Trauer, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Trauer · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungTrau-er (computergeneriert)
Grundformtrauern
Wortbildung mit ›Trauer‹ als Erstglied: ↗Trauerakt · ↗Traueranzeige · ↗Trauerarbeit · ↗Trauerband · ↗Trauerbeflaggung · ↗Trauerbirke · ↗Trauerbotschaft · ↗Trauerbrief · ↗Trauerente · ↗Traueresche · ↗Trauerfahne · ↗Trauerfall · ↗Trauerfeier · ↗Trauerfeierlichkeit · ↗Trauerflor · ↗Trauergast · ↗Trauergefolge · ↗Trauergeleit · ↗Trauergemeinde · ↗Trauergesang · ↗Trauergesellschaft · ↗Trauergottesdienst · ↗Trauerhalle · ↗Trauerhaus · ↗Trauerhilfe · ↗Trauerjahr · ↗Trauerkarte · ↗Trauerkleid · ↗Trauerkleidung · ↗Trauerkloß · ↗Trauerkondukt · ↗Trauerkranz · ↗Trauerkundgebung · ↗Trauermantel · ↗Trauermarsch · ↗Trauermiene · ↗Trauermusik · ↗Trauernachricht · ↗Trauerparte · ↗Trauerpost · ↗Trauerrand · ↗Trauerrede · ↗Trauerredner · ↗Trauersang · ↗Trauerschleier · ↗Trauerschwan · ↗Trauerspiel · ↗Trauerstaat · ↗Trauertag · ↗Trauerweide · ↗Trauerzeit · ↗Trauerzirkular · ↗Trauerzug · ↗traurig
 ·  mit ›Trauer‹ als Letztglied: ↗Halbtrauer · ↗Hoftrauer · ↗Landestrauer · ↗Staatstrauer
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
tiefer, seelischer Schmerz, besonders um einen Verstorbenen
Beispiele:
die Trauer um einen verstorbenen Angehörigen
Trauer erfüllte sie, ihr Herz
Trauer überkam sie
tiefe Trauer empfinden
gehoben der Tod des Kindes hat sie in tiefe Trauer versetzt
in tiefer Trauer gab sie den Tod ihres Mannes bekannt
Betrübnis, Kummer
Beispiele:
er war voller Trauer über diesen Wortbruch
Trauer haben (= um einen verstorbenen Angehörigen trauern)
Ich wollte ihm meine Trauer über seine Trunksucht zeigen [AndresLiebesschaukel149]
Es war keine Freude in diesem »Ja«, aber auch keine Trauer [St. ZweigUngeduld171]
2.
Trauerkleidung
Beispiele:
Trauer tragen, anlegen
in Trauer gehen
3.
Trauerzeit
Beispiele:
ihre Trauer dauerte über ein ganzes Jahr
während der Trauer ging sie nie aus
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trauern · Trauer · traurig · Trauerspiel
trauern Vb. ‘seelischen Schmerz empfinden, betrübt, ernst sein, Trauerkleidung tragen’, ahd. trūrēn (9. Jh.), mhd. trūren ‘traurig, ernst, nachdenklich sein’, aus dem Hd. entlehnt mnd. trūren, trōren, mnl. trōren, treuren, nl. treuren; vgl. Frings/M. Germania Romana 1 (1966) 21. Geht man daher von anlautendem germ. dr- aus, können als Verwandte asächs. driosan ‘fallen’, aengl. drēosan ‘fallen, sinken’, got. driusan ‘fallen’ sowie aengl. drūsian ‘kraftlos herabsinken, langsam, träge werden’ und ahd. trōr ‘Blut, tropfende Flüssigkeit’, asächs. drōr ‘fließendes Blut’ angesehen werden. Das ermöglicht eine Rückführung auf ie. *dhreus-, dehnstufig *dhrēus-, wozu vielleicht griech. thrá͞uein (θραύειν) ‘zerbrechen, zermalmen, entkräften’, das als s-Erweiterung der unter ↗triefen (s. d.) genannten Wurzel ie. *dhreu- ‘zerbrechen, zerbröckeln’ gelten kann. Als Ausgangsbedeutung für trauern ergibt sich ‘den Kopf sinken lassen’ oder ‘die Augen niederschlagen’ als Trauergebärde (in diesem Sinne wohl ahd. trūrēn bei Otfrid). Bis ins 18. Jh. ist trauren die übliche Form, trauern entsteht unter Einfluß des Substantivs Trauer, zunächst in der 2. und 3. Pers. Präs. trauerst, trauert. Trauer f. ‘tiefer seelischer Schmerz, besonders um einen Verstorbenen, Trauerkleidung’, mhd. (selten) trūre, triure, Rückbildung aus dem Verb; erst seit dem 17. Jh. geläufig. traurig Adj. ‘von Trauer erfüllt, bekümmert, schmerzlich, beklagenswert, armselig, erbärmlich’, ahd. trūrag (um 1000), mhd. trūrec, trūric; vgl. ablautend aengl. drēorig ‘blutig, schmerzlich, traurig’, engl. dreary ‘traurig’. Trauerspiel n. ‘Theaterstück mit tragischem Ausgang’ (um 1630) für Tragödie, zuerst Trauerspielschreiber (Opitz), wohl gebildet nach älterem Lustspiel.

Thesaurus

Synonymgruppe
Betroffenheit · Trauer · ↗Traurigkeit
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Trauer... · Trauern
Synonymgruppe
Gram · ↗Kummer · Trauer

Typische Verbindungen
computergeneriert

Erinnern Gedenken Ort

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Trauer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Fehlt Ihnen nicht manchmal die Nähe, ein Platz zum Trauern?
Bild, 23.12.2003
Ihm sei an diesem Tag nicht nach Feiern, sondern nach Trauern zu Mute.
Der Tagesspiegel, 09.11.1999
Dem Bericht zufolge hat sich das Paar über die Art des Trauerns entzweit.
Die Welt, 20.06.2003
Wir sind da eher high als down. Das Tanzen liegt näher als das Trauern “(Falcke).
Die Zeit, 26.06.1987, Nr. 27
Solange es noch Überlebende gibt, solange sich Großväter, Väter und Söhne dazu zusammenfinden können, ist Trauern noch möglich.
Süddeutsche Zeitung, 11.02.1995
Zitationshilfe
„Trauer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Trauer>, abgerufen am 22.04.2019.

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