Torfmull, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungTorf-mull (computergeneriert)
WortzerlegungTorfMull1
eWDG, 1976

Bedeutung

getrockneter, krümeliger Torf, der zur Bodenverbesserung und als Einstreu verwendet wird
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Müll · Torfmull · Gemüll
Müll m. ‘Haushaltsabfall, Unrat’, ahd. mulli ‘Abfall, Kehricht’ (11./12. Jh.), mhd. mulle, mul, mnd. mül ‘Staub’, nd. Mull, Müll ‘lockere Erde’ (die umlautlose Form schriftsprachlich in Torfmull m.), nl. mul ‘feine Erde, Sand’, aengl. myl ‘Staub’ gehören wie die Kollektivbildung ahd. gimulli ‘Staub, Schutt’ (9. Jh.), mhd. gemülle, gemül ‘das durch Zerreiben, Zermalmen Entstandene, Staub, Kehricht’, nhd. Gemüll n. und die Verben ahd. mullen (8./9. Jh.), mhd. müllen, müln ‘zerstoßen, zermalmen’, anord. mylja ‘zerreiben, vermahlen’ als schwundstufige Formen zu der unter ↗mahlen (s. d.) angeführten Wurzel ie. *mel(ə)- ‘zermalmen, schlagen, mahlen’. Erst im 18. Jh. wird das bis dahin nur im Nordd. übliche Müll in die hd. Schriftsprache aufgenommen. Moderne Bildungen dazu sind Mülleimer (19. Jh.), Müllabfuhr, Müllschlucker (20. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gemisch Lauberde Mischung Sand feucht

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Torfmull‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Manchmal ließen wir unsere drei Panzer gleichzeitig über den Torfmull klettern.
Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff, München: Hanser 1971 [1971], S. 89
Infolge der guten Wasserhaltefähigkeit des Torfmulls ist es nicht notwendig, ein wasserdichtes Becken herzustellen.
o. A.: Ratgeber für den Feingemüsebau im Freiland, Berlin: VEB Dt. Landwirtschaftsverl 1962, S. 46
Nach dem Entfernen der untersten Blätter steckt man sie in ein Gemisch aus Torfmull und Sand zu gleichen Teilen.
Der Tagesspiegel, 21.02.2004
Auch das Auspflanzen in reinen, mit Nährstoffen angereicherten Torfmull ist möglich.
Reinhardt Höhn, Blumen für den Balkon: Berlin: VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag 1976, S. 20
Wieder fiel das Fallbeil herunter und ein Kopf flog in den Korb, dann streute der Henker Torfmull darauf.
Kreuder, Ernst: Die Gesellschaft vom Dachboden, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1978 [1946], S. 36
Zitationshilfe
„Torfmull“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Torfmull>, abgerufen am 27.06.2019.

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