Totenbuch, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Totenbuch(e)s · Nominativ Plural: Totenbücher
WorttrennungTo-ten-buch
WortzerlegungToteBuch
DWDS-Vollartikel, 2016

Bedeutungen

1.
Verzeichnis Verstorbener, Sterberegister
Beispiele:
Kirchenbücher – Tauf-, Ehe- und Totenbücher – gelten auch nach Einführung der staatlichen Standesämter im 19. Jahrhundert als eine zentrale Quelle für die Familienforschung […]. [bizmarc.wordpress.com, 21.03.2015]
Im Totenbuch des Konzentrationslagers Mauthausen ist die Ermordung von Karl Rupitsch akribisch vermerkt: »Rupitsch Karl, 17. 11. 1910, Mühlbach. Auf Befehl des Reichsführers SS – erhängt. […]« [Der Standard, 22.03.2012]
Der erste Band beginnt mit dem 5. September 1733, Wielands Geburtstag, der dritte endet mit dem Eintrag ins Totenbuch der Stadtkirche Weimar über Tod, Beerdigung und Totenfeier am 26. Januar 1813[…]. [Die Zeit, 06.01.1989, Nr. 02]
spezieller Auflistung Verstorbener, um ihrer zu gedenken oder an sie zu erinnern
Beispiele:
Memorial- oder Totenbücher bildeten die Grundlage der gottesdienstlichen Fürbitte für die Armen Seelen […]. [Lampe, W.: Kirchenbücher. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000, S. 17260. Zitiert nach: Lampe, W.: Kirchenbücher. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Bd. 3, Tübingen: Mohr 1959]
Das ZZF [Zentrum für zeitgeschichtliche Forschung] will nun ein Totenbuch der Maueropfer herausgeben. Ob dieses Vorhaben mehr ist als Berliner Symbolpolitik, wird sich an der Bereitschaft des Bundes zeigen, auch die Zählung der anderen Grenztoten der DDR, die nicht spektakulär in der ostdeutschen Hauptstadt ums Leben kamen, zu finanzieren. [Die Zeit, 16.06.2006, Nr. 34]
übertragen Das Totenbuch der Populärmusik ist beinahe schon so dicht gepackt wie der Heiligenkalender übers Kirchenjahr. RockʼnʼRoll fordert Menschenopfer, so scheint es. [Süddeutsche Zeitung, 03.04.2000]
2.
Religion Buch, das im Zusammenhang mit einem religiösen Totenkult verwendet wird
Beispiele:
Das sogenannte Totenbuch der Ägypter war in Wirklichkeit kein Buch, sondern eine vielfach veränderte Sammlung von rund 200 Zaubersprüchen und religiösen Formeln, die den Verstorbenen auf dem Weg ins Jenseits begleiten, instruieren und schützen sollte. […] Jeder Verstorbene von Rang besass sein eigenes Totenbuch, und keines glich dem anderen. [Neue Zürcher Zeitung, 30.12.2010]
Hinzu kommt, daß schriftliche Quellen – etwa die legendären, auf Leinen geschriebenen »Totenbücher« der Etrusker – ohnedies kaum überliefert sind. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.05.2003]
Das Totenbuch […] stammt aus dem achten Jahrhundert unserer Zeitrechnung, wurde niedergeschrieben vom Gründer des Lamaismus[…] und intendiert nichts Geringeres als eine Führung des Leichen-Ich durch »die neunundvierzig Tage zwischen Tod und Wiedergeburt«. [Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 3, Berlin: Aufbau-Verl. 1956]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: das ägyptische, altägyptische, tibetanische, tibetische Totenbuch
als Genitivattribut: ein Kapitel des Totenbuchs
Zitationshilfe
„Totenbuch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Totenbuch>, abgerufen am 23.07.2019.

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