Studio, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Studios · Nominativ Plural: Studios
Aussprache
WorttrennungStu-dio
HerkunftItalienisch
Wortbildung mit ›Studio‹ als Erstglied: ↗Studio-Session · ↗Studiomusiker · ↗Studiosession · ↗studiomäßig
 ·  mit ›Studio‹ als Letztglied: ↗Bräunungsstudio · ↗Fernsehstudio · ↗Filmstudio · ↗Fitness-Studio · ↗Fitnessstudio · ↗Fotostudio · ↗Nachtstudio · ↗Schlagerstudio · ↗Sonnenstudio · ↗Tonstudio
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Arbeitsraum, besonders eines Künstlers, Atelier
2.
Aufnahmeraum, Senderaum bei Film, Funk und Fernsehen
3.
Versuchsbühne
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

studieren · Student · studentisch · Studium · Studie · Studio
studieren Vb. ‘sich intensiv um etw. (besonders um einen Wissenschaftszweig) bemühen, sich etw. aneignen, lernen, zu erforschen suchen, eine Universität oder Fachschule besuchen’, mhd. studieren, entlehnt aus lat. studēre ‘betreiben, streben, trachten, Partei nehmen, begünstigen, sich ernstlich um etw. bemühen, sich wissenschaftlich beschäftigen’. In älterer Sprache besonders vom Lernen der Lateinschüler, vom Absolvieren einer geschlossenen höheren Schulbildung (15. Jh.), später vom Besuchen einer Universität, vgl. studiert haben ‘eine Universität besucht haben’, studieren lassen ‘eine Universität besuchen lassen’ (16. Jh.). Daneben auch ‘sich mit einer Sache beschäftigen, sich intensiv informieren, nachdenken über etw.’, vgl. in der Mystik ‘nachdenken, meditieren’; in freier Verwendung ‘in das Wesen einer Sache eindringen, forschen’; eine Rolle studieren (vom Schauspieler, 18. Jh.). Student m. ‘wer studiert, an einer Fach- oder Hochschule, Universität immatrikuliert ist’, mhd. studente, auch ‘Schüler’, aus lat. studēns (Genitiv studentis), Part. Präs. von lat. studēre, substantiviert ‘Lernender, sich Bemühender’; vgl. mlat. fratres studentes bei den Franziskanern und Dominikanern ‘jüngere Ordensbrüder, die sich mit der Wissenschaft befassen’. Anfangs daher ‘Theologieschüler einer höheren geistlichen Schule’ (besonders der Franziskaner und Dominikaner), ‘Studierender an einer Universität’ (seit 15. Jh.). studentisch Adj. ‘einem Studenten gemäß, ihn betreffend’, anfangs ‘nach Wahrheit strebend, dem Studium ergeben’ (16. Jh.). Studium n. ‘intensive Beschäftigung mit einer (wissenschaftlichen) Sache oder Fragestellung, Hochschulausbildung’ (15. Jh.), anfangs auch ‘Studienanstalt, Lateinschule, Universität’ (14. Jh.), ‘Arbeitszimmer’ (15. Jh.), mhd. studium ‘intensive Beschäftigung mit etw.’, spätmhd. ‘Ort, wo man studiert, Universität’, Übernahme von lat. studium ‘innerer Trieb, eifriges Streben, Neigung, Lieblingsbeschäftigung, wissenschaftliches Streben, wissenschaftliche Beschäftigung, Studienort’, mlat. auch ‘geistliche Schule, Lateinschule, Universität’. Studie f. ‘Untersuchung, Vorarbeit zu einem wissenschaftlichen oder künstlerischen Werk’ (um 1800), rückgebildet aus dem zu Studium geschaffenen Plural Studien. Studio n. ‘Arbeitszimmer, Künstleratelier’ (18. Jh.), ‘Aufnahmeraum für Rundfunk- und Fernsehsendungen, Versuchsbühne’ (20. Jh.), ital. studio ‘Studier-, Arbeitszimmer, Laboratorium, Künstleratelier’, aus lat. studium.

Thesaurus

Synonymgruppe
Senderaum · Studio
Synonymgruppe
Atelier · Künstlerwerkstatt · Studio
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atelier Babelsberger Fernsehsender Funkhaus Hochhaus Maxim-Gorki-Theater Moderator Musik Produzent Rundfunk Sender Stacheldraht Studio Universal Warner betreten drehen einrichten einspielen elektronisch gläsern legendär mieten moderieren nachbauen produzieren provisorisch senden traditionsreich virtuell

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Studio‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die habe ich alle zu Hause in meinem Studio produziert.
Die Welt, 14.11.2005
Wir können es uns leisten, länger im Studio zu sein und wir nehmen uns die Zeit dafür.
Der Tagesspiegel, 18.08.2004
Aber nach vielen Monaten rechnete ihm das Studio einen noch nicht gedeckten Verlust von zweieinhalb Millionen Dollar vor.
konkret, 1983
Als ich ins Studio kam, waren dort schon vier kampflustige Damen versammelt.
Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 614
Mein Studio war ein großer Raum gegen den Garten, mit einer Treppe auf den Rasen hinunter.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 26532
Zitationshilfe
„Studio“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Studio>, abgerufen am 21.10.2019.

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