Unstern, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Unstern(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungUn-stern (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutung

gehoben böses Geschick, Unglück
Beispiele:
jmd., etw., eine Veranstaltung steht unter einem Unstern (= nimmt einen ungünstigen Verlauf)
An diesem Tage hatte ihn sein Unstern doch mitten unter seine Peiniger geführt [RaabeHungerpastorI 1,216]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stern · Sternbild · Sternstunde · Sternwarte · Unstern
Stern m. ‘(strahlenförmig funkelnder) Himmelskörper’. Mit dem Suffix ie. -ro- gebildetes ahd. (8. Jh.), asächs. sterro, mhd. mnd. sterre, mnl. sterre, starre, nl. ster, afries. stēra, aengl. steorra, mengl. sterre, engl. star und mit dem Suffix ie. -no- (unter Einfluß entsprechender Bildungsweisen von ↗Mond und ↗Sonne?, s. d.) gebildetes ahd. sterno (8. Jh.), mhd. stern(e), mnd. stērn(e), mnl. sterne, steerne, anord. stjarna, schwed. stjärna, got. staírnō (germ. *sterrōn-, *sternōn-) führen mit aind. stṛ́bhiḥ, Instrumental Plur. zu s-losem tā́raḥ Nominativ Plur. ‘Sterne’, tārā́, hethit. hašter-, mir. ser ‘Stern’, bret. sterenn, griech. astḗr (ἀστήρ), lat. stēlla (aus *stērlā oder *stēlnā) auf ie. *hstē̌r- ‘Stern’. Sternbild n. ‘als Bild gedeutete Gruppe von Sternen’ (17. Jh.); älter mhd. himelzeichen. Sternstunde f. ‘entscheidende, schicksalhafte (eigentlich eine besondere Konstellation der Gestirne aufweisende) Stunde’ (18. Jh., anfangs Sternenstunde). Sternwarte f. ‘Observatorium’ (18. Jh.). Unstern m. ‘unheilbringender Stern, Unglück, Mißgeschick, unglückliche Umstände, unter denen sich etw. vollzieht’ (16. Jh.), wohl Übersetzung von gleichbed. mfrz. frz. désastre, einer Entlehnung von ital. disastro; vgl. mfrz. frz. astre, ital. astro aus lat. astrum, griech. ástron (ἄστρον) ‘Stern, Sternbild, Gestirn’, sekundärer Sing. nach griech. astḗr, Plur. ástra (ἀστήρ, ἄστρα), s. oben.

Thesaurus

Synonymgruppe
Fluch · ↗Geißel · ↗Unglück · ↗Unheil · ↗Unsegen · Unstern  ●  ↗Verhängnis  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

gebären schweben walten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Unstern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Allerdings hatten schon seit geraumer Zeit mehrere Unsterne düster gefunkelt.
Süddeutsche Zeitung, 07.01.1995
Erst recht unter einem Unstern stand die Laos-Konferenz von 1961.
Die Zeit, 02.03.1973, Nr. 10
Aber auch hier scheint über der Sache ein Unstern zu stehen.
Wellek, Albert: Farbenmusik. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1954], S. 11756
Die Zusammenarbeit steht also heute von Anfang an unter einem Unstern.
Volkland, Alfred: Überall gern gesehen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1941], S. 22803
Die von den Parteien groß angelegte außenpolitische Aussprache im Unterhaus stand von vornherein unter einem Unstern.
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 06.03.1925
Zitationshilfe
„Unstern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Unstern>, abgerufen am 15.10.2019.

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