Talent, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Talent(e)s · Nominativ Plural: Talente
Aussprache
WorttrennungTa-lent (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Talent‹ als Erstglied: ↗Talentförderung · ↗Talentprobe · ↗Talentschmiede · ↗Talentsuche · ↗talentfrei · ↗talentlos · ↗talentvoll
 ·  mit ›Talent‹ als Letztglied: ↗Ausnahmetalent · ↗Durchschnittstalent · ↗Erzählertalent · ↗Erzähltalent · ↗Fabuliertalent · ↗Maltalent · ↗Multitalent · ↗Nachwuchstalent · ↗Naturtalent · ↗Organisationstalent · ↗Redetalent · ↗Rednertalent · ↗Schauspielertalent · ↗Sprachtalent · ↗Universaltalent · ↗Zeichentalent
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Fähigkeit, Vermögen, auf einem bestimmten Gebiet etwas zu leisten, wozu nicht jedermann in der Lage ist, Begabung, Anlage
Beispiele:
viel, wenig, ein großes, überdurchschnittliches Talent zu etw. haben
die künstlerischen Talente junger Menschen fördern
schon als junger Mann zeigte er ein erstaunliches schauspielerisches Talent
sein dichterisches Talent reichte gerade für Geburtstagsgedichte und Festzeitungen
mit viel diplomatischem Talent gelang es ihm, die Streitenden auszusöhnen
er hat das seltene Talent (= Geschick), komplizierte Sachverhalte allgemeinverständlich darzustellen
Talent für den Beruf des Lehrers
sein Talent entfalten, verkümmern lassen
seine Liebe zum Geigenspiel übertraf bei weitem sein Talent
er hat kein Talent zum Richteramt
er ist nicht ohne Talent
jmds. Talent schätzen
jmdm. eine Probe seines Talents geben, vorlegen
2.
jmd., der 1 hat
Beispiele:
selbst ein von Natur aus starkes Talent bedarf der Lehre und ständiger Übung
junge Talente fördern
er wurde uns als großes Talent gepriesen
künstlerisch war er nur ein Talent dritten Ranges
Im Aufsatz war er ein großer Esel, in der Mathematik ein Talent, im Turnen und Reiten und Fechten ein Genie [FedererRegina Lob208]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Talent · talentlos · Talentlosigkeit · talentvoll · talentiert
Talent n. antike Gewichtseinheit und die ihr entsprechende ‘Geldsumme’ (Anfang 16. Jh.), übertragen ‘Fähigkeit, Vermögen, auf einem bestimmten Gebiet etw. zu leisten, wozu nicht jedermann in der Lage ist, (besondere) Begabung’ (16. Jh., Paracelsus; zunächst in lat. Form), ‘Mensch, der Talent hat’ (2. Hälfte 18. Jh.), aus lat. talentum, griech. tálanton, Plur. tálanta (τάλαντον, τάλαντα) ‘Geldsumme, (Gold)gewicht’, eigentlich ‘Waage, Waagschalen’, d. i. (Plur.) ‘die Emporhebenden, Tragenden’, partizipiale Bildung mit nt-Suffix zu tala- in griech. (Aorist) talássai (ταλάσσαι) ‘ertragen, (er)dulden’. Die mit Paracelsus einsetzende übertragene Verwendung beruht auf allegorischer Auslegung des biblischen Gleichnisses vom zinsbringend anzulegenden Gelde (griech. tálanta Matth. 25, 14ff., Luther: Zentner), das als von Gott verliehene Gabe des Verstandes bzw. Geistes gedeutet wird. talentlos Adj. ‘ohne Geschick, ohne besondere Begabung’ (Ende 18. Jh.); Talentlosigkeit f. (1. Hälfte 19. Jh.). talentvoll Adj. ‘begabt, befähigt’ (2. Hälfte 18. Jh.). talentiert Adj. ‘Talent besitzend, begabt’ (2. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Anlage · ↗Begabung · ↗Fähigkeit · ↗Gabe · Talent
Oberbegriffe
  • psychologische Eigenschaft
Unterbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • Talent

Typische Verbindungen
computergeneriert

Begabung Fleiß Fähigkeit aufstrebend außergewöhnlich besonder beweisen entdecken entfalten erben erzählerisch ewig fördern groß herausragend hoffnungsvoll jung komisch komödiantisch künstlerisch literarisch musikalisch rhetorisch schauspielerisch schriftstellerisch sichten unternehmerisch verborgen vielversprechend überragend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Talent‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Früher hatte ich nur viel Talent, aber nicht viel dahinter.
Die Zeit, 22.05.2006, Nr. 21
Ich glaubte an mein Talent, so daß ich nichts dabei fand, ausgehalten zu werden.
Neue Rundschau, 1971, Nr. 3, Bd. 82
Und wenn es dann so weit ist, dann stehen wir da, mit unserem Talent.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 07.04.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Aber auch so hat der Bau nicht weniger als 2012 Talente (fast 11 Millionen Mark) gekostet.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 24070
Im Text wurde der Kleinroller als treu und anspruchslos beschrieben, bei dem man nicht viel Talent brauche, um ihn fahren zu können.
Tippach-Schneider, Sabine: Das große Lexikon der DDR-Werbung, Berlin: Schwarzkopf & Schwarzkopf 2002, S. 304
Zitationshilfe
„Talent“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Talent>, abgerufen am 18.06.2019.

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