Trichter, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Trichters · Nominativ Plural: Trichter
Aussprache
WorttrennungTrich-ter
Wortbildung mit ›Trichter‹ als Erstglied: ↗Trichterfeld · ↗Trichterling · ↗trichterförmig
 ·  mit ›Trichter‹ als Letztglied: ↗Ansaugtrichter · ↗Bombentrichter · ↗Erdtrichter · ↗Grammofontrichter · ↗Grammophontrichter · ↗Granattrichter · ↗Schalltrichter · ↗Schlammtrichter · ↗Sprechtrichter
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
kegelförmiges, hohles Gerät
a)
mit einem Abflussrohr am spitzen Ende, das zum Eingießen von Flüssigkeiten in enge Öffnungen dient
Beispiele:
ein Trichter aus Metall, Glas, Kunststoff
Obstsaft durch einen, mit einem Trichter in Flaschen einfüllen
b)
zum Verstärken des Schalls, Schalltrichter
Beispiele:
durch einen Trichter rufen, sprechen, Kommandos geben
er legte die Hände als Trichter an den Mund
c)
sich erweiterndes Ende eines Blechblasinstruments, aus dem der Ton austritt
Beispiel:
der Trichter einer Posaune
2.
meist durch den Einschlag schwerer Geschosse erzeugte, runde Vertiefung im Erdboden, die oben breit ist und sich nach unten verjüngt
Beispiele:
eine flacher, tiefer, großer, frischer Trichter
ein Trichter von zehn Meter Durchmesser
ein mit Schlamm, Wasser gefüllter Trichter
der Trichter eines Vulkans
Und wo das Lagerhaus gestanden war ... gähnte ein riesiger Trichter [AichingerHoffnung155]
3.
salopp, übertragen
Beispiele:
jmdn. auf den (richtigen) Trichter bringen (= jmdm. mit einem Hinweis zu einer Erkenntnis verhelfen)
jetzt bin ich (endlich) auf den Trichter gekommen (= habe ich endlich den richtigen Weg gefunden)
er ist auf den Trichter (= Einfall, Idee) gekommen, die Sache so durchzuführen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Trichter · eintrichtern
Trichter m. kegelförmiges Gerät mit Abflußrohr zum Eingießen von Flüssigkeiten in enge Öffnungen. Ahd. trahtāri, -eri, trehtāri, -eri (11. Jh.), trihteri (Hs. 12. Jh.), mhd. trihter, spätmhd. trahter, frühnhd. trehter und mnd. trechter, mnl. trachter, trechter, nl. trechter, aengl. trachter sind Entlehnungen aus spätlat. trāiectōrium n. ‘Trichter’, einem Ausdruck der römischen Weinkultur, eigentlich ‘Gerät zum Hinüberschütten’, zu lat. trāicere (trāiectum) ‘hinüberwerfen, -bringen, übersetzen, aus einem Gefäß in ein anderes gießen’; vgl. lat. iacere ‘werfen, schleudern, verbreiten’. Der Vokalübergang im Dt. von a über Umlaut-e zu i ist ungeklärt. Die übertragene Bedeutung ‘Gerät, durch das man dem Menschen einen geistigen Inhalt eingießt’ begegnet zuerst zu Anfang des 16. Jhs.; dazu Nürnberger Trichter nach dem 1647 zu Nürnberg erschienenen Poetischen Trichter von Harsdörfer. eintrichtern Vb. ‘Flüssigkeit durch einen Trichter einfüllen’ (16. Jh.), ‘jmdm. etw. mühsam beibringen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Erdfall · ↗Kessel · ↗Krater · Trichter
Unterbegriffe
  • Pitkrater · Schachtkrater
  • Erdabsturz · Erdfalltrichter
  • Vulkantrichter  ●  ↗Caldera  spanisch
Synonymgruppe
Beschleuniger · Bierbong · Bierrutsche · Bierstürzer · Trichter  ●  Saufmaschine  selten
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Flasche Graben Grammophon Leibeshöhle Mund Nürnberger Pfeil Rohr Schlauch Trichter auffangen auftun flach formen füllen gefüllt gewaltig gießen gläsern kippen klaffen metallen poetisch riesig schaufeln schütten tief ungeheuer verspiegelt zulaufen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Trichter‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nachdem es drei Jahre lang abgekühlt war, öffneten die Wissenschaftler den Trichter.
Süddeutsche Zeitung, 21.01.2003
Schon von weitem ist zwischen den Bergen ein Trichter erkennbar, durch den sich die Straße schlängelt.
Die Zeit, 08.05.1987, Nr. 20
Der Trichter, den der Mond im Kommen bildete, sog alles in sich ein.
Benjamin, Walter: Berliner Kindheit um Neunzehnhundert. In: Tiedemann, Rolf u. Schweppenhäuser, Hermann (Hgg.), Gesammelte Schriften Bd. 4,1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1932-1938], S. 293
Still hocke ich mich in einen Trichter und versuche mich zu orientieren.
Remarque, Erich Maria: Im Westen nichts Neues, Berlin: Propyläen 1929, S. 204
Ein Stück weiter saßen zwei in einem Trichter an die Wand gelehnt, auch tot.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 234
Zitationshilfe
„Trichter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Trichter>, abgerufen am 22.10.2019.

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