Tonbild, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Tonbild(e)s · Nominativ Plural: Tonbilder
WorttrennungTon-bild
WortzerlegungTon1Bild
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2017

Bedeutungen

1.
Lichtbild (Lesart 2), Dia mit gleichzeitig laufendem, synchronisiertem Ton1 (Lesart 1 c)
Beispiel:
Die Diözesen Augsburg und Regensburg haben zum Schulbeginn wieder einen neuen, gemeinsamen Katalog ihrer Medienzentralen aufgelegt. Auf 500 Seiten sind mehr als 5000 Filme, Videos, Tonbilder und Diaserien, die für den Religionsunterricht und die Bildungsarbeit in Pfarreien und Verbänden ausgeliehen werden können, aufgeführt. [Süddeutsche Zeitung, 08.10.1997]
2.
Film, historisch kurzer Film, der in der Frühzeit des Kinos von speziell für diesen Film produzierten Grammophonplatten akustisch begleitet wurdeQuelle: DWDS, 2017
Beispiele:
Kurze »Tonbilder« waren in den 1900er- und 1910er-Jahren ein regelmäßiger Bestandteil von Kinoprogrammen. Allein in Deutschland wurden zwischen 1903 und 1913 1.500 solcher Tonbilder produziert. Sie zeigten meist populäre Bühnenstars […] beim Singen, Tanzen und Späße-Machen. [Der Standard, 20.07.2015]
Bereits um 1903 bis 1912 gab es die sogenannten »Tonbild«-Filme, die den Ton einer Schallplatte »illustrierten«. Der Tonfilm, der den zugehörigen Ton auf demselben Streifen wie die Bilder trägt, ist in gewissem Sinne eine Fortsetzung dieser Tonbilder. [Neue Zürcher Zeitung, 24.02.2006]
Der deutsche Filmpionier Oskar Meßter begründete um 1908 die Mode der Tonbilder: Kostümierte Sänger standen vor gemalter Kulisse und bewegten den Mund zu den Klängen von Grammophonplatten, die synchron zum Film hinter der Leinwand abgespielt wurden. [konkret, 2000 [1982]]
Bei der Filmvorführung wurden diese etwa 60 m langen Stummfilme, die Tonbilder hießen, wieder mit der Musik der Schallplatte, zu der sie gedreht waren, gezeigt. [Ulner, Martin u. Nick, Edmund: Filmmusik. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1955], S. 22562]
Wie schon der Name »Biotophon-Theater« sagte, war hier eine frühe Stätte des seit 1902 bereits in Deutschland üblich gewordenen Tonbildes entstanden. Durch Gleichschalten von Filmband und Phonographen erreichte man bei den damals primitiven Ansprüchen des Publikums an die Filmtechnik eine Wirkung, die dem ersten Tonfilm der heutigen Zeit mindestens gleichkam. [Kriegk, Otto: Der deutsche Film im Spiegel der Ufa, Berlin: Ufa-Buchverl. 1943, S. 7]
3.
Gesamteindruck eines musikalischen Werks, Klangbild; Gesamteindruck von Musik, Gesang, Bühnenbild, Tanz, z. B. in der Oper oder im BallettQuelle: DWDS, 2017
Beispiele:
Die Oper »Katja Kabanova« von Leoš Janáček, um 1920 komponiert, ist ein Schock in Klängen. Simon Rattle und die Staatskapelle Berlin bringen sie zum Glühen und Lodern. Schon die ersten Takte des Vorspiels lassen hoffnungslose, dabei beklemmend energiegeladene Tonbilder entstehen, Klangmotivbrocken im düsteren b-Moll, die den Hörer niederdrücken. [Süddeutsche Zeitung, 27.01.2014]
Alle Instrumente stimmen mit den Schritten und Schreien der tanzenden Frauen und den sanften und sonoren Stimmen der singenden Männer einen Dialog an, der ein einziges Tonbild ergibt. [Süddeutsche Zeitung, 22.06.2004]
übertragen Der Zugang in die Funkarchive förderte Originalreportagen aus den USA, die Stimmen der Dichter, hochinteressante Tonbilder der Zeit hervor[…]. [Berliner Zeitung, 06.02.2001]
Dabei bediente er [der Komponist Joseph Haas] sich keiner vorher zusammengebrauten Rezepte: er ließ Charaktere und dramatische Situationen auf sich wirken, gewann aus diesen reich gegliederte musikalische Formen und jene Mannigfaltigkeit der Tonbilder, die der Oper den Reiz der Abwechslung verleihen, ließ Ernst und Humor, Glaubensinnigkeit und Lebensfeude harmonisch ineinander überspielen und bildete musikalische Charaktere von Kontur und Plastik bis in die Nebenfiguren hinein[…]. [Fath, Rolf: Werke – T. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 2490]
Der Dirigent, gefeierter Gast internationaler Musikzentren, gilt als einer der führenden Interpreten barocker Musik in Europa. Seine musikalische Auffassung ist von dem Versuch gekennzeichnet, zu den Quellen barocker Aufführungspraxis zurückzukehren, dem historischen Tonbild so nahe wie möglich zu kommen. [Neues Deutschland, 25.02.1985]
Weit feinsinniger ist das Poème op. 25 für [Violine und Orchester] […] von E. Chausson (1896), ein berückendes Tonbild, das C. Francks Harmonik mit impressionistischen Farben verbindet. [Schwarz, Boris: Violinmusik. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1966], S. 78341]
Zitationshilfe
„Tonbild“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Tonbild>, abgerufen am 18.04.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Tonbezeichnung
Tonbehälter
Tonbank
Tonbandvortrag
Tonbandspule
Tonbildung
Tonblende
Tonboden
Tondauer
Tondichter