Ufer, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Ufers · Nominativ Plural: Ufer
Aussprache
Wortbildung mit ›Ufer‹ als Erstglied: ↗Uferbefestigung · ↗Uferböschung · ↗Uferlinie · ↗Ufermauer · ↗Uferpromenade · ↗Uferrand · ↗Uferregion · ↗Ufersaum · ↗Uferschwalbe · ↗Uferstraße · ↗Uferstreifen · ↗Uferweg · ↗Uferzone · ↗uferlos
 ·  mit ›Ufer‹ als Letztglied: ↗Felsenufer · ↗Felsufer · ↗Gegenufer · ↗Ostufer · ↗Teichufer
eWDG, 1976

Bedeutung

Randzone zwischen einem Gewässer und dem Land
Beispiele:
ein festes, hohes, steiles, felsiges, sanft abfallendes, flaches Ufer
ein bewaldetes, schilfbewachsenes Ufer
das Ufer, die Ufer eines Flusses, Sees
das Ufer (= Küste, Strand, Gestade) des Meeres
das, am Ufer entlanglaufen
das Schiff legt am rechten, linken, diesseitigen Ufer an
ans Ufer treten, gelangen, kommen, schwimmen, rudern, gespült werden, treiben
die Stadt liegt an beiden, an den Ufern, am Ufer der Elbe
das Boot stieß vom Ufer ab
der Fluss, Wasser trat über die Ufer
bildlich
Beispiel:
Zu neuen Ufern lockt ein neuer Tag [GoetheFaustI 701]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ufer · uferlos · ausufern
Ufer n. ‘Begrenzung eines Gewässers, Küste, Strand’. Das nur westgerm. Substantiv mhd. uover, (md.) ūber, mnd. ōver (vgl. Hannover ‘(am) hohen Ufer’), mnl. nl. oever, aengl. ōfer, ōfor (in engl. Windsor, aus aengl. Windles ōfer ‘Ufer des Flusses Windel’), westgerm. *ōbera- n. vergleicht sich außergerm. mit griech. ḗpeiros (ἤπειρος), dor. ápeiros (ἄπειρος) ‘Festland, Küste’ und führt auf ie. *āpero- ‘Ufer’, das (nach Specht Dekl. 23) als Komparativbildung zu dem unter ↗ab (s. d.) dargestellten ie. *apo ‘ab, weg’ angesehen werden kann; vgl. aind. áparaḥ ‘hinterer, späterer’, awest. apara-. Danach wäre als Ausgangsbedeutung etwa ‘weiter abgewandt’ und für Ufer ‘der rückwärts gelegene Teil’ vorauszusetzen. Ufer ist ursprünglich dem Obd. und Md. fremd; dafür ↗Gestade (s. d.). Es findet (in mhd. Zeit) nur zögernd bei obd. Schriftstellern Eingang, wird danach vor allem durch Luther, Sachs und Fischart geläufig. uferlos Adj. ‘grenzenlos, ohne Ende, maßlos’ (2. Hälfte 18. Jh.). ausufern Vb. ‘über die Ufer treten’, übertragen ‘ein bestimmtes Maß überschreiten, ausarten’ (Anfang 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Küste · ↗Strand · Ufer  ●  ↗Gestade  geh., veraltet
Assoziationen
Synonymgruppe
Küste · ↗Meeresufer · ↗Seeufer · Ufer
Synonymgruppe
Böschung · ↗Damm · Ufer · ↗Wall
Synonymgruppe
Küste · ↗Küstenlinie · Ufer
Unterbegriffe
  • Malabarküste · Pfefferküste
  • Abbruchküste · Abrasionsküste · Kliffküste
  • Malaguettaküste · Pfefferküste
Assoziationen
Synonymgruppe
Ufer · ↗Uferbereich · ↗Uferzone
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufbruch Bach Bodensee Bucht Fluß Genfer Meer Mittelmeer Schaubühne See Theater Ufer ander aufbrechen gegenüberliegend hallesch jenseitig link märkisch nördlich recht rettend schwimmen spülen säumen südlich treten verkommen westlich östlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ufer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Um es schwimmend zu erreichen, war das Ufer womöglich zu fern.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 143
Und außerdem ist das rettende Ufer ja keine hundert Meter weit weg.
Süddeutsche Zeitung, 13.10.2004
Das unmittelbare Ufer wäre nach dem privaten Kauf jedoch tabu für die Öffentlichkeit.
Der Tagesspiegel, 06.07.2004
Gegenüber den Toren am diesseitigen Ufer wollte er wieder zu ihnen stoßen.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 629
Am deutschen Ufer, an das sie leicht hätten zurückfahren können, war wohl weitab alles gegen sie mobil.
Jacques, Norbert: Dr. Mabuse, der Spieler, Gütersloh: Bertelsmann 1961 [1920], S. 159
Zitationshilfe
„Ufer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Ufer>, abgerufen am 15.10.2019.

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