Unglimpf, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Unglimpf(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungUn-glimpf
Wortbildung mit ›Unglimpf‹ als Erstglied: ↗unglimpflich
eWDG, 1976

Bedeutung

veraltet an jmdm. begangenes Unrecht, besonders Kränkung, Verunglimpfung
Beispiel:
Sein Leben wird er für den Vater freudig / Verwenden, wenn ihm Unglimpf widerführe [SchillerWallenst. TodIII 2]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

glimpflich · unglimpflich · Unglimpf · verunglimpfen
glimpflich Adj. ‘ohne größeren Schaden, schonend, nachsichtig’. Das nur im Dt. und Engl. bezeugte Adjektiv ahd. gilimphlīh (9. Jh.), mhd. gelimpflich ‘recht, angemessen’, mnd. (ge)limplīk, aengl. (ge)limplic ‘passend, geeignet, angemessen’, (ablautend) asächs. gilumplīk ‘passend’ hat neben sich (bei ungeklärtem Ableitungsverhältnis) ein im Frühnhd. untergehendes starkes Verb ahd. limphan (9. Jh.), gilimphan (um 800) ‘zukommen, zutreffen, geziemen’, mhd. limpfen ‘angemessen, geeignet sein’, aengl. (ge)limpan ‘geschehen, vorhanden sein, angemessen sein’, ein Adjektiv ahd. gilimph (um 1000), mhd. gelimpf ‘angemessen’ und ein wohl zum Verb gebildetes Substantiv ahd. gilimph ‘Angemessenheit’ (um 1000), mhd. g(e)limpf ‘angemessenes, schonendes Benehmen’, nhd. Glimpf ‘Schonung, Nachsicht’ (so noch in der Fügung mit Glimpf ‘auf gute Art’), mnd. gelimp, aengl. gelimp ‘Ereignis, Zufall’. Herkunft ungewiß. Man hat versucht, mhd. limpfen ‘hinken’, engl. to limp ‘hinken’, limp ‘schlaff, schlapp, biegsam’, aengl. lemphealt ‘hinkend’, mnd. lumpen ‘hinken, lahmen, sich fortschleppen’, die unter ↗Lumpen und ↗Schlampe (s. d.) angeführten Wörter und außergerm. aind. rámbatē, jünger lámbatē ‘hängt (schlaff) herab’, lambana- ‘herabhängend’, lat. limbus ‘Besatz am Kleid, Saum’ vergleichend heranzuziehen. Dann ist Anschluß an ie. *(s)lemb(h)-, die nasalierte Form der unter ↗Lappen (s. d.) genannten Wurzel ie. *lē̌b-, *lō̌b-, *lā̌b- ‘schlaff herabhängen(d)’ (wozu auch mit s-Anlaut ↗schlafen, ↗schlaff, ↗schlapp, s. d.), möglich, sofern man eine Bedeutungsentwicklung von ‘schlaff, locker’ zu ‘biegsam’ und zu ‘weich, rücksichtsvoll, nachsichtig’, weiter zu ‘angemessen, geeignet’ annimmt. unglimpflich Adj. ‘schonungslos, ungerecht, kränkend’, ahd. ungilimphlīh ‘unpassend, unrichtig’ (8. Jh.), mhd. ungelimpflich. Unglimpf m. ‘Unrecht, Kränkung, Schaden, Beleidigung’, mhd. ungelimpf ‘unziemliches Betragen, Unangemessenheit, Unrecht’. verunglimpfen Vb. ‘schmähen, beleidigen’ (15. Jh.).

Verwendungsbeispiel
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nabelschau im Yuppie -Jargon ist seine Antwort auf den Unglimpf der Generation X.
Süddeutsche Zeitung, 06.05.1997
Zitationshilfe
„Unglimpf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Unglimpf>, abgerufen am 22.07.2019.

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