Trinkspruch, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungTrink-spruch
WortzerlegungtrinkenSpruch
eWDG, 1976

Bedeutung

bei einem festlichen Anlass (während des Festessens) gehaltene kurze Rede, die am Ende die Anwesenden auffordert, zu Ehren von jmdm., etw. aus den erhobenen Gläsern zu trinken
Beispiele:
einen Trinkspruch (auf jmdn., etw.) ausbringen, halten
etw. in einem Trinkspruch würdigen
Hoffnungen auf etw., gute Wünsche für jmdn., etw. in einem Trinkspruch ausdrücken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trinken · Trinker · Trinkgeld · Trinkspruch · betrinken · betrunken · ertrinken
trinken Vb. ‘Flüssigkeit zu sich nehmen’, ahd. trinkan (8. Jh.), mhd. trinken, asächs. drinkan, mnd. drinken, auch ‘ertrinken’, mnl. nl. drinken, afries. drinka, aengl. drincan, engl. to drink, anord. drekka, schwed. dricka, got. drigkan, germ. *drenkan. Gesicherte außergerm. Anknüpfungen fehlen. Zweifelhaft ist daher auch der Versuch, das gemeingerm. starke Verb als nasalierte Form mit aind. dhrájati ‘gleitet dahin, bewegt sich, fliegt’ zu verbinden und auf eine Wurzel ie. *dhreg̑- ‘ziehen, dahinziehen, gleiten, streifen’, ausgehend von einer Bedeutung ‘mit dem Mund ziehen, einen Zug machen’, zurückzuführen. Handelt es sich (nach de Vries Nl. 137) um ein Substratwort? Trinker m. ‘wer trinkt’, besonders ‘wer regelmäßig und zuviel Alkohol trinkt’, ahd. trinkāri (11. Jh.), mhd. trinkære, trinker ‘Trinker, Säufer’, Nomen agentis zum Verb. Trinkgeld n. ‘Geldsumme, die als Dank für erwiesene Dienste oder über den verlangten Preis hinaus (eigentlich zum Vertrinken) gegeben wird’, mhd. trincgelt ‘Zeche für Getränke, Zechschuld, Geld zum Vertrinken als Belohnung’; auch (seit 1. Hälfte 18. Jh.) ‘Entgelt, dessen Geringfügigkeit im Widerspruch zum geleisteten Dienst steht’. Trinkspruch m. ‘bei festlichem Anlaß vorgetragener Spruch bzw. kurze Rede, die mit einem gemeinsamen Schluck Alkohol bekräftigt wird’ (um 1800). betrinken Vb. reflexiv ‘sich durch Genuß von Alkohol berauschen’ (16. Jh.), mhd. betrinken ‘aus etw. trinken’; betrunken Part.adj. ‘stark berauscht’ (1. Hälfte 17. Jh.), älteres ↗trunken (s. d.) ablösend. ertrinken Vb. ‘im Wasser umkommen’, ahd. irtrinkan (9. Jh.), mhd. ertrinken, auch ‘austrinken, trinken’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Tischrede · ↗Toast · Trinkspruch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Essen Geburtstag Kaiser König Tischrede ausbringen ausführen folgend lauten wechseln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Trinkspruch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schleunigst pries er mit einem Trinkspruch "die Rechte der kleinen Nationen".
Der Spiegel, 11.01.1982
Noch endete das Essen mit einem Trinkspruch auf den Frieden!
o. A.: HARTE TISCHSITTEN ZWISCHEN STAATSMÄNNERN. In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1981]
Als Dame brauchst du für einen dir gebrachten Trinkspruch nur durch ein Verneigen zu danken.
Franken, Konstanze von [d.i. Stoekl, Helene]: Handbuch des guten Tones, Berlin: Hesse 1936, S. 152
Jemand stand auf, erhob sein Glas und brachte einen Trinkspruch aus.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 813
Der Trinkspruch schließt mit einem Hoch, in das alle einstimmen, die Herren laut, die Damen mit Maßen.
Schramm, Hermine [d.i. Meißner, Hermine]: Das richtige Benehmen in der Familie, in der Gesellschaft und im öffentlichen Leben. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 14674
Zitationshilfe
„Trinkspruch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Trinkspruch>, abgerufen am 13.11.2019.

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