Tier, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Tier(e)s · Nominativ Plural: Tiere
Aussprache
Wortbildung mit ›Tier‹ als Erstglied: ↗Tierabdruck · ↗Tierart · ↗Tierarzt · ↗Tierbalg · ↗Tierbesatz · ↗Tierbestand · ↗Tierbild · ↗Tierbuch · ↗Tierbändiger · ↗Tierchemie · ↗Tierchen · ↗Tierdarstellung · ↗Tierdressur · ↗Tierexperiment · ↗Tierfamilie · ↗Tierfang · ↗Tierfell · ↗Tierfett · ↗Tierfilm · ↗Tierform · ↗Tierfraß · ↗Tierfreund · ↗Tierfährte · ↗Tierfänger · ↗Tiergarten · ↗Tiergattung · ↗Tiergehege · ↗Tiergeschichte · ↗Tiergesundheit · ↗Tiergruppe · ↗Tiergärtner · ↗Tierhaar · ↗Tierhalter · ↗Tierhaltung · ↗Tierhaut · ↗Tierheilkunde · ↗Tierheim · ↗Tierkadaver · ↗Tierkalender · ↗Tierkind · ↗Tierklinik · ↗Tierkopf · ↗Tierkreis · ↗Tierkult · ↗Tierkunde · ↗Tierkäfig · ↗Tierlaus · ↗Tierlaut · ↗Tierleben · ↗Tierleiche · ↗Tierlein · ↗Tierliebe · ↗Tiermaler · ↗Tiermalerei · ↗Tiermaske · ↗Tiermedizin · ↗Tiermediziner · ↗Tiermehl · ↗Tiermodell · ↗Tiermutter · ↗Tiernahrung · ↗Tierpark · ↗Tierpflege · ↗Tierpfleger · ↗Tierpflegerin · ↗Tierphysiologie · ↗Tierplastik · ↗Tierproduktion · ↗Tierpsychologe · ↗Tierpsychologie · ↗Tierquäler · ↗Tierquälerei · ↗Tierrasse · ↗Tierrecht · ↗Tierreich · ↗Tierreservat · ↗Tierschau · ↗Tierschinder · ↗Tierschutz · ↗Tierschützer · ↗Tierserum · ↗Tierseuche · ↗Tiersoziologie · ↗Tiersprache · ↗Tierspur · ↗Tierstaat · ↗Tierstamm · ↗Tierstimme · ↗Tierstreu · ↗Tiertransport · ↗Tierversuch · ↗Tierwelt · ↗Tierwärter · ↗Tierzucht · ↗Tierzüchter · ↗Tierökologie · ↗tierexperimentell · ↗tierhaft · ↗tierisch · ↗tierlieb · ↗tiermedizinisch · ↗tierreich · ↗tierärztlich
 ·  mit ›Tier‹ als Letztglied: ↗Alphatier · ↗Alttier · ↗Arbeitstier · ↗Beuteltier · ↗Beutetier · ↗Blumentier · ↗Borstentier · ↗Drecktier · ↗Dusseltier · ↗Dönertier · ↗Einzeltier · ↗Elentier · ↗Fabeltier · ↗Faultier · ↗Flattertier · ↗Fledertier · ↗Geißeltier · ↗Geißeltierchen · ↗Gewohnheitstier · ↗Gifttier · ↗Grabtier · ↗Grautier · ↗Großtier · ↗Gummitier · ↗Gürteltier · ↗Haustier · ↗Herdentier · ↗Horntier · ↗Huftier · ↗Jungtier · ↗Kerbtier · ↗Kleintier · ↗Kloakentier · ↗Krabbeltier · ↗Krebstier · ↗Kriechtier · ↗Kuscheltier · ↗Landtier · ↗Lasttier · ↗Leittier · ↗Lieblingstier · ↗Maultier · ↗Meerestier · ↗Moschustier · ↗Muffeltier · ↗Murmeltier · ↗Muttertier · ↗Nachttier · ↗Nagetier · ↗Nesseltier · ↗Opfertier · ↗Pelztier · ↗Plüschtier · ↗Raubtier · ↗Reittier · ↗Rentier1 · ↗Sagentier · ↗Saumtier · ↗Schalentier · ↗Schaltier · ↗Schlachttier · ↗Schlaftier · ↗Schmaltier · ↗Schmarotzertier · ↗Schnabeltier · ↗Schuppentier · ↗Spinnentier · ↗Stinktier · ↗Stofftier · ↗Säugetier · ↗Tagtier · ↗Tragetier · ↗Tragtier · ↗Trampeltier · ↗Untier · ↗Urtier · ↗Vatertier · ↗Versuchstier · ↗Waltier · ↗Wappentier · ↗Wassertier · ↗Weichtier · ↗Wildtier · ↗Wirbeltier · ↗Wundertier · ↗Zootier · ↗Zuchttier · ↗Zugtier
 ·  mit ›Tier‹ als Grundform: ↗Tierheit · ↗vertieren  ·  formal verwandt mit: ↗Aufgusstierchen · ↗Glockentierchen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Lebewesen, das beweglicher, reizbarer, innerlich stärker gegliedert ist als die Pflanze, im Unterschied zu den grünen Pflanzen nur organische Stoffe als Nahrung aufnimmt und den für seinen Stoffwechsel benötigten Sauerstoff über besondere Atmungsorgane erhält
Beispiele:
ein männliches, weibliches, zahmes, wildes, nützliches, schädliches, jagdbares, einheimisches, exotisches Tier
in der Fabel ist der Löwe der König der Tiere
Zoologie die niederen Tiere (= die Wirbellosen)
Zoologie die höheren Tiere (= die Wirbeltiere)
Mensch und Tier
ein Tier frisst, verendet
ein Tier schlachten
man darf ein Tier nicht quälen
Tiere halten, füttern, abrichten, dressieren, züchten
im Zoo Tiere zur Schau stellen
jmd. kann mit Tieren umgehen
er liebte sein Pferd sehr und wollte sich von dem treuen, edlen Tier nicht trennen
jmd. schreit, brüllt wie ein Tier
wenn er betrunken ist, benimmt er sich wie ein Tier (= benimmt er sich menschenunwürdig)
Denn in jedem Menschen ist ein Hunger und verhält sich wie ein reißendes Tier [MusilMann1173]
übertragen
Beispiele:
bei ihm brach das Tier (im Menschen) durch (= er benahm sich menschenunwürdig, roh)
er sank zum Tier herab
er ist ein (richtiges) Tier (= er ist roh, seinen Instinkten, Trieben unterworfen)
salopp sie ist ein gutes Tier (= gutmütig und beschränkt)
salopp jmd. ist ein großes Tier (= jmd. steht in der gesellschaftlichen Rangordnung oben, genießt öffentliches Ansehen)
salopp, spöttisch jmd. ist ein hohes Tier (= jmd. steht in der gesellschaftlichen Rangordnung oben, genießt öffentliches Ansehen)
sprichwörtlich jedem Tierchen sein Pläsierchen (= man soll jedem sein Vergnügen lassen, auch wenn man es selbst nicht begreift)
einen Trunkenbold von Vater hat man, ein Tier – vor dem die […] eigene Tochter nicht sicher ist [G. Hauptm.SonnenaufgangIII]
2.
Jägersprache weibliches Stück vom Rotwild, Damwild, Elchwild
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tier · tierisch · Tiergarten · Tierkreis · Untier
Tier n. sich bewegendes und von organischen Stoffen ernährendes Lebewesen, ahd. tior (8. Jh.), mhd. tier, asächs. dior, mnd. dēr, dērt, mnl. nl. dier, aengl. dēor, engl. deer (‘Rotwild’), anord. dȳr, schwed. djur, got. dius, germ. *deuza- vergleicht sich mit lit. dvė̄sti ‘den Geist aushauchen, (von Tieren) verenden’, dvasià ‘Geist, Atem’, lett. dvēsele ‘Atem, Seele, Lebewesen’, dvaša ‘Hauch, Atem, Lebewesen’, aslaw. duša ‘Seele, Geist, Leben’, duchъ ‘Geist, Hauch, Wind, Atem’, duchati ‘hauchen, blasen, wehen, atmen’, russ. dušá (душа) ‘Seele’, duch (дух) ‘Geist, Hauch, Atem’, (landschaftlich) dvóchat’, dvošít’ (двохaть, двошить) ‘keuchen, schwer atmen’. Damit ist Anschluß an ie. *dheus-, *dhū̌s-, *dhu̯ē̌s- ‘stieben, stäuben, wirbeln’, auch ‘blasen, wehen, keuchen, atmen’ möglich (s. ↗dösig, ↗Dusel), eine s-Erweiterung der etwa gleichbed. Wurzel ie. *dheu-, *dheu̯ə- (s. ↗Daune, ↗Duft, ↗Düne, ↗Dunst). Tier ist daher eigentlich das lebende, atmende Wesen (vgl. lat. animal ‘Geschöpf, Lebewesen, Tier’, zu lat. anima ‘Lufthauch, Atem, Seele, Leben’), bezeichnet dann lange Zeit (in Volkssprache und Mundart noch heute) das sich schreitend (auf vier Beinen) fortbewegende Lebewesen, besonders das wilde (jagdbare, nicht domestizierte) Tier (zum alten Einteilungsschema der Tierwelt s. ↗Wurm). tierisch Adj. ‘Tiere betreffend, ihnen eigen, von ihnen stammend’, auch ‘dumpf, triebhaft, grausam’ (Anfang 16. Jh.); vgl. ahd. tiorlīh (8. Jh.), mhd. tierlich. Tiergarten m. ‘Gehege für wilde Tiere’, ahd. tiorgarto (Hs. 12. Jh.), mhd. tiergarte. Tierkreis m. in der Astronomie Folge der zwölf Sternbilder der Ekliptik, mhd. tierkreiz, tierzirkel, Übersetzung von gleichbed. lat. zōdiacus, griech. zōdiakós (ζῳδιακός), zu griech. zṓdion (ζῴδιον) ‘Gebilde, Ornamente aller Art, Tiere, Pflanzen, Früchte’, spätgriech. ‘Tier- oder Sternbild des Tierkreises’, eigentlich ‘Tierchen’, Deminutivum von griech. zṓon (ζῷον) ‘Lebewesen, Geschöpf, Tier’. Untier n. ‘schreckliches, wildes Tier, grauenerregendes Ungeheuer’, übertragen ‘grausamer roher Mensch, Scheusal, Unmensch’, mhd. untier.

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
tierisches Lebewesen  ●  Tier  Hauptform · ↗Getier  geh. · ↗Viech  ugs. · ↗Vieh  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • Tier  Hauptform

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fleisch Lebensraum Mensch Pflanze Zoo ander bedroht einfangen erkrankt erwachsen exotisch fressen füttern gefährlich geschlachtet gesund infiziert krank leben lebend männlich schlachten selten sterben tot töten verenden verendet weiblich wild

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tier‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dabei bewegte sich das Tier unmittelbar auf mich zu, und mir blieb nichts anderes übrig, als schleunigst auszureißen.
Rönninger, Hermann: Tigerjagd auf Java. In: Exotische Jagdabenteuer, Reutlingen: Enßlin & Laiblin 1927 [1926], S. 5
Das Tier war allerdings so erschöpft, dass es nicht mehr laufen konnte.
Die Zeit, 04.11.2013 (online)
Als wir uns am nächsten Tag trafen, fielen wir wie ausgehungerte Tiere übereinander her.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 239
Ehe ich mich versah, saß ich auf dem Rücken eines großen Tieres.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 940
Niemand hat so recht verstanden, daß ich alles versucht habe, diese schwere Zeit mit dem Tier durchzustehen.
Maltzan, Maria von: Schlage die Trommel und fürchte dich nicht, Berlin: Ullstein 1998 [1986], S. 256
Zitationshilfe
„Tier“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Tier>, abgerufen am 24.10.2019.

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