Tenor, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Tenors · Nominativ Plural: Tenöre
Aussprache
WorttrennungTe-nor (computergeneriert)
HerkunftItalienisch
Wortbildung mit ›Tenor‹ als Erstglied: ↗Tenorbariton · ↗Tenorbass · ↗Tenorbuffo · ↗Tenoreinsatz · ↗Tenorhorn · ↗Tenorist · ↗Tenorlage · ↗Tenorlied · ↗Tenorpartie · ↗Tenorsaxofon · ↗Tenorsaxophon · ↗Tenorschlüssel · ↗Tenorstimme
 ·  mit ›Tenor‹ als Letztglied: ↗Contratenor · ↗Countertenor · ↗Heldentenor · ↗Operettentenor · ↗Operntenor
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

Musik
1.
hohe Männersingstimme
2.
solistische Tenorpartie in einem Musikstück
3.
Sänger mit Tenorstimme
4.
die Sänger mit Tenorstimme in einem (gemischten) Chor
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tenor1 · Contratenor · Countertenor
Tenor1 m. Spätmhd. tenōr, tenūr, wohl entlehnt (14. Jh.) aus gleichbed. mfrz. teneur bzw. ital. tenore bezeichnet wie das zugrundeliegende lat. tenor in der mittelalterlichen Musik (12. bis 16. Jh.) die ‘dominierende, den Melodieteil (den Cantus firmus im mehrstimmigen Chor der Motette) tragende (“haltende”) Stimme’ (s. ↗Tenor). Daraus weiterentwickelt (nunmehr mit Betonung der zweiten Silbe) frühnhd. tenor ‘(männliche) Stimmlage über dem Baß, höhere Männerstimme’ (15. Jh.) und (unter erneutem Einfluß des Ital.) ‘Sänger in dieser Stimmlage’ (um 1800), voraufgehendes Tenorist (Anfang 17. Jh.) ablösend. Contratenor m. Im 14. bis 16. Jh. die den Tenor als Cantus firmus kontrapunktierend umspielende Singstimme, nach mlat. contratenor, ital. contrattenore (eigentlich ‘Gegenstimme’, s. ↗kontra). Dann auch die hohe, über den Tenor hinausgehende Männerstimme (Altus); eine seit dem 14. Jh. bestehende Gesangstechnik für Männer, mit Kopfstimme (Falsett) und Brustresonanz in Alt- oder Sopranlage zu singen, danach der diese Technik beherrschende Sänger (15. Jh.), später auch Kontertenor, heute allgemein Countertenor m. Übernahme (17. Jh.) von engl. countertenor (14. Jh.), aus mfrz. contreteneur, ital. contrattenore (s. oben).

Tenor2 m. ‘Wortlaut, Sinn, Grundgedanke’, rechtssprachlich ‘entscheidender Teil eines Urteils’, mhd. ‘Hauptinhalt’, Übernahme von lat. tenor ‘ununterbrochener Lauf, Fortgang, Spannung, Schwung, Zusammenhang, Eigenart’, spätlat. auch ‘Stimmhöhe, dominierende höhere Stimmlage, Inhalt, Wortlaut’, zu lat. tenēre ‘halten, besetzt halten, zurückhalten, anhalten, behaupten’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Grundhaltung · Tenor · grundsätzliche Einstellung
Musik
Synonymgruppe
Tenor [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Sopranist · ↗Sopranistin · Sopransänger · Tenor
Jura
Synonymgruppe
Entscheidungsformel · Tenor · ↗Urteilsformel  ●  ↗Dispositiv  schweiz. · ↗Spruch  österr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Altistin Bariton Bass Bassist Contratenor Countertenor Kommentar Mezzosopran Mezzosopranistin Primadonna Serenade Sopran Sopranistin Tenor Welttournee argentinisch berühmt einhellig gefeiert geschmeidig hell italienisch lauten lyrisch mexikanisch schmettern singen strahlend timbriert weltberühmt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tenor‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die geschmeidige Linie liegt seinem Tenor, und wenn er bereit ist, sein durchaus kraftvolles Organ zu kontrollieren, gelingen ihm wunderbare Momente.
Der Tagesspiegel, 06.04.2001
Er hat dafür bezahlt, und wenn sie nicht kommen, dann ist ein Tenor kein Tenor.
Die Welt, 11.12.2000
Zu allem Überfluss ruft nun tatsächlich der Tenor an, sie möge noch auf einen Sprung herüberkommen in die Bar.
Fath, Rolf: Werke - V. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 15496
Diese Interpretation mag sich nicht unmittelbar aus dem Tenor des kaiserlichen Schreibens ergeben: die folgenden Ereignisse jedoch bestätigen sie vollauf.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 3911
Den politisch-polemischen Tenor des Buches müssen wir feststellen, ohne selbst dazu Stellung nehmen zu können.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1937, S. 148
Zitationshilfe
„Tenor“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Tenor#1>, abgerufen am 22.10.2019.

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Tenor, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Tenors · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungTe-nor (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Tenor‹ als Letztglied: ↗Grundtenor · ↗Haupttenor · ↗Urteilstenor
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Grundgehalt, Grundstimmung, Grundton einer Äußerung
Beispiele:
der Tenor einer Rede, Diskussion, eines Berichtes, Vortrages
der Tenor seiner Ausführungen war, ging dahin, dass ...
der einheitliche, übereinstimmende Tenor zahlreicher Kommentare, Gutachten
Bühls Gedichte hatten ... jenen quälenden Tenor angenommen [HildesheimerParadies118]
Dabei ist der Tenor zuweilen ... auf Pessimismus gestimmt [Einheit1970]
2.
Jura Urteilsformel
Beispiele:
etw. in den Tenor (des Urteils) aufnehmen
Die Urteilsgründe können allenfalls für die Auslegung des Tenors herangezogen werden, ihn aber nicht ersetzen [Neue Justiz1966]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tenor1 · Contratenor · Countertenor
Tenor1 m. Spätmhd. tenōr, tenūr, wohl entlehnt (14. Jh.) aus gleichbed. mfrz. teneur bzw. ital. tenore bezeichnet wie das zugrundeliegende lat. tenor in der mittelalterlichen Musik (12. bis 16. Jh.) die ‘dominierende, den Melodieteil (den Cantus firmus im mehrstimmigen Chor der Motette) tragende (“haltende”) Stimme’ (s. ↗Tenor). Daraus weiterentwickelt (nunmehr mit Betonung der zweiten Silbe) frühnhd. tenor ‘(männliche) Stimmlage über dem Baß, höhere Männerstimme’ (15. Jh.) und (unter erneutem Einfluß des Ital.) ‘Sänger in dieser Stimmlage’ (um 1800), voraufgehendes Tenorist (Anfang 17. Jh.) ablösend. Contratenor m. Im 14. bis 16. Jh. die den Tenor als Cantus firmus kontrapunktierend umspielende Singstimme, nach mlat. contratenor, ital. contrattenore (eigentlich ‘Gegenstimme’, s. ↗kontra). Dann auch die hohe, über den Tenor hinausgehende Männerstimme (Altus); eine seit dem 14. Jh. bestehende Gesangstechnik für Männer, mit Kopfstimme (Falsett) und Brustresonanz in Alt- oder Sopranlage zu singen, danach der diese Technik beherrschende Sänger (15. Jh.), später auch Kontertenor, heute allgemein Countertenor m. Übernahme (17. Jh.) von engl. countertenor (14. Jh.), aus mfrz. contreteneur, ital. contrattenore (s. oben).

Tenor2 m. ‘Wortlaut, Sinn, Grundgedanke’, rechtssprachlich ‘entscheidender Teil eines Urteils’, mhd. ‘Hauptinhalt’, Übernahme von lat. tenor ‘ununterbrochener Lauf, Fortgang, Spannung, Schwung, Zusammenhang, Eigenart’, spätlat. auch ‘Stimmhöhe, dominierende höhere Stimmlage, Inhalt, Wortlaut’, zu lat. tenēre ‘halten, besetzt halten, zurückhalten, anhalten, behaupten’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Grundhaltung · Tenor · grundsätzliche Einstellung
Musik
Synonymgruppe
Tenor [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Sopranist · ↗Sopranistin · Sopransänger · Tenor
Jura
Synonymgruppe
Entscheidungsformel · Tenor · ↗Urteilsformel  ●  ↗Dispositiv  schweiz. · ↗Spruch  österr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Altistin Bariton Bass Bassist Contratenor Countertenor Kommentar Mezzosopran Mezzosopranistin Primadonna Serenade Sopran Sopranistin Tenor Welttournee argentinisch berühmt einhellig gefeiert geschmeidig hell italienisch lauten lyrisch mexikanisch schmettern singen strahlend timbriert weltberühmt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tenor‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die geschmeidige Linie liegt seinem Tenor, und wenn er bereit ist, sein durchaus kraftvolles Organ zu kontrollieren, gelingen ihm wunderbare Momente.
Der Tagesspiegel, 06.04.2001
Er hat dafür bezahlt, und wenn sie nicht kommen, dann ist ein Tenor kein Tenor.
Die Welt, 11.12.2000
Zu allem Überfluss ruft nun tatsächlich der Tenor an, sie möge noch auf einen Sprung herüberkommen in die Bar.
Fath, Rolf: Werke - V. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 15496
Diese Interpretation mag sich nicht unmittelbar aus dem Tenor des kaiserlichen Schreibens ergeben: die folgenden Ereignisse jedoch bestätigen sie vollauf.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 3911
Den politisch-polemischen Tenor des Buches müssen wir feststellen, ohne selbst dazu Stellung nehmen zu können.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1937, S. 148
Zitationshilfe
„Tenor“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Tenor#2>, abgerufen am 22.10.2019.

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