Unterhaltungsindustrie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Unterhaltungsindustrie · Nominativ Plural: Unterhaltungsindustrien · wird meist im Singular verwendet
WorttrennungUn-ter-hal-tungs-in-dus-trie · Un-ter-hal-tungs-in-dust-rie
WortzerlegungUnterhaltungIndustrie
DWDS-Vollartikel, 2019

Bedeutung

Wirtschaftszweig, der auf die Erstellung und Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen, die der Unterhaltung dienen, spezialisiert ist   Dazu gehören das Verlagswesen, die Musikindustrie, die Film-und Fernsehbranche, die Gaming-Branche, auch Sportveranstaltungen, Freizeitparks, Theater o. Ä.
Beispiele:
Rasen raus [aus dem Fußballstadion], 3500 Kubikmeter Kunstschnee und 1500 Tannenbäume rein, dazu Füchse, Hasen, Hirsche aus Pappmaché sowie ein Schießstand mit zehn Bahnen – fertig [ist der Biathlon-Parcours]. […] Aber weil Leibesertüchtigung längst ein Stück Unterhaltungsindustrie geworden ist, hat sich um den eigentlichen Wettbewerb[…] ein ganztägiges Gute-Laune-Festival angelagert. [Die Zeit, 29.12.2017 (online)]
Nach der Währungsreform 1924 begann für die musikgeprägte Unterhaltungsindustrie Berlins ein unvergleichlicher Aufstieg. Rund 35000 Plätze bot die Hauptstadt in den Lustspielhäusern, Kabaretts, Opern und Theater[n], Nachtklubs und Tingeltangelbuden. [Welt am Sonntag, 25.04.2010, Nr. 17]
Alles, was sich in Bits zerlegen lässt, jede Form von geistigem Gut – Bilder, Musik, Buchtexte, Filme – wird hemmungslos und milliardenfach über das Internet verschickt. Das Urheberrecht findet in diesem System kaum Beachtung. Die klassische Unterhaltungsindustrie sieht sich zu ihrem Entsetzen plötzlich mit einer weltumspannenden digitalen Anarchie konfrontiert. [Süddeutsche Zeitung, 17.03.2001]
Wer länger [in dem Skigebiet] bleibt, darf die ganze Bandbreite japanischer Unterhaltungsindustrie genießen: Freizeitparks mit Achterbahn und Karussell, Badelandschaften, Reitställe, Golfplätze und Kaufhäuser direkt an der Piste. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.03.1998]
Fußball und Rockmusik bilden heute zwei Hauptsäulen der modernen Unterhaltungsindustrie: Nur ein Rockkonzert setzt beim Zuschauer ähnliche Energien frei wie ein Fußballspiel. [die tageszeitung, 23.04.1992]
Während sich der Rest der Unterhaltungsindustrien, von der Musik- über die Filmindustrie bis hin zum Verlagswesen, erst seit dem Aufkommen von Internet, Kompressionsmethoden und elektronischen Lesegeräten um das Überleben seines zuvor analogen Geschäftsmodells in der digitalen Welt den Kopf zerbrechen muss, handelt die Gamesindustrie seit ihren Anfängen mit digitalen Waren, bei denen die Verbreitung durch einfache Kopie quasi Bestandteil des Produkts ist. [Der Standard, 16.10.2012] ungewöhnl. Pl.
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die globale, elektronische, moderne Unterhaltungsindustrie
als Genitivattribut: die Branchenverbände, Lobbyisten, Vertreter, Unternehmen, Produkte der Unterhaltungsindustrie

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bestandteil Fußball Gigant Konkurrenz Massenmedium Mechanismus Medium Produkt Prominente Satire Sport Star Teil Vertreter Werbung Zeitalter Zweig amerikanisch bedienen elektronisch gesamt gigantisch global japanisch modern rein weltweit westlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Unterhaltungsindustrie‹.

Zitationshilfe
„Unterhaltungsindustrie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Unterhaltungsindustrie>, abgerufen am 13.11.2019.

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