Umschlag, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Umschlag(e)s · Nominativ Plural: Umschläge
Aussprache
WorttrennungUm-schlag
Grundformumschlagen
Wortbildung mit ›Umschlag‹ als Erstglied: ↗Umschlagentwurf · ↗Umschlaggestaltung · ↗Umschlaghafen · ↗Umschlagmanschette · ↗Umschlagpunkt · ↗Umschlagseite · ↗Umschlagsgestaltung · ↗Umschlagskragen
 ·  mit ›Umschlag‹ als Letztglied: ↗Briefumschlag · ↗Buchumschlag · ↗Containerumschlag · ↗Güterumschlag · ↗Hafenumschlag · ↗Prießnitzumschlag · ↗Rückumschlag · ↗Schutzumschlag · ↗Seeumschlag · ↗Warenumschlag · ↗Wetterumschlag · ↗Witterungsumschlag
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Umhüllung
a)
Buchhülle, Schutzumschlag
Beispiele:
ein farbiger, abwaschbarer Umschlag
der Umschlag ist beschädigt, zerrissen
einen Umschlag um ein Buch legen
den Umschlag eines Buches erneuern
einfacher, aus Karton bestehender Einband, der geklebt oder geheftet ist
Beispiel:
der Umschlag von Heften, Broschüren
b)
Briefumschlag
Beispiele:
einfache, gefütterte Umschläge
den Umschlag aufreißen, aufschlitzen, zukleben
die Adresse, den Absender auf den Umschlag schreiben
den Brief, die Karte in einen Umschlag stecken
einen frankierten Umschlag beilegen
2.
feuchtes oder trockenes Tuch, das um einen Körperteil gelegt wird, Packung, Wickel
Beispiele:
kalte, heiße Umschläge machen
Umschläge mit essigsaurer Tonerde
einen Umschlag um den Hals, die Brust, auf die Nieren
den Umschlag abwickeln, entfernen, wechseln, erneuern
3.
umgeschlagener Rand an Kleidungsstücken
Beispiele:
eine Hose mit, ohne Umschlag
das Kleid hat Ärmel mit breiten Umschlägen
4.
nur im Singular
plötzliche Veränderung, oft ins Gegenteil
Beispiele:
der Umschlag des Wetters störte die Erntearbeiten
der Umschlag seiner Stimmung war uns unerklärlich
Marxismus der Umschlag in eine neue Qualität
Plötzlich geschah in ihr ein Umschlag des Gefühls [L. FrankMathilde5,170]
5.
nur im Singular
Marxismus Prozess der Verwandlung und Nutzbarmachung bestimmter vorgeschossener Mittel während der Reproduktion
a)
DDR
Beispiel:
der Umschlag der materiellen und finanziellen Fonds der Produktionsbetriebe [Spektrum1971]
b)
Umwandlung von Werten, Mitteln
Beispiel:
der Umschlag von Waren
6.
nur im Singular
die Umladung von Waren und Frachten aus einem Verkehrsmittel in ein anderes, besonders von der Eisenbahn auf das Schiff, Güterumschlag
Beispiele:
der Umschlag von Waren, Gütern
der Umschlag der Waren von der Eisenbahn auf Schiffe findet in Rostock statt
7.
meist im Singular
Handarbeit
Beispiel:
einen Umschlag machen (= den Faden umschlagen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlagen · Schläger · Schlägerei · abschlagen · abschlägig · Abschlag(s)zahlung · anschlagen · veranschlagen · Anschlag · Voranschlag · aufschlagen · Aufschlag · ausschlagen · Ausschlag · beschlagen1 · beschlagen2 · Beschlag · einschlagen · einschlägig · entschlagen · nachschlagen · überschlagen · umschlagen · Umschlag · unterschlagen · verschlagen · verschlagen · Verschlag · vorschlagen · Vorschlag · schlagfertig · Schlaglicht · Schlagschatten · Schlagseite · Schlagwort · Schlagzeile · Schlagzeug · Schlager
schlagen Vb. ‘hauen, prügeln, töten, einen Gegner überwinden, besiegen, mit einer heftigen, gezielten Bewegung geräuschvoll einen Gegenstand treffen, sich in einer bestimmten Richtung entwickeln, nach jmdm. geraten’, ahd. slahan (8. Jh.), mhd. slahen, slān, asächs. slahan, mnd. slān, mnl. slaen, nl. slaan, afries. sla, aengl. slēan, anord. slā, schwed. slå, got. slahan (germ. *slahan). Auf grammatischem Wechsel zwischen h und g beruhen Präteritalformen wie ahd. sluog, asächs. aengl. slōg, denen im Nhd. die Präsensformen und der Infinitiv angeglichen werden; s. auch ↗Schlag, ↗Schlegel neben ↗Schlacht und ↗Geschlecht. Außergerm. Vergleichsmöglichkeiten bietet lediglich das Kelt. mit mir. slacc ‘Schwert’, ir. slacaire ‘Schläger’, mir. slachta ‘geschlagen’, ir. slacht ‘gute Erscheinung, von gutem Schlag’, gäl. slachdaim ‘schlage mit dem Hammer’, so daß eine Wurzel ie. *slak- ‘schlagen, hämmern’ angesetzt werden kann. Schläger m. ‘wer schlägt, wer jmdn. tötet’, ahd. irslahāri (8. Jh.), mhd. slaher, frühnhd. totslaher, -slager, -sleger (15. Jh.); auch ‘Raufbold’ (seit 17. Jh.). Schlägerei f. ‘Prügelei’ (wohl 15. Jh.), ‘Duell’ (17. Jh.). abschlagen Vb. ‘mit einem Hieb loslösen, lostrennen, abwehren, ablehnen’, ahd. abaslahan ‘abhauen, abschneiden’ (10. Jh.), mhd. abeslahen, auch ‘abschlachten, in Abzug bringen, vergüten, zurückweisen’; abschlägig Adj. ‘ablehnend’ (15. Jh.); Abschlag(s)zahlung f. ‘erster Teil einer abzugeltenden Summe, Teilzahlung’ (18. Jh.). anschlagen Vb. ‘anstoßen, mit Nägeln anhängen, gut wirken, bellen’, ahd. anaslahan (10. Jh.), mhd. aneslahen ‘an jmdn. oder etw. schlagen, anstoßen, mit Schlägen angreifen, durch Schlagen befestigen, rauben, anstiften, berechnen’; veranschlagen Vb. ‘taxieren’ (19. Jh.); Anschlag m. ‘Bekanntmachung, auf etw. zielender Gedanke, Plan, Vorhaben, Vorbereitung des Schützen zum Abschießen’, auch (seit 15. Jh.) ‘Attentat’, ahd. anaslag ‘Hieb, Stoß, Schlag’ (11. Jh.), spätmhd. aneslac, auch ‘Berechnung’; Voranschlag m. ‘vorläufige Kostenberechnung’ (18. Jh.). aufschlagen Vb. ‘(durch Schlagen) öffnen, aufprallen, auftreffen, einen Preis erhöhen, etw. aufstellen, errichten’, ahd. ūfslahan ‘an etw. schlagen’ (um 900), mhd. ūfslahen, auch ‘errichten, aufschieben, verzögern, anzünden, durch Schlagen öffnen, vorenthalten, den Lohn, Preis erhöhen, im Preis steigen, verzichten’; Aufschlag m. ‘Aufprall, Verteuerung eines Preises, umgeschlagener Teil an Kleidungsstücken’, mhd. ūfslac, auch ‘Aufschub, Verlängerung der Frist, Waffenstillstand’. ausschlagen Vb. ‘Knospen treiben, grün werden, um sich schlagen, durch Schlagen zerstören, mit etw. bedecken, ablehnen’, ahd. ūʒslahan ‘herausbrechen, durch Schlagen zerstören’ (9. Jh.), mhd. ūʒslahen ‘herausschlagen, umhauen, ablehnen, zurückschlagen, ausweisen, verjagen, verbannen, freilassen, zerstören, errichten, nach auswärts schlagen, fliehen’; Ausschlag m. ‘Austrieb der Schweine in die Eichelmast, Herabsinken des Waagebalkens nach der schweren Seite’ (15. Jh.), daher den Ausschlag geben ‘entscheidend sein’ (16. Jh.), ‘Entscheidung, Ergebnis, Erfolg, Ausgang’ (16. Jh.), medizinisch ‘Hautschorf, Erkrankung der Haut’ (17. Jh.), ‘Trieb, Sproß’ (18. Jh.). beschlagen1 Vb. ‘(durch Schlagen) mit etw. versehen, sich überziehen, anlaufen’, ahd. bislahan ‘behauen, tüchtig schlagen, fest-, niederschlagen’ (8. Jh.), mhd. beslahen ‘auf etw. schlagen, schlagend bedecken, mit Beschlag belegen, schlagend auf, an etw. befestigen, umschlagen, umschließen’; ein Pferd beschlagen ‘mit Hufeisen versehen’; beschlagen2 Part.adj. ‘gut versehen sein, bewandert in einer Sache, voller Kenntnisse’ (16. Jh.), eigentlich ‘durch (Metall)beschlag fest und dauerhaft’; Beschlag m. ‘Metallstück als Schutz oder Verzierung, Überzug, Hauch’ (15. Jh.), in Beschlag nehmen (17. Jh.), Beschlag auf etw. legen (18. Jh.), mit Beschlag belegen (19. Jh.) ‘etw. oder jmdn. für sich beanspruchen’. einschlagen Vb. ‘hineinschlagen, durch Schlagen zertrümmern, einwickeln, sich in eine bestimmte Richtung erfolgreich entwickeln, gedeihen’ (15. Jh.); einschlägig Adj. ‘in Betracht kommend’ (Ende 18. Jh.). entschlagen Vb. ‘(sich von einer Sache) frei-, losmachen, verzichten’, mhd. entslahen ‘freimachen, aufheben’. nachschlagen Vb. ‘ähnlich werden, nacharten’ (16. Jh.; vgl. mhd. slahen nāch), ‘in einem Buche suchen und nachlesen’ (17. Jh.). überschlagen Vb. ‘ungefähr berechnen, übereinanderlegen (die Beine)’, reflexiv ‘sich überkugeln’, ahd. ubarslahan ‘herausgehen, sich entfernen, vorzüglich sein, übertreffen’ (um 1000), mhd. überslahen ‘schlagend überziehen, beschlagen, überwältigen, besiegen, in Kürze sagen, erzählen, auslassen, ungefähr berechnen, schätzen, überlegen’. umschlagen Vb. ‘umlegen, umbiegen, zu Boden schlagen, ringsum bedecken, sich ändern (vom Wetter)’, mhd. umbeslahen ‘umgeben, -fassen, -zingeln, niederschlagen, Umschweife machen, sich verbreiten’; Umschlag m. ‘Hülle, Umhüllung, Änderung, umgeschlagener Rand’, auch (seit 17. Jh.) als medizinische Heilpackung, kaufmännisch ‘Umsatz, Vertrieb von Waren’ (16. Jh., nach mnd. ummeslach), mhd. umbeslac ‘Umhüllung, Wendung, Umkehr, Ausflucht’. unterschlagen Vb. ‘unrechtmäßig zurückbehalten, veruntreuen, verheimlichen’, mhd. underslahen ‘beiseite legen, abseits setzen, verbergen, aufgeben, niederschlagen, unterdrücken, überwinden, übertreffen’. verschlagen Vb. ‘mit Brettern abteilen, schließen, versehentlich umblättern, durch widrige Umstände an einen ungewollten Ort gelangen (lassen)’, ahd. firslahan ‘erschlagen, töten, verschließen’ (8. Jh.), mhd. verslahen ‘zerschlagen, verwunden, töten, abhauen, auseinanderschlagen, vertreiben, zurückweisen, wegnehmen, beschmutzen, durch Verschlag absperren’, reflexiv ‘sich verstecken, beschmutzen, entfernen’; verschlagen Part.adj. ‘listig, undurchsichtig, durchtrieben’ (15. Jh.), eigentlich ‘seine Pläne nicht bekanntgebend, versteckend, zurückhaltend’; Verschlag m. ‘durch Bretter(wände) abgetrennter Raum, abtrennende Bretterwand’ (18. Jh.). vorschlagen Vb. ‘einen Plan vorlegen, einen Rat geben und zur Erwägung anbieten’, ahd. furislahan ‘vorher-, vorwegnehmen’ (8. Jh.), mhd. vürslahen ‘treiben, im Übergewicht sein, veranschlagen, rechnen’; Vorschlag m. ‘zu erwägender Rat, Plan, Lehrsatz’ (16. Jh.), mhd. vürslac ‘erster Schlag, Befestigung, einschließende Belagerung, Berechnung als Vorlage’. schlagfertig Adj. ‘bereit zum Losschlagen’ (18. Jh.), ‘um keine Antwort verlegen, witzig’ (19. Jh.). Schlaglicht n. ‘heller Lichtstrahl zum Hervorheben eines einzelnen Gegenstandes’ (18. Jh.), häufig in der Malerei. Schlagschatten m. ‘von einer Person oder einem Gegenstand geworfener, scharf umrissener Schatten’ (18. Jh.). Schlagseite f. ‘Schräglage (eines Schiffs)’ (17. Jh.). Schlagwort n. ‘(schmerzlich) treffendes Wort, prägnanter Ausdruck zur Kennzeichnung einer Zeiterscheinung, Bühnenstichwort’ (18. Jh.), im Bibliothekswesen ‘Stichwort, Kennwort’. Schlagzeile f. ‘hervorgehobene, deutlich gemachte Überschrift’ (um 1880). Schlagzeug n. ‘Ensemble von Schlaginstrumenten’ (20. Jh.); zuvor ‘Geräte zum Einschlagen bzw. zum Beschlagen von Bauteilen’ (16. Jh.). Schlager m. ‘aktuelle, beim Publikum ein- bzw. durchschlagende Musiknummer’, aufgekommen (1881) als Ausdruck der Musikkritik, durch die Tagespresse verbreitet; dann auf andere besonders aktuelle und wirkungsvolle Erscheinungen (Buch, Theaterstück, eine reißend abgehende Ware) übertragen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Umsatz · ↗Umsatzvolumen · Umschlag
Synonymgruppe
Umschlag · ↗Warenumschlag
Synonymgruppe
Abdeckung · ↗Hülle · Umschlag
Assoziationen
Medizin
Synonymgruppe
Bandage · ↗Kompresse · Umschlag · ↗Verband
Synonymgruppe
Briefcouvert · Briefhülle · ↗Briefkuvert · ↗Briefumschlag · ↗Kuvert · Umschlag  ●  ↗Couvert  schweiz. · ↗Enveloppe  veraltet
Oberbegriffe
  • Versandverpackung
Assoziationen
Synonymgruppe
Buchumschlag · ↗Hülle · Umschlag  ●  ↗Schutzumschlag  Hauptform
Assoziationen
Synonymgruppe
(das) Umschlagen · Drehung um 180 Grad · ↗Kehre · ↗Umkehr · Umschlag · ↗Verkehrung · Verkehrung ins Gegenteil  ●  ↗Kehrtwende  auch figurativ · ↗Kehrtwendung  fig. · ↗Umschwung  auch figurativ · ↗Wende  auch figurativ, Hauptform · ↗Wendung  auch figurativ
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absender Briefbogen Briefkasten Briefmarke Lagerung Massengut Pulver Quantität Stimmzettel Stückgut Tonerde adressiert aufreißen braun dialektisch frankiert jäh kalt kühlend neutral prangen rieseln verdächtig verschlossen versiegelt wattiert zieren zustecken Öffnen überreichen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Umschlag‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch der Umschlag des Überseehafens ziehe nicht übermäßig viele Lkw an.
Der Tagesspiegel, 11.09.2003
Vielmehr habe seine Frau den Umschlag mit dem vielen Geld übergeben.
Süddeutsche Zeitung, 03.08.2001
So, ich brauche Dir also keine gestempelten Umschläge zu schicken.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 15.02.1945, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Morgen schreibe ich wieder, und all mein Hoffen werde ich in den Umschlag stecken.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 18.09.1944, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Rasch steckt sie den Brief in den Umschlag und macht ihn zu.
Christ, Lena: Die Rumplhanni. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1917], S. 17527
Zitationshilfe
„Umschlag“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Umschlag>, abgerufen am 20.08.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
umschirmen
umschippen
umschilft
Umschiffung
umschiffen
Umschlagbild
Umschlagdeckel
umschlagen
Umschlagentwurf
Umschlageplatz