Typus, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Typus · Nominativ Plural: Typen
Aussprache
WorttrennungTy-pus
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Typus‹ als Letztglied: ↗Archetypus · ↗Biotypus · ↗Durchschnittstypus · ↗Genotypus · ↗Grundtypus · ↗Haupttypus · ↗Idealtypus · ↗Menschentypus · ↗Mischtypus · ↗Rollentypus · ↗Urtypus
eWDG, 1974 und DWDS, 2018

Bedeutung

veraltend, fachsprachlich Quelle: WDG, 1974
Synonym zu TypQuelle: DWDS, 2018
Beispiele:
er gehört zu jenem Typus, der stets sehr überlegt handelt
er ist der Typus (= Prototyp) des Künstlers
der Typus einer Sprache
Er war von extrem südlichem Typus [B. FrankTrenck165]
das Publikum ... bediente sich des Namens Roland, um den Typus des unbedeutenden, aber eingebildeten Mimen kurz zu bezeichnen [SchnitzlerErzählungen103]
Er ist ein Mann von vierzig Jahren, moderner Typus, rasiert, von sehr angenehmem Äußern [Th. Mann12,15]

Den originalen WDG-Artikel können Sie hier anschauen.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Typ · Typus · Type · typisch · Typologie · typologisch
Typ m. (Anfang 20. Jh.), älter und heute (besonders bildungssprachlich und terminologisch) daneben fortlebend Typus m. ‘durch die einer bestimmten Gruppe von Personen oder Dingen gemeinsamen, für diese Gruppe charakteristischen wesentlichen Merkmale gekennzeichnete Erscheinungsform einer Person, eines Einzeldinges, Grundform, Urgestalt’, auch ‘die gemeinsamen Merkmale besonders ausgeprägt aufweisender Vertreter einer bestimmten Gattung, Idealbild, Inbegriff’ (18. Jh.), zuvor (abgesehen von vereinzeltem Gebrauch in der Grammatik für ‘Muster, Paradigma’, 17. Jh.) bei Theologen ‘Vorbild, alttestamentlicher Bericht mit auf das Neue Testament vorausdeutendem Sinn’, Entlehnung (Ende 16. Jh.) von lat. typus ‘Figur, Bild’ (spätlat. auch ‘periodische Zu- und Abnahme einer Krankheit, regelmäßige Wiederkehr’), griech. týpos (τύπος) ‘Schlag, Stoß, Abdruck, Gepräge, erhabene Arbeit, Bildwerk, Schriftduktus, Abbild, Vorbild, Gestalt, Umriß, Entwurf, Regel’, zu griech. týptein (τύπτειν) ‘schlagen, stoßen, prügeln, mit einer Waffe treffen’. In dt. Texten folgt Typus noch bis ins 18. Jh. öfters der lat. Flexion. Zu der seit dem 18. Jh. verwendeten Pluralform Typen stellt sich im frühen 20. Jh. der eindeutschende Sing. Typ, der für die jungen Bedeutungen ‘besondere, von anderen Produkten derselben Funktion abweichende Bauart eines in Serie gefertigten Erzeugnisses, Modell, Sorte, verbindliche Norm’ (in Technik und Wirtschaft, Anfang 20. Jh.) und ‘seltsamer Kerl, Sonderling’ (1. Hälfte 20. Jh., älter Type, s. unten), dann (meist schwach flektiert) überhaupt ‘männliche Person, junger Mann’ (in der Ausdrucksweise Jugendlicher, 2. Hälfte 20. Jh., vielleicht nach gleichbed. frz. type, vgl. das ist nicht mein Typ ‘er, sie entspricht nicht meinem Idealbild’, Anfang 20. Jh., frz. ce n’est pas mon type) ausschließlich gilt. Type f. ‘rechteckiger Metallkörper mit dem erhabenen, seitenverkehrten Bild eines Schriftzeichens, Letter’, auch ‘gedruckter Buchstabe’, als Fachwort des Buchdrucks um 1800 rückgebildet aus dem Plur. Typen ‘gegossene Lettern’ (Anfang 18. Jh., vgl. mfrz. frz. type m. ‘Druckstock’); im 18. Jh. findet sich gelegentlich der Sing. Typus m. (entsprechend nlat. typus, 16. Jh.) in dieser Bedeutung. Type steht anstelle von Typ(us) (s. oben) auch für ‘Mensch mit auffallenden Besonderheiten, Sonderling’ (Ende 19. Jh., frz. type) und für ‘Sorte, Qualität’ (zur Klassifizierung von Müllereiprodukten, 1. Hälfte 20. Jh.). typisch Adj. ‘die wesentlichen gemeinsamen Merkmale einer Gruppe aufweisend, einem Typ entsprechend’, auch ‘für jmdn., etw. kennzeichnend, charakteristisch’ (Anfang 19. Jh.), zuvor in der Theologie ‘vorbildhaft, vorgebildet’ (2. Hälfte 18. Jh., schon Anfang 17. Jh. in der Adverbform typice, vgl. spätlat. typicē), nach spätlat. typicus ‘bildlich, regelmäßig wiederkehrend’, griech. typikós (τυπικός) ‘bildend, figürlich, bildlich’, zu griech. týpos (s. oben). Typologie f. ‘Lehre von den Typen, systematische Einteilung nach Typen’ (1. Hälfte 20. Jh.), älter ‘Lehre von der Vorgebildetheit neutestamentlicher Ereignisse im Alten Testament’ (1. Hälfte 19. Jh.), Bildung der Wissenschaftssprache (s. ↗-logie) zu griech. týpos (s. oben); dazu typologisch Adj. (2. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ethnie · ↗Menschentypus · ↗Rasse · Typus
Synonymgruppe
Art · Typus
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Basilika Berufspolitiker Flaneur Gelehrte Intellektuelle Karrierist Revolutionär Typus anthropologisch aussterben aussterbend bestimmt charakterisieren charakteristisch entsprechen extravertiert herausbilden hervorbringen introvertiert intuitiv kanonisch kreieren neuartig rein repräsentieren soziologisch verbreitet verkörpern vorherrschend zurechnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Typus‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Den reinen Typus des Liberalen gibt es heute nicht mehr.
Die Zeit, 04.06.1953, Nr. 23
Damit ist nun aber wieder ein außerordentlich wichtiger soziologischer Typus geschaffen.
Troeltsch, Ernst: Die Soziallehren der christlichen Kirchen und Gruppen, Tübingen: Mohr 1912, S. 60
Es waren Greise von deutlich mongolischem Typus, in mattorangegelbe Tücher gehüllt.
Kubin, Alfred: Die andere Seite, München: Spangenberg 1990 [1909], S. 164
Der Junge sei zwar schmächtig gebaut, von asthenischem Typus, aber sonst nie ernstlich krank gewesen.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 225
Um die bildnishafte Wahrheit des Typus zu erreichen, mußte der Autor die photographische Realität des Einzelgesichts tilgen.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 366
Zitationshilfe
„Typus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Typus>, abgerufen am 22.07.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Typung
Typschild
Typschein
Typprüfung
Typoskript
Typusbildung
Tyramin
Tyrann
Tyrannei
Tyrannenart