Unrat, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Unrat(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungUn-rat
eWDG, 1976

Bedeutung

gehoben Schmutz, Kehricht, Abfall
Beispiele:
Mengen von Schmutz und Unrat
den Unrat (der Straßen) beseitigen, zusammenkehren, wegschaffen
das Tier liegt in seinem eigenen Unrat (= Kot)
in Unrat treten
In dem offenen Kamin häufte sich Unrat [NollHolt1,31]
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlich Unrat wittern (= etw. Schlimmes vermuten)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Unrat m. ‘Wertloses, Abfall, Schmutz, Weggeworfenes’, ahd. unrāt ‘Mangel, Schaden’ (8. Jh.), mhd. mnd. unrāt ‘Mangel, Schaden, Not, unnützer Aufwand, schlechter Rat, Verrat, Hilflosigkeit’, aengl. unrǣd ‘Schaden, Unheil, Verbrechen, Unrecht, Unsinnigkeit’, mnl. onraet ‘Schaden, Unglück, Kosten, finanzielle Belastung, schlechter Rat, Hilflosigkeit’, nl. onraad ‘Gefahr, Verdächtiges’, anord. ōrāð ‘böses Vorhaben, schlechter, schädlicher Rat’, schwed. oråd ‘Abfall, Schmutz’ ist zu dem unter ↗Rat (s. d.) behandelten Substantiv in dessen Ausgangsbedeutung ‘alles, was für Ernährung und Erhaltung eines Haushalts anzuschaffen ist’ gebildet, bezeichnet also ursprünglich den ‘Mangel’ an diesen Dingen, dann (aus solchem Mangel entstehend) ‘Schaden, Unheil’ sowie ‘schlechter Rat, Hilflosigkeit’ und über ‘Nutzloses, Wertloses’ auch ‘Abfall, Schmutz’. Unrat wittern ‘Unheil befürchten, mißtrauisch sein, Argwohn hegen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Abfall · ↗Ausschuss · ↗Hausabfall · ↗Hausmüll · ↗Kehricht · ↗Müll · Unrat  ●  ↗Spreu  fig. · ↗Schrott  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Abfall · ↗Dreck · ↗Müll · ↗Schmutz · ↗Unflat · Unrat  ●  ↗Siff  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bierdose Dreck Exkrement Fäkalien Geröll Gestank Glasscherbe Kot Kübel Müll Pfütze Schlamm Schmutz Schrott Sperrmüll Unrat Zigarettenkippe abladen ablagern angeschwemmt entsorgen herumliegen stapeln stinkend säubern türmen wegräumen wegschaffen wittern übersäen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Unrat‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch wirft man ihm all den verbalen Unrat an den Kopf, kommt selbst er aus sich raus.
Die Welt, 22.05.2003
Nach dem Winter sammle sich erfahrungsgemäß immer wieder Unrat an, der dann jedoch weggeräumt werde.
Süddeutsche Zeitung, 30.04.1998
Zwei Frauen spülten den Unrat der Nacht auf die Straße.
Koeppen, Wolfgang: Tauben im Gras. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1951], S. 0
Sein Dasein lag da wie vergessener Unrat, zu dem er zurückkehrte, um sich wieder von ihm zu nähren.
Stehr, Hermann: Der Heiligenhof, München: List 1952 [1918], S. 905
Aber den Unrat, den sie machten, roch man im ganzen Hause.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18073
Zitationshilfe
„Unrat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Unrat>, abgerufen am 17.07.2019.

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