Unbill, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Unbill · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungUn-bill (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutung

gehoben, veraltend
1.
Kränkung, Unrecht, unwürdige Behandlung
Beispiele:
sie musste viel, große Unbill erdulden, ertragen, hinnehmen
er hat ihr mancherlei Unbill angetan, zugefügt
Alle Unbill, die er ... von seinen gehässigen Kameraden erfahren hat [St. ZweigBalzac306]
2.
unangenehme Auswirkung, große Unannehmlichkeit, Beschwernis, Unbilden
Beispiele:
der Unbill des Wetters ausgesetzt sein
die Unbill des harten Winters machte allen zu schaffen
die Unbill des Lebens tapfer auf sich nehmen
weil die Produktion neuer Muster oft Umstellungen und Unbill mit sich bringt [Sibylle1962]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Unbill f. ‘schlechte Behandlung, Unrecht, Unzumutbares, Beschwernis’, aus dem Schweiz. im 16. Jh. in die Literatursprache eingedrungen, seit dem 18. Jh. geläufig. Substantivierung des unter ↗billig und ↗Unbilden (s. d.) aufgeführten Adjektivs mhd. unbil ‘ungemäß, ungerecht’. Ursprünglich mit neutralem Genus, das Fem. entwickelt sich wohl aus dem Plural.

Thesaurus

Synonymgruppe
Misere · ↗Pech · Unbill · ↗Unglück · dummer Zufall  ●  (den) schwarzen Peter haben  ugs. · ↗(die) Arschkarte (gezogen) haben  ugs., variabel · ↗Ungemach  geh., veraltet
Assoziationen
Synonymgruppe
Unbill · ↗Unerquicklichkeit · ↗Verdruss · ↗Widrigkeit
Synonymgruppe
Beschwernisse · Unannehmlichkeiten · ↗Unbilden · Unerfreulichkeiten · Ungelegenheiten · Widrigkeiten · unangenehme Begleiterscheinungen · unangenehme Folgen · Ärgerlichkeiten · Ärgernisse  ●  Unbill  geh. · Unerquicklichkeiten  geh. · ↗Ungemach  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alltag Natur Rache Trotz Wetter Witterung Zeitlauf abwenden angetan bewahren derartig drohen drohend entschädigen erfahren erlitten ersparen ertragen feien fernhalten hinwegtrösten konjunkturell rächen schützen sonstig trotzen wappnen widerfahren zufügen zugefügt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Unbill‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Darum sind wir durch ökologische Unbill verwundbarer als je zuvor.
Die Zeit, 25.01.2010, Nr. 04
Arbeitet man mit diesen Tools, ist man geneigt, alle andere Unbill zu vergessen.
C't, 1999, Nr. 8
Im warmen Wasser erholte sich das junge Leben von der Unbill seiner neuen Welt.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 32
Diese Aristokraten des Landstreichertums leiden natürlich weniger unter der Unbill des Wanderns.
Ostwald, Hans: Landstreicher, Berlin: Marquardt [1906], S. 22
Wenn man das hört, dann hat man gleich wieder mehr Mut und erträgt die Unbill des Krieges viel leichter.
Brief von * Herr S. vom 27.10.1942. In: Ortwin Buchbender u. Reinhold Sterz (Hgg.), Das andere Gesicht des Krieges, München: Beck, 1982, S. 126
Zitationshilfe
„Unbill“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Unbill>, abgerufen am 19.04.2019.

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