Triebkraft, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungTrieb-kraft
WortzerlegungTriebKraft
eWDG, 1976

Bedeutung

treibende Kraft
a)
Fähigkeit, etw. in Bewegung zu setzen, anzutreiben
Beispiele:
eine Hefe von hoher Triebkraft
Hirschhornsalz entwickelt seine Triebkraft erst bei hoher Temperatur
Der Müller ... öffnet die Schleuse. Der Bach ist ganz schmal und hat wenig Triebkraft [OelfkenLogbuch191]
b)
Faktor von großer antreibender Wirkung
Beispiel:
die Triebkraft seines ganzen Handelns ist Liebe zu seinen Mitmenschen, großes Mitleid, Hilfsbereitschaft
Soziologie die sozialen Triebkräftein der objektiven gesellschaftlichen Entwicklung wurzelnde Handlungsursachen, die Gruppen, Schichten, Klassen von Menschen dazu bewegen, in einer bestimmten Richtung zu wirken
Beispiele:
die entscheidenden, wesentlichen, wichtigen Triebkräfte der sozialistischen Gesellschaft, gesellschaftlichen Aktivität, beim Aufbau des Sozialismus
die gesellschaftlichen, sittlichen, wirtschaftlichen, ökonomischen Triebkräfte
der sozialistische Wettbewerb ist eine wichtige Triebkraft
Die Rolle des ökonomischen Denkens als Triebkraft für volkswirtschaftlich effektives Handeln [Soziologie im Soz.212]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Trieb · triebhaft · Triebfeder · Triebkraft · Triebwagen
Trieb m. ‘(innere) antreibende Kraft, Schößling’, mhd. -trip (Genitiv -tribes) (in übertrip) ‘das Treiben des Viehs, Viehweide’, ablautende Abstraktbildung zu dem unter ↗treiben (s. d.) behandelten Verb, älteres ↗Trift (s. d.) im Hd. verdrängend. In seinen Verwendungen dem Gebrauch des Verbs folgend, zufrühst (heute noch landschaftlich) ‘das Treiben von Vieh’ (erhalten in Auftrieb zur Alm, Abtrieb von der Alm), auch ‘Weideland, Weiderecht’ und ‘kleines Triebrad’, ‘Eifer, Energie’ (1. Hälfte 16. Jh.), ‘maschineller Antrieb’ (Anfang 17. Jh.), ‘innerer Drang, Antrieb, Lust’ (Ende 17. Jh.), ‘Wachstum einer Pflanze, Sproß, Schößling, geschlechtliches Verlangen, Instinkt, das Treiben von Wild (bei einer Jagd), Abschnitt einer größeren Treibjagd’ (18. Jh.). triebhaft Adj. ‘sinnlich, leidenschaftlich’ (um 1900), älter ‘frisch, lebhaft, kräftig, blühend’ (Anfang 18. Jh.). Triebfeder f. ‘treibende Feder im Uhrwerk’, übertragen ‘innere treibende Kraft, Antrieb’ (18. Jh.), anfangs vereinzelt auch Treibfeder. Triebkraft f. ‘vorantreibende Kraft, Wachstumskraft in einer Pflanze’ (18. Jh.), zuvor Treibkraft (Mitte 17. bis Anfang 19. Jh.). Triebwagen m. ‘Schienenfahrzeug mit eigenem Antrieb’ (Anfang 20. Jh.), zuvor (Ende 19. Jh.) ‘mit einem Motor getriebener Wagen’, vgl. Triebkraftwagen für ‘Automobil’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Treibkraft · Triebkraft · treibende Feder · treibende Kraft  ●  ↗Motor  fig. · ↗Triebfeder  fig. · ↗Zugmaschine  fig. · ↗Zugpferd  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ehrgeiz Eigennutz Evolution Geschehen Globalisierung Handeln Innovation Sexualität Unbewußte bestimmend eigentlich elementar entscheidend erotisch freisetzen geheim geschichtlich inner irrational machtvoll maßgeblich mächtig nachspüren revolutionär rhythmisch sexuell unbewußt verborgen wesentlich ökonomisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Triebkraft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sein Interesse gilt vielmehr den Verschränkungen anscheinend voneinander geschiedener historischer Triebkräfte.
Der Tagesspiegel, 23.03.1999
Die Suche nach der Triebkraft für diese Verteilung beschäftigt Wissenschaftler schon seit einiger Zeit.
Süddeutsche Zeitung, 05.06.1996
Das Handwerk wurde so zu einer wesentlichen Triebkraft der Ereignisse von 1848.
Wittmann, Reinhard: Geschichte des deutschen Buchhandels. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1991], S. 3174
Hier, im täglichen Kampf ums Dasein, prallen noch die ursprünglichen Triebkräfte aufeinander.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 438
Die Triebkraft erfolgt durch seitliches Zusammenschlagen ihrer senkrecht stehenden Flächen.
Lucanus, Friedrich von: Im Zauber des Tierlebens, Berlin: Wegweiser-Verl. 1926 [1926], S. 83
Zitationshilfe
„Triebkraft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Triebkraft>, abgerufen am 17.10.2019.

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