Torf, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Torf(e)s · Nominativ Plural: Torfe/Törfe
Aussprache
Wortbildung mit ›Torf‹ als Erstglied: ↗Torfbrikett · ↗Torfkopf · ↗Torfmoor · ↗Torfmoos · ↗Torfmull · ↗Torfnase · ↗Torfstich · ↗Torfstreu · ↗Torfstück · ↗torfartig
 ·  mit ›Torf‹ als Grundform: ↗torfig · ↗vertorfen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
nur im Singular
Moorboden, der aus zersetzten Pflanzenteilen besteht
Beispiel:
im Torf wimmelte es von Schlangen
2.
Pl. -e
Pl. Törfe
Brennstoff, der aus 1 gewonnen wird
Beispiele:
Torf graben, stechen
Torf (mit dem Spaten, Bagger) ausheben
den Torf pressen, trocknen, aufschichten
mit Torf heizen
[Waldmann] kletterte über die Törfe [LönsMümmelmann4,89]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Torf m. durch Zersetzung von pflanzlichen Substanzen entstandener dunkler Boden, ein nd. Wort, das in der 2. Hälfte des 16. Jhs. in die Literatursprache aufgenommen wird. Für die germ. Wortgruppe ahd. turf ‘ausgeschnittenes Rasenstück’ (um 900), asächs. turf ‘Rasen’, mnd. torf ‘ausgeschnittenes Rasenstück, Torf’, mnl. torf, turf ‘Torf, Rasen(stück)’, nl. turf ‘Torf’, aengl. engl. turf ‘Rasen(stück)’, anord. torf ‘Rasen(stück), Torf’, torfa ‘Rasen(stück), Erdscholle’, schwed. torv ‘Torf, Rasen’ macht Drosdowski in: Forschungen u. Fortschr. 31 (1957) 341 eine Bedeutung ‘Rasenstück, Sode, Rasen’ wahrscheinlich, die sich sekundär zu ‘(unter dem Rasen befindliches) ausgestochenes Torfstück (als Brennmaterial)’ weiterentwickelt habe. Er verbindet damit russ. derbá (дерба) ‘Brachland, Rodeland, Rasen’, derbovát’ (дербовать) ‘vom Moose, Rasen säubern’, atschech. tschech. drbati ‘kratzen, reiben’. Auszugehen ist von einer Labialerweiterung der Wurzel ie. *der(ə)- ‘schinden, (ab)spalten’ (s. ↗trennen, ↗zerren), wozu auch russ.-kslaw. dьrnъ, russ. dërn (дёрн) ‘Rasen(stück)’, tschech. drn, poln. darń. Zum Kompositum Torfmull s. ↗Müll.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abbau Braunkohle Erde Geruch Holz Kies Kohle Kompost Mischung Moor Sand Schlick Steinkohle Stroh Ton abbauen auslegen brennen feucht riechen stechen verbrennen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Torf‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er wurde 1930 nach einem Gebiet benannt, in dem Torf gestochen wurde.
Bild, 05.10.2002
Der Torf ist naß, kalt und schwer - in die unterste Sode mußt du voll reingreifen, sonst fällt sie auseinander.
konkret, 1982
Wer im Torf vom Nebel überrascht wird, sollte sieben Türme zusätzlich aufschichten.
Lenz, Siegfried: Heimatmuseum, Hamburg: Hoffmann und Campe 1978, S. 262
Die bekannteste Form ist der Torf, eine lockere, leichte, schwärzliche oder schwarzbraune Masse von Pflanzenresten, vornehmlich Moosen.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 12
Trockener Torf nimmt Wasser nur sehr schwer und nur sehr langsam wieder auf.
Reinhardt Höhn, Blumen für den Balkon: Berlin: VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag 1976, S. 82
Zitationshilfe
„Torf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Torf>, abgerufen am 19.10.2019.

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