Unke, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Unke · Nominativ Plural: Unken
Aussprache
WorttrennungUn-ke (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Unke‹ als Erstglied: ↗Unkenruf
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
braungrau oder grüngrau gefärbtes froschartiges Tier mit warziger Rückenhaut, gedrungenem Körper, breitem Kopf, großen Augen, breitem Maul, das in (kleinen) Gewässern lebt und dumpfe U-Laute ausstoßen kann
Beispiele:
eine rotbauchige, gelbbauchige Unke
Im See wurden die Unken wach und klagten [SeegerHabicht250]
2.
salopp, abwertend Schwarzseherin
Beispiele:
sie ist eine alte Unke
Werden Sie ... diesen Unken nicht recht geben müssen? [BöllBillard115]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Unke · unken
Unke f. Kröte mit dunkler Färbung und gelben bis roten Flecken am Bauch, ‘Feuerkröte’. Ahd. unk m. (8. Jh.), unko m. (11. Jh.) ‘Schlange’, mhd. unc, unke m. ‘Schlange, Basilisk’, mnl. unc, unck ‘Eidechse, Chamäleon’ steht schwundstufig neben verwandtem lat. anguis ‘Schlange’, mir. escung ‘Aal’, lit. angìs ‘Schlange’, aruss. užь, russ. (уж) ‘Natter, kleinere Schlange’, poln. wąż ‘Schlange’, apreuß. angis ‘Schlange’ und den unter ↗Engerling (s. d.) genannten, mit r-Suffix gebildeten Wörtern. Auszugehen ist von ie. *angu̯(h)- bzw. *angu̯(h)i- ‘Schlange’ (wozu auch Formen ohne Nasal, s. ↗Eidechse). Entsprechend bezeichnet Unke ursprünglich nur Schlangen und schlangenartige Tiere; im 17. Jh. aber, als Schlangen in Deutschland seltener werden, geht der Ausdruck auf die in einem ähnlichen mythischen Zusammenhang stehenden Kröten über. Deren alter Name ahd. ūhha f. (9. Jh.), mhd. ūche f. ‘Kröte’, daneben (j-Stamm) mnd. ūtze f. ‘Kröte’, aengl. ȳce f. m. ‘Kröte, Frosch’ (wohl lautnachahmenden Ursprungs nach dem Ruf in der Laichzeit) wird (bis auf mundartliche Reste) im 17./18. Jh. aufgegeben und durch Unke (mit nunmehr fem. Genus) ersetzt (doch vgl. noch Unke für ‘Schlange’ bei Bürger). In übertragener Verwendung steht Unke für ‘Stubenhocker’ (Mitte 18. Jh.) und für ‘Schwarzseher, wer (ständig) Unheil voraussagt’ (um 1800). unken Vb. ‘jammern, Unheil vorhersagen’ (19. Jh.), älter (nach Schlangenart) ‘zischen, pfeifen’ (Ende 17. Jh.), auch ‘sich verborgen halten’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Feuerkröte · Unke
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Frosch Kröte Molch Ruf Teich Trotz

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Unke‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch die Unke hatte mich gelehrt, zu mir selbst zu kommen.
Harig, Ludwig: Ordnung ist das ganze Leben, München u. a.: Hanser 1987 [1986], S. 165
Wir telephonierten mehr als je zuvor, aber die Unken riefen falsch, als sie meinten, wir seien dafür schreibfaul geworden.
Die Zeit, 14.09.1962, Nr. 37
Den Tümpel der Unken aber schütteten wir mit Abfall zu.
Die Welt, 27.11.2004
Im Märchen waren die Unken, die aus der Tiefe kamen, Boten des großen Glücks.
Adorno, Theodor W.: Minima Moralia, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1971 [1951], S. 139
Mit den Kröten sind die 4 bis 5 cm langen Unken verwandt.
Wiehle, Hermann u. Harm, Marie: Lebenskunde für Mittelschulen - Klasse 3, Halle u. a.: Schroedel u. a. 1941, S. 106
Zitationshilfe
„Unke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Unke>, abgerufen am 21.10.2019.

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