Type, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Type · Nominativ Plural: Typen
Aussprache
WorttrennungTy-pe
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Type‹ als Erstglied: ↗Typendruck  ·  mit ›Type‹ als Letztglied: ↗Autotype · ↗Drucktype · ↗Haupttype · ↗Linotype · ↗Monotype · ↗Schrifttype
eWDG, 1976

Bedeutungen

I.
aus Metall bestehender rechteckiger Körper, der das seitenverkehrte, erhaben stehende Bild eines Schriftzeichens trägt
a)
Druckerei für den Druck, Drucktype, Letter
b)
an Büromaschinen
Beispiel:
die Typen von Schreibmaschine mussten regelmäßig gereinigt werden
II.
umgangssprachlich eigenartiger, sonderbarer, komischer, durch seine besondere Art auffallender Mensch
Beispiele:
er ist eine (komische, merkwürdige) Type
das ist vielleicht eine Type!
salopp, abwertend
Beispiele:
eine miese Type (= ein mieser Mensch)
Jedenfalls ist er keine ganz ungefährliche Type [BrechtFurcht u. Elend6]
III.
österreichisch Typ, Modell
Beispiele:
die neueste Type eines Autos
bei diesem Erzeugnis handelt es sich um eine neuentwickelte Type
IV.
fachsprachlich bestimmte Klassifizierung eines gemahlenen Weizenprodukts, Roggenprodukts nach dem Grad seiner Ausmahlung
Beispiel:
Mehl Type 405
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Typ · Typus · Type · typisch · Typologie · typologisch
Typ m. (Anfang 20. Jh.), älter und heute (besonders bildungssprachlich und terminologisch) daneben fortlebend Typus m. ‘durch die einer bestimmten Gruppe von Personen oder Dingen gemeinsamen, für diese Gruppe charakteristischen wesentlichen Merkmale gekennzeichnete Erscheinungsform einer Person, eines Einzeldinges, Grundform, Urgestalt’, auch ‘die gemeinsamen Merkmale besonders ausgeprägt aufweisender Vertreter einer bestimmten Gattung, Idealbild, Inbegriff’ (18. Jh.), zuvor (abgesehen von vereinzeltem Gebrauch in der Grammatik für ‘Muster, Paradigma’, 17. Jh.) bei Theologen ‘Vorbild, alttestamentlicher Bericht mit auf das Neue Testament vorausdeutendem Sinn’, Entlehnung (Ende 16. Jh.) von lat. typus ‘Figur, Bild’ (spätlat. auch ‘periodische Zu- und Abnahme einer Krankheit, regelmäßige Wiederkehr’), griech. týpos (τύπος) ‘Schlag, Stoß, Abdruck, Gepräge, erhabene Arbeit, Bildwerk, Schriftduktus, Abbild, Vorbild, Gestalt, Umriß, Entwurf, Regel’, zu griech. týptein (τύπτειν) ‘schlagen, stoßen, prügeln, mit einer Waffe treffen’. In dt. Texten folgt Typus noch bis ins 18. Jh. öfters der lat. Flexion. Zu der seit dem 18. Jh. verwendeten Pluralform Typen stellt sich im frühen 20. Jh. der eindeutschende Sing. Typ, der für die jungen Bedeutungen ‘besondere, von anderen Produkten derselben Funktion abweichende Bauart eines in Serie gefertigten Erzeugnisses, Modell, Sorte, verbindliche Norm’ (in Technik und Wirtschaft, Anfang 20. Jh.) und ‘seltsamer Kerl, Sonderling’ (1. Hälfte 20. Jh., älter Type, s. unten), dann (meist schwach flektiert) überhaupt ‘männliche Person, junger Mann’ (in der Ausdrucksweise Jugendlicher, 2. Hälfte 20. Jh., vielleicht nach gleichbed. frz. type, vgl. das ist nicht mein Typ ‘er, sie entspricht nicht meinem Idealbild’, Anfang 20. Jh., frz. ce n’est pas mon type) ausschließlich gilt. Type f. ‘rechteckiger Metallkörper mit dem erhabenen, seitenverkehrten Bild eines Schriftzeichens, Letter’, auch ‘gedruckter Buchstabe’, als Fachwort des Buchdrucks um 1800 rückgebildet aus dem Plur. Typen ‘gegossene Lettern’ (Anfang 18. Jh., vgl. mfrz. frz. type m. ‘Druckstock’); im 18. Jh. findet sich gelegentlich der Sing. Typus m. (entsprechend nlat. typus, 16. Jh.) in dieser Bedeutung. Type steht anstelle von Typ(us) (s. oben) auch für ‘Mensch mit auffallenden Besonderheiten, Sonderling’ (Ende 19. Jh., frz. type) und für ‘Sorte, Qualität’ (zur Klassifizierung von Müllereiprodukten, 1. Hälfte 20. Jh.). typisch Adj. ‘die wesentlichen gemeinsamen Merkmale einer Gruppe aufweisend, einem Typ entsprechend’, auch ‘für jmdn., etw. kennzeichnend, charakteristisch’ (Anfang 19. Jh.), zuvor in der Theologie ‘vorbildhaft, vorgebildet’ (2. Hälfte 18. Jh., schon Anfang 17. Jh. in der Adverbform typice, vgl. spätlat. typicē), nach spätlat. typicus ‘bildlich, regelmäßig wiederkehrend’, griech. typikós (τυπικός) ‘bildend, figürlich, bildlich’, zu griech. týpos (s. oben). Typologie f. ‘Lehre von den Typen, systematische Einteilung nach Typen’ (1. Hälfte 20. Jh.), älter ‘Lehre von der Vorgebildetheit neutestamentlicher Ereignisse im Alten Testament’ (1. Hälfte 19. Jh.), Bildung der Wissenschaftssprache (s. ↗-logie) zu griech. týpos (s. oben); dazu typologisch Adj. (2. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schrift · ↗Schriftart · Type  ●  ↗Font  engl.
Unterbegriffe
  • gebrochene Schrift  ●  ↗Fraktur  ugs. · altdeutsche Schrift  ugs.
  • Deutsche Kanzleischrift · Kanzleikurrent
  • Festbreitenschrift · Festschrittschrift · Konstantschrift · dicktengleiche Schrift · nichtproportionale Schriftart · äquidistante Schrift
  • Proportionalschrift · proportionale Schriftart
  • Majuskelziffer · Normalziffer · Versalziffer
  • Mediävalziffer · Minuskelziffer
Assoziationen
Synonymgruppe
Durchschuss · Type (Drucktechnik)
Synonymgruppe
(ausgefallener, besonderer) Mensch · ↗Freak · Mensch, wie man ihn nicht alle Tage trifft · ↗Sonderling · ↗Unikum · ↗Wunderling · bizarre Person · merkwürdiger Zeitgenosse · schrille Person · seltsamer Patron · skurriler Typ · sonderbarer Zeitgenosse · uriger Typ · verrückte Person  ●  ungewöhnlicher Mensch  Hauptform · ↗Kauz  ugs., fig. · ↗Original  ugs. · Type  ugs. · ↗Urvieh  ugs. · ↗Vogel  ugs., fig. · bunter Vogel  ugs. · irrer Typ  ugs. · komischer Heiliger  ugs. · komischer Kauz  ugs. · komischer Vogel  ugs. · schrille Schraube  ugs., weibl. · schrille Type  ugs. · schräger Fürst  ugs., scherzhaft · schräger Typ  ugs. · schräger Vogel  ugs. · seltsame Type  ugs. · seltsamer Heiliger  ugs. · seltsamer Kauz  ugs. · verrücktes Huhn  ugs., weibl., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Type abgerissen ausgeflippt beweglich bullig cool durchgeknallt einteilen fies finster grundverschieden gängig irre kaputt mies schmierig schrill schrullig schräg skurril smart südländisch toll unterscheiden unterschiedlich urig verrückt verschieden verschroben zwielichtig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Type‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Männer, die sie heiraten, sind eher die feminisierteren Typen.
Süddeutsche Zeitung, 04.12.2004
In der Schule hatte man sich daran beteiligt, diese Typen fertigzumachen, sonst war man selbst dran.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 235
Nun gibt es die dargestellten Typen wohl nie in absoluter Reinheit.
Dänhardt, Reimar: Fein oder nicht fein, Berlin: Deutscher Militärverl. 1972 [1968], S. 43
Um die Ausbildung ihrer Typen bemüht sich die weitere Entwicklung.
Geyer, H.-G.: Kunst. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 35965
Dagegen haben diese Typen hier, wie der Eilige feststellt, die Ruhe weg, wirklich.
Wondratschek, Wolf: Mozarts Friseur, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 34
Zitationshilfe
„Type“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Type>, abgerufen am 24.04.2019.

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