Tarantel, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Tarantel · Nominativ Plural: Taranteln
Aussprache
WorttrennungTa-ran-tel (computergeneriert)
HerkunftItalienisch
eWDG, 1976

Bedeutung

große Spinne von etwa drei Zentimeter Länge, die im südlichen Europa in Erdlöchern lebt, deren Biss beim Menschen Entzündung und Schmerzen verursacht, aber entgegen dem Volksglauben ungefährlich ist
Beispiele:
von einer Tarantel gebissen werden
umgangssprachlich wie von der Tarantel gestochen (= plötzlich, wie besessen) sprang er auf und lief weg
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tarantel · Tarantella
Tarantel f. Der als Tarantela (1566), Tarantula (1586), Tarantul, Tarantel (17. Jh.) bezeugte Name der südeuropäischen Wolfsspinne, deren Biß Insekten lähmt und am menschlichen Körper Entzündungen verursacht, ist aus ital. tarantola, tarantella, Deminutivum von ital. (älter) taranta, entlehnt. Die weitere Herkunft ist nicht geklärt. Man nimmt an, daß das Tier nach der süditalienischen Stadt Taranto (Tarent in Apulien), griech. Táras, (Akkusativ) Táranta (Τάρας, Τάραντα) benannt ist, weil dort die Spinne besonders häufig vorkommt. Vgl. schon mhd. tarant, spätmhd. torant ‘Skorpion, Tarantel’, auch ‘eine Art Belagerungsmaschine’, deren langer Hebelarm sich bei Inbetriebnahme wie der Schwanz eines Skorpions erhebt. Tarantella f. mit Kastagnetten und Schellentrommel getanzter süditalienischer Volkstanz (1700 Tarantell), aus gleichbed. ital. tarantella, der Bezeichnung für einen neapolitanischen Tanz mit lebhaften Bewegungen, zuvor (17. Jh.) eine Tanzmelodie, angeblich zur Heilung der von Taranteln Gebissenen aufgespielt. Die Besessenheit der Tänzer ist in Wirklichkeit nicht auf den Biß der Tarantel, sondern vielmehr auf Ekstase und Tanzwut zurückzuführen.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kammspinne Skorpion beißen stechen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tarantel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als der Zug hielt, stand ich wie von der Tarantel gestochen auf.
Riedel, Susanne: Eine Frau aus Amerika, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 92
An sandigen Orten hat sich die südrussische Tarantel heimisch gemacht.
Der Tagesspiegel, 20.04.1997
Sie sagen lediglich, sie wären von der Tarantel gebissen worden.
Süddeutsche Zeitung, 26.06.1999
Das ergibt für die häufigste südbrasilianische Tarantel eine Lebensdauer von 470 bis rund 600 Tagen.
Bücherl, Wolfgang: Das Haus der Gifte, Stuttgart: Franckh'sche Verlagshandlung 1963, S. 115
Hier ist keine Spinne und keine Tarantel, den Fleck hast du selber vor ein paar Tagen gemacht, beim Kaffeeeingießen.
Bachmann, Ingeborg: Malina, Gütersloh: Bertelsmann 1992 [1971], S. 216
Zitationshilfe
„Tarantel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Tarantel>, abgerufen am 17.10.2019.

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