Untätigkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Untätigkeit · Nominativ Plural: Untätigkeiten · wird selten im Plural verwendet
Aussprache
WorttrennungUn-tä-tig-keit
Wortzerlegunguntätig-keit
Wahrig und DWDS, 2018

Bedeutungen

1.
Zustand des Untätigseins, Müßiggang, Passivität
Beispiele:
Es ist für die Deutschen und die Einwanderer gefährlich, wenn Asylbewerber längere Zeit in einfachsten Gemeinschaftsunterkünften untergebracht werden, in denen sie zur Untätigkeit verurteilt sind. [Die Welt, 20.01.2016]
Zu den unvermeidlichen Tätigkeiten – oder besser Untätigkeiten – im Leben eines jeden Menschen zählt das Warten. [Welt am Sonntag, 10.07.2016, Nr. 28]
Die unfreiwillige Untätigkeit in den Lagern habe das Selbstvertrauen der Langzeitflüchtlinge zerstört […]. [Die Zeit, 20.09.1991, Nr. 39]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine jahrelange, erzwungene, völlige Untätigkeit
in Präpositionalgruppe/-objekt: in Untätigkeit verharren; zur Untätigkeit verdammt sein
2.
Versäumnis zu handeln, Unterlassung
Beispiele:
Zuvor hatte der Chef der Wahlbeobachter der Türkei Untätigkeit bei der Aufklärung möglicher Verstöße vorgeworfen. [Spiegel, 19.04.2017 (online)]
Mit seinen Vorschlägen könne »die Untätigkeit der Bundesregierung« überwunden werden. [Die Zeit, 20.01.2009, Nr. 4]
Manchmal sieht es so aus, als würden humanitäre Einsätze von der internationalen Politik als Alibi benutzt, um die eigene Untätigkeit zu verschleiern. [Süddeutsche Zeitung, 07.06.2001]
Ich brauche nicht näher auszuführen, daß […] er [der Angeklagte] für ein Nichtstun, also eine Unterlassung, nur bestraft werden kann, wenn er die Rechtspflicht hatte zu handeln und wenn infolge seiner Untätigkeit der verbrecherische Erfolg eingetreten ist, wenn er also die faktische Möglichkeit hatte, den verbrecherischen Erfolg zu verhindern. [o. A.: Einhundertvierundsiebzigster Tag. Dienstag, 9. Juli 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 22952]
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: jmds. Untätigkeit kritisieren; jmdm. Untätigkeit vorwerfen
mit Genitivattribut: die Untätigkeit der Regierung, der Behörden

Thesaurus

Synonymgruppe
Apathie · ↗Desinteresse · ↗Gleichgültigkeit · ↗Gleichmut · ↗Indifferenz · ↗Interessenlosigkeit · ↗Lethargie · ↗Passivität · ↗Phlegma · ↗Saumseligkeit · ↗Teilnahmslosigkeit · ↗Trägheit · Untätigkeit  ●  Abnegation  geh., veraltet
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • Untätigkeit

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alibi Ausrede Entschuldigung Freibrief Gleichgültigkeit Hilflosigkeit Ignoranz Quittung Staatengemeinschaft Unentschlossenheit Unfähigkeit Vorwand erzwungen fortgesetzt geschäftig jahrelang jahrzehntelang lähmend quälend rügen skandalös sträflich tadeln unfreiwillig verdammen verharren verklagen verordnet vorhalten vorwerfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Untätigkeit‹.

Zitationshilfe
„Untätigkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Untätigkeit>, abgerufen am 23.04.2019.

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