Tortelett, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Torteletts · Nominativ Plural: Tortelett(e)s
Aussprache
WorttrennungTor-te-lett
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2017

Bedeutung

kleiner Tortenboden aus Mürbe-, auch Blätter- oder Hefeteig mit meist höherem Rand, der mit Obst belegt, mit Creme gefüllt oder auch mit pikanten Füllungen versehen werden kann
Beispiele:
Auf einem Dessert-Wagen [im Restaurant] stehen noch zahllose Torten, Eclairs, Torteletts, die wiederum die erfüllten Träume jedes Nachspeisen-Fans sind. [Welt am Sonntag, 30.01.2000]
Zu den Vorspeisen [in dem mexikanischen Restaurant] zählen Kompositionen wie […] »Thunfisch-Stern mit Gemüse-Serpentinen und pikantem Aioli-Regen« oder »Huazontle im Tortelett mit Zimt-Pasilla und Gewürzen«; Huazontle ist eine Pflanze und Pasilla eine Chili-Art. [Süddeutsche Zeitung, 13.01.2012]
Geeignet für ein Picknick sind zum Beispiel Hühnerschlegel, belegte Brote, Aufstriche, Tortelettes, Gemüsesalate oder Rohkost. [Der Standard, 20.07.2010]
Ist gerade Kaffeezeit [und es kommen unerwartet Gäste], so gehen wir an die Dose mit den Butterkeksen oder füllen geschwind ein paar Torteletts […] mit dem Inhalt eines Weckglases. Eingemachte Erdbeeren, Pfirsiche oder Kirschen werden in ein Sieb oder einen Durchschlag gefüllt. Darin tropfen sie rasch ab und sind im Handumdrehen in die Torteletts gelegt. [Weber, Annemarie (Hg.), Die Hygiene der Schulbank, Wiesbaden: Falken-Verl. 1955, S. 162]
Pietro erschien als Retter mit einer neuen Flasche Wein und einem Teller mit jenen Torteletts, die sie schon in manchen Schaufenstern gesehen hatte: flache, wie angeröstet aussehende Brotscheibchen, auf die etwas rötliche Paste gestrichen war, in der als silbrige Diagonale ein wohlgewürztes Fischlein klebte. [Berliner Zeitung, 02.03.1955]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Torte · Törtchen · Tortelette · Tortelett
Torte f. ‘rundes, mehrschichtiges Feingebäck mit Füllung und Garnierung’ (Anfang 16. Jh., bis ins 18. Jh. auch Tarte, Turte, Dorte), niederrhein. tarte (15. Jh., vgl. mnl. taerte, nl. taart), entlehnt aus gleichbed. afrz. mfrz. tarte, tartre (frz. tarte) und afrz. torte ‘grobes Gebäck, grobes (rundes) Brot’, mfrz. tourte ‘Fleisch-, Fischpastete’ (frz. tourte auch ‘Gebäck mit Früchten oder Konfitüre’, ferner ‘Ölkuchen’), teilweise vielleicht auch aus ital. torta ‘grobes oder süßes Gebäck, Kuchen, Torte’. Die roman. Formen gehen auf spätlat. tōrta ‘flaches rundes Brot’ (afrz. tarte, tartre wohl zusätzlich beeinflußt von spätlat. *tartarum ‘angebackene Kruste’, eigentlich ‘Weinstein’, vgl. mlat. tartarum ‘Weinstein’, spätlat. tartarālis ‘mit Weinstein eingerieben’) zurück, dessen Herleitung unsicher ist. Eine Deutung ‘gewundenes Gebäck’ als substantiviertes Femininum des Part. Perf. von lat. torquēre (tortum) ‘drehen, wenden, winden, martern’ (s. ↗Tortur) leuchtet semantisch ein, setzt aber eine Sonderentwicklung von lat. o (vor r mit nachfolgendem Konsonanten) zu vlat. ō voraus; vgl. FEW 13, 2, 113. Corominas 4, 510 f. nimmt dagegen spätlat. Übernahme von kontrahiertem griech. *tōrtídion (*τὠρτίδιον) bzw. *tartídia (*τἀρτίδια) aus griech. tó artídion (τὸ ἀρτίδιον) ‘das kleine Brot’, Plur. tá artídia (τὰ ἀρτίδια), an. Törtchen n. ‘kleines, rundes oder viereckiges, mit Früchten, Creme oder Quark gefülltes Feingebäck’ (Mitte 19. Jh.). Tortelette f. heute meist Tortelett n. ‘Törtchen, kleiner Mürbeteigboden zum Füllen’ (Anfang 19. Jh.), nach mfrz. frz. tartelette, tourtelette, afrz. tartelete ‘Törtchen’ (vgl. afrz. tortelet, mfrz. tourtelet ‘kleines rundes Gebäck, kleines Brot’).
Zitationshilfe
„Tortelett“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Tortelett>, abgerufen am 15.10.2019.

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