Tücke, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Tücke · Nominativ Plural: Tücken
Aussprache
WorttrennungTü-cke (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Tücke‹ als Letztglied: ↗Heimtücke
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
nur im Singular
boshaftes, hinterhältiges Wesen
Beispiele:
die Tücke eines Menschen, Feindes
er ist, steckt voll Tücke
sie ist frei von jeder Tücke
jmds. Tücke fürchten, entlarven
jmdn. mit gemeiner Tücke verfolgen
umgangssprachlich mit List und Tückemit Raffiniertheit und Mühe
Beispiel:
sie haben ihr Ziel mit List und Tücke erreicht
übertragen verborgene Gefahr
Beispiele:
die Tücke des Moores
daß mich alteingesessene Europäer vor der Tücke des liberianischen Urwaldes ... warnten [SchomburgkAfrika240]
die Tücke des Objektssich plötzlich und unvermutet einstellende Schwierigkeit bei praktischer Tätigkeit
Beispiel:
der Faden riss: Tücke des Objekts
2.
boshafte Handlung, hinterhältiger Anschlag
Beispiele:
er ist fähig, bereit zu jeder Tücke
sie waren immer seinen Tücken ausgesetzt
landschaftlich, (besonders) norddeutsch er hat seine Nücken und Tückener hat schrullige Eigenheiten
Beispiel:
In Lessings Briefwechsel mit Eva König sind alle seine Nücken und Tücken verzeichnet [MehringLessing-Legende405]
nur im Plural
übertragen versteckte Mängel, Gefahren
Beispiele:
die Tücken eines Motors
der Beton hat seine Tücken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tücke · Tuck · tückisch · heimtückisch · Heimtücke
Tücke f. ‘Hinterlist, Arglist, Bösartigkeit’, mhd. tücke, tucke f. ‘Handlungsweise, Benehmen, Tun, Gewohnheit, Arglist’, seit Ende des 13. Jhs. (vorwiegend omd.) belegt, steht entweder als feminine Bildung neben mhd. tuc, duc m. ‘Schlag, Streich, Stoß, schnelle Bewegung, Gebärde, Handlungsweise, Gewohnheit, listiger Streich, Kunstgriff, Arglist’, nhd. Tuck m. ‘boshafter Streich’ oder ist als Singularisierung aus dessen Plural mhd. tücke, dücke hervorgegangen. Sichere germ. und außergerm. Anschlußmöglichkeiten finden sich nicht. Es kann sich bei dem expressiven Charakter des Wortes um eine lautmalende Bildung handeln. Der anfänglich wertfreie Ausdruck erhält bereits in mhd. Zeit durch bestimmte Attribute einen abschätzigen Sinn, vgl. mhd. in unartiger tucke, in arger tucke, nāch sīner valschen tucke, woraus sich im 16. Jh. die Bedeutung ‘hinterhältige Gesinnung und Verhaltensweise’ entwickelt. tückisch Adj. ‘hinterhältig, arglistig, bösartig’, zuvor ‘heimlich, listig, verschlagen’ (15. Jh.), abgeleitet vom Substantiv mhd. tuc bzw. tücke. heimtückisch Adj. ‘hinterhältig, arglistig, der offenen Konfrontation ausweichend’, anfangs heimdückisch, -duckisch (2. Hälfte 16. Jh.), zusammengebildet aus ↗tückisch und ↗heimlich (s. d.) oder ↗hämisch (s. d.), vgl. haimlich oder offenlich, redlich oder tückisch (Anfang 16. Jh.) sowie haimliche oder hemische Dück (16. Jh.). Dazu auch die Schreibung hämtückisch (Lessing, Adelung). Heimtücke f. ‘Hinterhältigkeit, Arglist’ (18. Jh.), aus dem Adjektiv rückgebildet.

Thesaurus

Synonymgruppe
Finte · ↗Hinterlist · ↗List · ↗Streich · ↗Trick · Tücke  ●  ↗Kniff  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Niedertracht · ↗Niederträchtigkeit · Tücke
Synonymgruppe
Arglist · ↗Biestigkeit · ↗Boshaftigkeit · ↗Bosheit · ↗Bösartigkeit · ↗Böswilligkeit · ↗Gehässigkeit · ↗Gemeinheit · ↗Heimtücke · ↗Hinterhältigkeit · ↗Hinterlist · ↗Niedertracht · ↗Ruchlosigkeit · ↗Teufelei · Tücke · ↗Verschlagenheit · böse / miese / schlechte / üble Absicht  ●  ↗Sadismus  fig. · ↗Schweinerei  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alltag Bosheit Bürokratie Fallstrick Falschheit Gemeinheit Grammatik Hinterlist List Lücke Macke Metier Objekt Parcours Subjekt Technik Trick Verschlagenheit Wahlgesetz Widrigkeit akustisch bergen herumschlagen lauern meistern offenbaren umschiffen ungeahnt voll überlisten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tücke‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch auch die garantierte Zuteilung per Los hat ihre Tücken.
Süddeutsche Zeitung, 28.06.2000
Doch hat dieses noch recht relativ neue Recht seine Tücken.
Der Tagesspiegel, 13.07.1999
Denn die Tücke des Objekts macht auch vor dem guten Ton nicht halt.
Oheim, Gertrud: Einmaleins des guten Tons, Gütersloh: Bertelsmann 1957 [1955], S. 462
Er hatte ihre Tücken beherrschen gelernt und durfte sich jetzt frei entfalten.
Schneider, Robert: Schlafes Bruder, Leipzig: Reclam 1992, S. 166
Sie war Drohungen weit eher gewachsen als List und Tücke.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1963], S. 354
Zitationshilfe
„Tücke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Tücke>, abgerufen am 26.04.2019.

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