Trommelfeuer, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungTrom-mel-feu-er
WortzerlegungTrommelFeuer
eWDG, 1976

Bedeutung

Militär anhaltendes, heftiges Artilleriefeuer zur Vorbereitung des Sturmangriffs
Beispiele:
das Trommelfeuer zur Offensive begann
unter Trommelfeuer liegen
bildlich
Beispiele:
dem Trommelfeuer ihrer Fragen (= ihren schnell aufeinanderfolgenden Fragen) konnte er sich nicht entziehen
es entlud sich ein Trommelfeuer von Gelächter, von Flüchen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Trommel · trommeln · Trommler · Trommelschläger · Trommelfell · Trommelfeuer
Trommel f. zylindrisches, doppelseitig (oben und unten) mit Fell bespanntes Schlaginstrument, spätmhd. trümel, frühnhd. truml, (md.) trumpel, drompel (15. Jh.), trummel (16. Jh.), Drommel, Trommel (17. Jh.). Es handelt sich um eine l-Ableitung von einem schallnachahmenden, in seiner Entwicklung unterschiedliche Musikinstrumente bezeichnenden ahd. trumba ‘Trompete, Signalhorn’ (8. Jh.), mhd. trum(b)e, trumpe, trumme ‘Posaune, Trompete, Trommel’, frühnhd. trumpe, trumme, trompe, tromme ‘Trompete, Laute, Trommel’ (15. Jh.), auch ‘Maultrommel, Brummeisen’ (16. Jh.); vgl. auch mnd. trumme, mnl. tromme, nl. trom (woraus engl. drum). Im Dt. setzt sich die md. Form mit o im 17. Jh. durch, doch halten sich einzelne u-Formen bis ins 18. Jh. trommeln Vb. ‘die Trommel schlagen’, frühnhd. trummeln (um 1500); ‘erregt (mit den Fingern, Fäusten) klopfen’ (18. Jh., trumpeln 16. Jh.); in der Jägersprache (von Hasen und Kaninchen) ‘mit den Hinterläufen auf den Boden schlagen’ (18. Jh.). Trommler m. (um 1700), älter Trommelschläger m. (um 1600), frühnhd. trummenschleger (um 1500). Trommelfell n. ‘über die Trommel gespanntes (Kalb)fell’ (Anfang 17. Jh.), älter trummenfell (16. Jh.); vergleichend für das den Gehörgang des Ohres abschließende, als Membran dienende Häutchen (2. Hälfte 18. Jh.). Trommelfeuer n. ‘anhaltendes schnelles Artilleriefeuer’ (Ende 1915); vgl. gleichbed. engl. drumfire.

Thesaurus

Synonymgruppe
Artillerie-Beschuss · Dauerbeschuss · ↗Dauerfeuer · ↗Sperrfeuer · Trommelfeuer
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Artillerie Fakt Geschütz Kritik Offensive Presse Propaganda Schlag Verdächtigung anhaltend aussetzen eröffnen feindlich gnadenlos jahrelang loslassen medial mehrstündig monatelang niedergehen pausenlos propagandistisch publizistisch rhetorisch serbisch standhalten ständig verbal wahr wochenlang

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Trommelfeuer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was, wenn nicht das jetzt einsetzende Trommelfeuer, soll er noch abliefern?
Süddeutsche Zeitung, 08.12.1999
Doch meine Ohren schmerzen ein wenig von dem ungewohnten politischen Trommelfeuer.
Die Zeit, 16.08.1985, Nr. 34
Zum ersten Mal vernahmen wir hier das schwere Wort »Trommelfeuer«.
Jünger, Ernst: In Stahlgewittern, Stuttgart: Klett-Cotta 1994 [1920], S. 17
Um 8 Uhr morgens beginnt Trommelfeuer bis 4 Uhr nachmittags.
Brief von Hans Forster vom 01.07.1916. In: Witkop, Philipp (Hg.), Kriegsbriefe gefallener Studenten, München: Müller 1928 [1916], S. 255
Verrauscht ist Lärm und Trommelfeuer, verweht das Leid der Inflation.
Tucholsky, Kurt: Holder Friede. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1929], S. 21655
Zitationshilfe
„Trommelfeuer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Trommelfeuer>, abgerufen am 23.08.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Trommelfellperforation
Trommelfell
Trommelei
Trommelbremse
Trommelbauch
trommelförmig
Trommelklang
trommeln
Trommelofen
Trommelrevolver