Taugenichts, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungTau-ge-nichts (computergeneriert)
WortzerlegungtaugenNichts
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend Mensch, der nichts taugt, Nichtsnutz, leichtsinniger (junger) Mensch
Beispiele:
er ist ein (junger) Taugenichts
Aus dem Leben eines Taugenichts [EichendorffTaugenichtsTitel]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

taugen · tauglich · Taugenichts
taugen Vb. ‘geeignet, brauchbar sein’. Das Präteritopräsens ahd. tugan (9. Jh.), mhd. tugen, tügen, tougen, asächs. aengl. dugan, mnd. dȫgen, mnl. dōghen, dȫghen, nl. deugen, anord. duga, got. dugan ‘taugen, nützen’ und die unter ↗tüchtig und ↗Tugend (s. d.) genannten Formen lassen sich (bei semantischen Schwierigkeiten) formal mit aind. dṓgdhi ‘melkt, melkt heraus, zieht heraus’, griech. (mit Nasalpräsens) tynchánein (τυγχάνειν) ‘(an)treffen, (den Zweck) erreichen, Glück haben, sich zufällig ereignen, zutragen’, týchē (τύχη) ‘das Gelingen, Zufall, Glück, Schicksal, Los’, ir. dūan (aus *dhughnā) ‘Gedicht’, dūal (aus *dhughlo-) ‘passend’, lit. daũg ‘viel’, russ. dúžij (дужий) ‘kräftig’ verbinden und auf ie. *dheugh- ‘berühren, (aus)drücken, melken, reichlich spenden’ zurückführen. Für das Germ. ist dann eine Bedeutungsentwicklung von ‘gemilcht haben’ zu ‘nützen’ bzw. von ‘gemolken haben’ zu ‘Nutzen haben’ vorauszusetzen (vgl. Seebold 150). tauglich Adj. ‘zu etw. taugend, geeignet, brauchbar’ (16. Jh.), zuvor taugenlich, tuglich, tüglich (15. bis 17. Jh.). Taugenichts m. ‘Mensch, der nichts taugt, Nichtsnutz’ (1691), wenig älter Taugenicht (17. Jh.); vgl. frühnhd. Tügenicht und Tögenicht (16. Jh.), mnd. dȫgenicht, dȫgnichts, auch Nichtstaug (17. Jh.); imperativischer Scheltname.

Thesaurus

Synonymgruppe
Strolch · ↗Tagedieb  ●  ↗Nichtsnutz  veraltend · Taugenichts  veraltet · ↗Tunichtgut  veraltet · ↗Hallodri  ugs., bair., österr.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Eulenspiegel Leben Mischung Sohn beschimpfen eichendorffsch fröhlich liebenswert modern romantisch sympathisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Taugenichts‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und am Ende wird dann, wie im "Taugenichts", alles gut.
Süddeutsche Zeitung, 14.10.2003
Den Sohn, den "notorischen Taugenichts", will der Vater anfangs gar nicht auslösen.
Der Tagesspiegel, 23.02.2001
Die vier Söhne seien Taugenichtse, und die kleine Tochter sei zwar ungewöhnlich hübsch, aber völlig unmoralisch.
Hartung, Hugo: Wir Wunderkinder, Düsseldorf: Droste Verl. 1970 [1959], S. 144
Sie verliebt sich in den Sohn des Hauses, einen Taugenichts.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 173
Man möchte an diesem Ort wenigstens zwei kurze Sommerwochen lang leben wie der romantische Taugenichts.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 5
Zitationshilfe
„Taugenichts“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Taugenichts>, abgerufen am 23.05.2019.

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