Turbokapitalismus, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Turbokapitalismus · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungTur-bo-ka-pi-ta-lis-mus
Wortzerlegungturbo-Kapitalismus
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2018

Bedeutung

abwertend rücksichtsloser, unverhüllt ausschließlich auf Profitmaximierung ausgerichteter Kapitalismus
Beispiele:
Dieses Buch redet vom Turbokapitalismus, der Entmachtung der Gewerkschaften und der Schwächung des Staates. Das Machtgleichgewicht zwischen den Aktionären und dem Rest der Welt habe sich zu Gunsten jener entscheidend verschoben. Die Schere zwischen Arm und Reich öffne sich immer weiter. [Cʼt, 1999, Nr. 16]
In eigene Entwürfe fließt also [bei dem Anbieter von Billigbekleidung im Internet] kein Geld, und nachbestellt wird nur, was sich gut verkauft. Keine Zwischenhändler und Großlager, kein Marketing, keine Saisonkataloge. Verkauft wird, was die Masse will – zu Preisen, die sie zu zahlen bereit ist. Turbokapitalismus wie aus dem BWL-Lehrbuch (= Lehrbuch für Betriebswirtschaft). [Spiegel, 02.11.2015 (online)]
Der Turbokapitalismus, der sich seit den 70er-Jahren […] voll entfalten konnte, installierte eine Denkweise, die die lukrative Verwertbarkeit von allem und letztlich auch allen zum Ziel hat. Alle gesellschaftlichen Bereiche sind davon bis ins Mark durchdrungen – das reicht von so banal scheinenden Slogans wie »Mach das Beste aus deinem Typ« und »Geiz ist geil« bis eben auch »Was erwartet sich die Wirtschaft von unseren Schülern?«. [Der Standard, 18.05.2015]
Die bösen Wörter in diesem Lager [der Globalisierungsgegner] lauten nicht nur Globalisierung, sondern auch »Turbokapitalismus« oder »Neoliberalismus«. Will heißen, der Kapitalismus soll wieder anständig werden, am besten so wie früher mit Vollbeschäftigung und sicherer Rente. [Süddeutsche Zeitung, 22.06.2001]
Wenn alte Wörter nicht ausreichen, braucht man neue. Zum Beispiel Turbokapitalismus. Der amerikanische Ökonom Edward Luttwak erfand den Begriff, weil er etwas beobachtete, das es früher nicht gab: die Unzufriedenheit mit einem Unternehmen, das gute Geschäfte macht. Es könnte ja bessere machen. [Die Zeit, 23.03.2000, Nr. 13]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: der globale, neoliberale Turbokapitalismus
als Genitivattribut: die Zeit, das Zeitalter, die Vertreter des Turbokapitalismus

Thesaurus

Ökonomie
Synonymgruppe
Raubtierkapitalismus · Turbokapitalismus  ●  ↗Killerkapitalismus  ugs., Jargon
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Zeitalter global

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Turbokapitalismus‹.

Zitationshilfe
„Turbokapitalismus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Turbokapitalismus>, abgerufen am 22.07.2019.

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