Ungemach, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Ungemach(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungUn-ge-mach
eWDG, 1976

Bedeutung

gehoben, veraltend Unannehmlichkeit, Kummer, Übel
Beispiele:
Ungemach erfahren, erleiden, tragen
etw., jmd. bereitet jmdm. Ungemach
Schon auf der Überfahrt hatten sie allerlei Ungemach [FrenssenBaas308]
weil groß Ungemach (= Unglück) uns heimgesucht hatte [Th. MannKrull7,370]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gemach · gemächlich · Gemächlichkeit · Gemach · Ungemach
gemach Adv. ‘gemächlich, langsam, allmählich’, ahd. gimah ‘passend, geeignet, bequem’ (8. Jh.), mhd. gemach ‘bequem, ruhig, langsam’, asächs. -gimak ‘geziemend, passend’, mnd. gemak, aengl. gemæc, anord. makr ist im Sinne von ‘was sich gut fügt, was zusammenpaßt’ eine Adjektivbildung zu dem unter ↗machen (s. d.) in seiner frühen Bedeutung ‘zusammenfügen, -bringen’ angeführten Verb und wird vornehmlich (vgl. ahd. gimahho, 9. Jh., mhd. gemach) als Adverb verwendet. gemächlich Adj. ‘langsam, ruhig, bequem, behaglich’, ahd. gimahlīh ‘bequem’ (11. Jh.), gimahlīhho Adv. (um 800), mhd. gemechlich ‘bequem’, gemechlīch, -līche, -līchen Adv.; in frühnhd. Zeit auch gleichbed. mit ↗allmählich (s. d.). Gemächlichkeit f. (16. Jh.). Gemach n. ‘Wohnraum, Zimmer’, ahd. gimah ‘Vorteil, Bequemlichkeit, Annehmlichkeit’ (9. Jh.), mhd. gemach, übertragen ‘Ort, wo man Ruhe und Bequemlichkeit findet, Zimmer, Wohnung’, Substantivierung des Adjektivs (s. oben). Die alte Bedeutung ‘was sich gut fügt’ ist noch in der Verneinung Ungemach n. ‘Unruhe, Unbehagen, Verdruß, Kummer, Leid’, mhd. ungemach, bewahrt; vgl. ahd. ungimah Adj. ‘unpassend’ (8. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Umstand · ↗Unannehmlichkeit · Ungemach · ↗Widrigkeit  ●  ↗Malesche  ugs., norddeutsch · ↗Schererei  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
Misere · ↗Pech · ↗Unbill · ↗Unglück · dummer Zufall  ●  (den) schwarzen Peter haben  ugs. · ↗(die) Arschkarte (gezogen) haben  ugs., variabel · Ungemach  geh., veraltet
Assoziationen
Synonymgruppe
Beschwernisse · Unannehmlichkeiten · ↗Unbilden · Unerfreulichkeiten · Ungelegenheiten · Widrigkeiten · unangenehme Begleiterscheinungen · unangenehme Folgen · Ärgerlichkeiten · Ärgernisse  ●  ↗Unbill  geh. · Unerquicklichkeiten  geh. · Ungemach  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Schuld beklagen bereiten bewahren doppelt drohen drohend entschuldigen entschädigen erlitten ersparen ertragen finanziell körperlich neu schlimm schützen sonstig sorgen weit widerfahren wittern zukommen zusätzlich ähnlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ungemach‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da deutet sich mitten im Triumph doch schon wieder Ungemach an.
Der Tagesspiegel, 24.05.2001
Aber auch hier droht Ungemach, amerikanische Unternehmen machen es vor.
C't, 1997, Nr. 6
Aber was wiegt schon ein bißchen körperliches Unbehagen gegen seelisches Ungemach?
Nöstlinger, Christine: Gretchen Sackmeier, Hamburg: Oetinger 1988 [1981], S. 73
Seine Armee blieb ihm zwar erstaunlich treu, erlebte aber ein Ungemach nach dem andern.
Welles, C. Bradford: Die hellenistische Welt. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 4249
Es gab wohl in seiner eigenen Familie noch nicht genug Ungemach!
Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 13
Zitationshilfe
„Ungemach“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Ungemach>, abgerufen am 22.07.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
ungelüftet
ungelöst
ungelöscht
ungelogen
ungeliebt
ungemacht
ungemahlen
ungemäß
ungemein
ungemessen