Sumpf, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Sumpfes · Nominativ Plural: Sümpfe
Aussprache
Wortbildung mit ›Sumpf‹ als Erstglied: ↗Sumpfbiber · ↗Sumpfblüte · ↗Sumpfboden · ↗Sumpfdickicht · ↗Sumpfdotterblume · ↗Sumpffarn · ↗Sumpffieber · ↗Sumpfgas · ↗Sumpfgebiet · ↗Sumpfhuhn · ↗Sumpflache · ↗Sumpfland · ↗Sumpfloch · ↗Sumpfmeise · ↗Sumpfniederung · ↗Sumpfohreule · ↗Sumpfotter · ↗Sumpfpflanze · ↗Sumpfrohrsänger · ↗Sumpfschachtelhalm · ↗Sumpfschildkröte · ↗Sumpfwald · ↗Sumpfwasser · ↗Sumpfwiese · ↗Sumpfwurz
 ·  mit ›Sumpf‹ als Letztglied: ↗Großstadtsumpf
eWDG, 1976

Bedeutung

ständig feuchtes Gelände mit sehr stark von Wasser durchtränktem, schlammigem Erdreich
Beispiele:
mitten im Naturschutzgebiet liegt ein großer Sumpf
einen Sumpf austrocknen, trockenlegen
in einen Sumpf geraten
durch einen Sumpf waten
in der Abenddämmerung standen dichte Schwärme von Mücken über dem Sumpf
abwertend, übertragen Ort, Bereich des moralischen Verfalls, der Verkommenheit, Liederlichkeit
Beispiele:
der moralische Sumpf des Lasters, der Korruption
Ich wundere mich nur, daß ein Mensch sich im Sumpf so wohl fühlt [NollHolt1,188]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sumpf · versumpfen · sumpfig
Sumpf m. ‘nasses, morastiges Gelände’, mhd. sumpf, mnd. sump, mnl. somp, tsomp, sump, nl. (landschaftlich) somp, auch engl. (mundartlich, aus dem Mnd.) sump und anders gebildetes gleichbed. ahd. sunft (9. Jh.), mnd. sumpt steht wie engl. swamp ‘feuchtes, sumpfiges Gelände’ im Ablaut zu dem unter ↗Schwamm (s. d.) behandelten Substantiv, setzt also wie dieses ie. *su̯omb(h)o- ‘schwammig, porös’ voraus. Halbvokalisches u̯ ist im Germ. vor u geschwunden. Sumpf ist ursprünglich auf Nord- und Mitteldeutschland beschränkt, wird jedoch im 17. Jh. durch die (nordd. und md.) Sprachgesellschaften in die Literatursprache eingeführt. versumpfen Vb. ‘sumpfig, zu Sumpf werden’ (16. Jh.), ‘zu Sumpf machen’ (18. Jh.), übertragen (aus der Studentensprache) ‘ein liederliches Leben führen, verbummeln, verwahrlosen’ (19. Jh.). sumpfig Adj. ‘morastig’ (15. Jh.), in älterer Sprache auch sumpficht (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bruch · ↗Feuchtgebiet · ↗Moor · ↗Moorland · ↗Morast  ●  Sumpf  Hauptform
Unterbegriffe
  • Hochmoor · Regenmoor · ombrotrophes Moor
  • Niedermoor · Reichmoor
  • Kleinseggen-Sumpf · Kleinseggenmoor · Kleinseggenried · Wiesenmoor
Assoziationen
Geografie
Synonymgruppe
Pfuhl · Sumpf · ↗Tümpel
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Frosch
  • Aalmolch · Fischmolch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dschungel Filz Korruption Lagune Moor Morast Sand Schopf See Steppe Trockenlegen Trockenlegung Tümpel Urwald Vetternwirtschaft Wald Zopf ausgetrocknet austrocknen braun entwässern herausziehen sibirisch steckenbleiben trockengelegt trockenlegen versacken versickern versinken waten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sumpf‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie haben immer den Kopf über dem von ihnen erfundenen deutschen Sumpf.
Die Welt, 26.04.2003
Die Kunst besteht nun darin, seine Position auf unerwartete Weise in Richtung eines Sumpfes zu verschieben.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 165
Mit eigenen Händen versucht er sich ständig neu aus dem Sumpf zu ziehen.
Der Tagesspiegel, 21.05.1997
Warum wollten sie ihn in die Sümpfe ihres Friedens hineinziehen?
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 836
Doch kam er kaum ein paar Sprünge weit, dann versank er bis an den Leib in dem Sumpf.
Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 44870
Zitationshilfe
„Sumpf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Sumpf>, abgerufen am 19.07.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Sumper
Sumoringer
Sumoringen
Sumo
Summum Bonum
Sumpfbiber
Sumpfbinse
Sumpfblume
Sumpfblüte
Sumpfboden