Tür, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Tür · Nominativ Plural: Türen
Aussprache
Wortbildung mit ›Tür‹ als Erstglied: ↗-türer · ↗-türig · ↗Türangel · ↗Türbekleidung · ↗Türbeschlag · ↗Türblatt · ↗Türblech · ↗Türbogen · ↗Türbriefkasten · ↗Türchen · ↗Türdrücker · ↗Türfalle · ↗Türflügel · ↗Türfries · ↗Türfutter · ↗Türfüllung · ↗Türgriff · ↗Türhüter · ↗Türklingel · ↗Türklinke · ↗Türklopfer · ↗Türknauf · ↗Türmatte · ↗Türnachbar · ↗Türnagel · ↗Türpfosten · ↗Türrahmen · ↗Türreihe · ↗Türriegel · ↗Türritz · ↗Türritze · ↗Türschild · ↗Türschließer · ↗Türschlitz · ↗Türschloss · ↗Türschlüssel · ↗Türschnalle · ↗Türschwelle · ↗Türspalt · ↗Türspalte · ↗Türstehen · ↗Türsteher · ↗Türstock · ↗Türstopper · ↗Türsturz · ↗Türsummer · ↗Türvorhang · ↗Türvorleger · ↗Türöffner · ↗Türöffnung
 ·  mit ›Tür‹ als Letztglied: ↗Aufzugstür · ↗Aufzugtür · ↗Ausgangstür · ↗Autotür · ↗Außentür · ↗Balkontür · ↗Beifahrertür · ↗Bodentür · ↗Brettertür · ↗Doppeltür · ↗Drehtür · ↗Durchgangstür · ↗Eingangstür · ↗Etagentür · ↗Fahrertür · ↗Falltür · ↗Fenstertür · ↗Flügeltür · ↗Fronttür · ↗Gartentür · ↗Gattertür · ↗Geheimtür · ↗Gittertür · ↗Glastür · ↗Haupttür · ↗Haustür · ↗Hecktür · ↗Hintertür · ↗Hoftür · ↗Holztür · ↗Innentür · ↗Kellertür · ↗Kirchentür · ↗Kirchtür · ↗Käfigtür · ↗Mitteltür · ↗Nebentür · ↗Nottür · ↗Ofentür · ↗Panzertür · ↗Pendeltür · ↗Polstertür · ↗Rolltür · ↗Saaltür · ↗Scheintür · ↗Schiebetür · ↗Schranktür · ↗Schwingtür · ↗Seitentür · ↗Spiegeltür · ↗Stahltür · ↗Tapetentür · ↗Terrassentür · ↗Verbindungstür · ↗Vordertür · ↗Wagentür · ↗Waggontür · ↗Wagontür · ↗Windfangtür · ↗Wohnungstür · ↗Wohnzimmertür · ↗Zimmertür · ↗Zugangstür · ↗Zwischentür
eWDG, 1976

Bedeutung

meist rechteckige Öffnung in einer vertikalen Fläche und der zum Verschließen dieser Öffnung bestimmte flächenförmige Bauteil, der an ihr beweglich angebracht ist, oder nur dieser Bauteil
die Öffnung befindet sich in der Wand eines Raumes, Gebäudes, in der Einfriedung eines Grundstückes und ist zum Hindurchgehen bestimmt
Beispiele:
eine schmale, breite, zweiflügelige, einflügelige, weiße Tür
die äußere, innere Tür
die Tür ist offen, geschlossen, verschlossen, angelehnt
die Tür zur Küche, zum Garten
die Tür (weit, einen Spalt) öffnen
umgangssprachlich die Tür (weit, einen Spalt) aufmachen
jmdm. die Tür öffnen
umgangssprachlich jmdm. die Tür aufhalten
die Tür aufschließen, aufstoßen, aufreißen, aufklinken, aufdrücken, aufriegeln, offenstehen lassen, offen lassen
umgangssprachlich die Tür auflassen
eine Tür aufbrechen, aufsprengen
die Tür schließen, zuschließen, abschließen, verschließen, zuklinken, zuriegeln, verriegeln
umgangssprachlich die Tür zumachen
die Tür hinter sich [Dativ] zuziehen, zuwerfen
salopp die Tür hinter sich [Dativ] zuknallen
umgangssprachlich jmdm. die Tür vor der Nase zuschlagen
Tür zu, es zieht!
die Tür steht weit auf, öffnet sich einen Spalt breit
umgangssprachlich die Tür ging auf
gehoben die Tür tat sich plötzlich einen Spalt auf
bei dem Windstoß sprang die Tür auf
die Tür geht nach innen auf
die Tür fiel zu, fiel ins Schloss
oben ging eine Tür
die Tür knarrt, quietscht, klemmt, hat sich verzogen
die Tür führt auf den Balkon, führt in den Garten hinaus
die Tür aushängen, einhängen, aus den Angeln heben
ein Schrank versperrte die Tür
sie trat zur Seite und gab die Tür frei
mit den Türen, die Türen schlagen
mit den Fäusten gegen die Tür hämmern
an die, der Tür klopfen
an der Tür horchen, lauschen
ich habe mich in der Tür geirrt
umgangssprachlich sie sitzt eine Tür weiter
umgangssprachlich einen Besucher vor der Tür abfertigen
es hat geklingelt, geh mal an die Tür! (= es hat geklingelt, sieh mal nach, wer da ist!)
einen Gast zur Tür, bis an die Tür begleiten
vor, an der Tür stehen
wir standen vor verschlossener Tür (= trafen niemanden zu Hause an)
an der Tür lehnen
in, unter der Tür stehen
zur Tür hereinkommen, hineingehen, eintreten, hinausgehen
durch die Tür kommen
in die Tür treten
aus der Tür gehen, treten
zur Tür gehen
schon in der Tür, sagte er: ...
sie drehte sich in der Tür noch einmal nach ihm um
umgangssprachlich den Kopf durch die Tür stecken, zur Tür hereinstecken (= zum Zimmer hineinsehen)
umgangssprachlich dieser Schrank geht nicht durch die Tür
mit jmdm. Tür an Tür wohnen (= unmittelbar neben jmdm. wohnen)
jmdm. etw. zwischen Tür und Angel (= in aller Eile im Hinausgehen, ohne ganz hereinzukommen, weil man in Eile ist) sagen
jmdm. die Tür weisen (= jmdn. scharf auffordern zu gehen)
umgangssprachlich jmdn. zur Tür hinauswerfen, jmdn. (unsanft) zur Tür hinausbefördern (= jmdn. unwirsch aus dem Zimmer schicken)
salopp zur Tür rausfliegen (= unwirsch aus dem Zimmer geschickt werden)
in der letzten Zeit bin ich kaum vor die Tür gekommen (= in der letzten Zeit bin ich kaum hinausgekommen)
ich habe heute keinen Fuß vor die Tür gesetzt (= ich bin heute noch nicht ausgegangen)
ich möchte etwas mit Ihnen besprechen, das sich schlecht zwischen Tür und Angel erledigen läßt [JohoPeyrouton145]
bildlich
Beispiele:
die Tür zu Verhandlungen jederzeit geöffnet halten
damit erst wurde mir die Tür zum Verständnis meines eigenen Volkes geöffnet [UhseTagebuch149]
kleine Zettel für die Ämter, die Tür und Tor öffnen (= Zugang verschaffen) [BrechtCaesar111]
einer negativen Sache Tür und Tor öffneneiner negativen Sache widerstandslos Raum geben
Beispiele:
das hieße dem Leichtsinn Tür und Tor öffnen
bei diesem Wetter jagt man keinen Hund vor die Tür (= es ist sehr schlechtes Wetter)
Damit ist jedem Verbrechen Tür und Tor geöffnet [Th. MannZauberb.2,564]
übertragen
Beispiele:
hinter verschlossenen Türen (= geheim) beraten, verhandeln, tagen
wir fanden nur verschlossene Türen (= fanden keine Unterstützung)
Tag der offenen Tür (= Tag, an dem jeder die Möglichkeit hat, bestimmte Einrichtungen, die sonst für die Öffentlichkeit gesperrt sind, zu besichtigen)
ihm stehen alle Türen offen (= er wird in jeder Hinsicht gefördert)
umgangssprachlich offene Türen einrennen (= für allbekannte Wahrheiten eintreten)
umgangssprachlich jmdn. vor die Tür, jmdm. den Stuhl vor die Tür setzen (= jmdn. entlassen, jmdn. hinauswerfen, jmdm. kurzfristig kündigen)
umgangssprachlich mit der Tür ins Haus fallen (= sein Anliegen plump, ohne Umschweife sagen)
umgangssprachlich, abwertend er hat mir die Tür eingelaufen (= er hat mich immerzu aufgesucht)
jeder kehre vor seiner Tür (= jeder kümmere sich um seine eigenen Schwächen)
Weihnachten steht vor der Tür (= bald ist Weihnachten)
der Winter, der Januar steht vor der Tür
die Wahlen stehen vor der Tür
salopp du kriegst die Tür nicht zu! (= Ausruf, der Verwunderung ausdrückt)
die Öffnung befindet sich auch an Fahrzeugen, Schränken, Öfen, Käfigen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tür · Türangel
Tür f. Vorrichtung zum Verschließen einer Öffnung, eines Ein- oder Durchgangs. Aus einem auf einem alten Dual beruhenden konsonantischen Stamm sind hervorgegangen ein germ. i-Stamm (germ. *duri-) in ahd. turi (8. Jh.; später auch a-Stamm dura), mhd. tür(e), mnd. dȫre, mnl. dore, dure, doere, nl. deur, anord. (Plur.) dyrr, schwed. dörr und ein germ. u-Stamm in asächs. aengl. duru, engl. door, ferner das unter ↗Tor (a-Stamm, s. d.) dargestellte Substantiv. Sie führen mit den ebenfalls unterschiedliche Stammbildung aufweisenden außergerm. Verwandten aind. dvā́r-, Plur. dvā́raḥ, griech. thýra (θύρα) ‘Tür’, lat. foris ‘Tür’, Plur. forēs ‘Doppel-, Flügeltür’, lit. dùrys, aslaw. dvьrь, meist Plur. dvьri, russ. dver’ (дверь), meist Plur. dvéri (двери) ‘Tür’ auf ie. *dhu̯ē̌r-, *dhur- ‘Tür’. Türangel f. ‘drehbare Vorrichtung, mit der die Tür am Pfosten befestigt ist’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Tür [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fenster Fuß Nase Stuhl Tag Tor Tür Zimmer aufbrechen aufgehen aufmachen aufreißen aufstoßen einrennen geschlossen geöffnet hinter klingeln klopfen offen offenstehen schließen stehen tagen verriegeln verschließen verschlossen zumachen zuschlagen öffnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tür‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Beim Aufbrechen der Tür hätten die Beamten ein Loch in die Wand gerissen.
Die Zeit, 17.10.2013 (online)
Sie schloß die Tür zur Rechten auf, und wir gingen hinein.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 209
Bevor er weiterfrißt, leckt er sich das Maul und blickt zur Tür.
Schulze, Ingo: Simple Storys, Berlin: Berlin-Verl. 1998, S. 273
Er setzte sich auf den Platz an der Tür, dem kleinen Mann gegenüber.
Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997 [1996], S. 413
Er wußte, daß ich nicht die Kraft aufbringen könnte, ihm wirklich die Tür zu weisen.
Hein, Christoph: Horns Ende, Hamburg: Luchterhand 1987 [1985], S. 165
Zitationshilfe
„Tür“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Tür>, abgerufen am 24.04.2019.

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