erst nach dem Wiener Kongreß zu registrieren. [Wittmann, Reinhard: Geschichte des deutschen Buchhandels. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1991], S. 8032]
Kollokation:
in Präpositionalgruppe/-objekt: gegen das Urheberrecht verstoßen; die Verletzung des Urheberrechts

Thesaurus

Synonymgruppe
Copyright · Urheberrecht · geistiges Eigentum · intellektuelles Eigentum
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

ACTA-Abkommen Copyright Datenschutz Durchsetzung EU-Richtlinie Harmonisierung Informationsgesellschaft Inhaber Musikstück Neufassung Novelle Novellierung Olympiaanlage Patent Rechtsschutz Schutz Schutzrecht Verletzung Verschärfung Verstoß Verwertungsgesellschaft Wahrung Warenzeichen Welttag Werken Wettbewerbsrecht beanspruchen erlöschen verletzen verstoßen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Urheberrecht‹.

Zitationshilfe
„Urheberrecht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Urheberrecht>, abgerufen am 17.10.2019.

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