Strudel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Strudels · Nominativ Plural: Strudel
Aussprache
WorttrennungStru-del (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Strudel‹ als Erstglied: ↗Strudelbrunnen · ↗Strudelloch · ↗Strudeltopf · ↗Strudelwurm
 ·  mit ›Strudel‹ als Letztglied: ↗Wasserstrudel  ·  mit ›Strudel‹ als Grundform: ↗strudeln
eWDG, 1976

Bedeutung

durch unterschiedliche Strömungsverhältnisse erzeugte, fortschreitende Drehbewegung des Wassers (mit einer trichterförmigen, in die Tiefe ziehenden Vertiefung), Wasserwirbel
Beispiele:
das Boot geriet in einen Strudel, wurde in den Strudel hinabgezogen
der Strudel ergriff, erfasste ihn, zog ihn in die Tiefe
der Fluss, See hat gefährliche Strudel
[sie] versanken ... in dem Strudel, den das sinkende Schiff riß [BredelVitalienbrüder100]
in Verbindung mit einem Genitiv
übertragen alle Beteiligten mitreißendes Geschehen
Beispiele:
der Strudel der Geschehnisse riss ihn mit sich fort
Als ich in den lauten, lärmenden Strudel des Festes geriet [HartungWunderkinder99]
Reste zerschlagener Fronttruppen rissen vorrückende Alarmeinheiten in den Strudel des Rückzuges [NollHolt1,494]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Strudel · strudeln
Strudel m. ‘Wasserwirbel, lebhaftes Treiben’, frühnhd. strudel (15. Jh.; vgl. den Ortsnamen Strodelbach, 1394), Rückbildung aus strudeln Vb. ‘trichterförmig wirbeln, wallen, brodeln, sprudeln’ (15. Jh.), mundartlich auch strodeln, das sich mit Ablaut und iterativem l-Suffix zu ahd. stredan ‘geräuschvoll brennen, zischen’ (9. Jh.) stellt. Vergleichbar (obwohl lautlich nicht befriedigend) sind griech. rhóthos (ῥόθος) ‘das Rauschen der Wogen, der Ruder’, übertragen ‘Geräusch’, akorn. stret ‘Flüssigkeit’, mkorn. streyth ‘Fluß’, mir. srithit ‘Strahl von Milch oder Blut’, so daß von ie. *sredh-, *stret- ‘strudeln, wallen, brausen, rauschen’, einer Erweiterung der unter ↗Strom (s. d.) angeführten Wurzel ie. *ser(ə)- ‘strömen, sich rasch und heftig bewegen’, ausgegangen werden kann (mit t-Einschub im Germ. zwischen s und r). Südd.-öst. Strudel ‘Mehlspeise mit eingerolltem Obst oder Fleisch’ (17. Jh.), nach dem spiraligen Muster der aus der Teigrolle geschnittenen Stücke.

Thesaurus

Synonymgruppe
Strudel · ↗Wasserstrudel · ↗Wirbel
Synonymgruppe
Mahlstrom · ↗Malstrom · Moskenstraumen · Strudel · ↗Wasserwirbel
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Gravitationswasserwirbelkraftwerk · Wasserwirbelkraftwerk

Typische Verbindungen
computergeneriert

Finanzkrise Klippe Korruptionsaffäre Korruptionsskandal Parteispendenaffäre Schuldenkrise Spendenaffäre Stromschnelle Strömung US-Hypothekenkrise Untiefe Verdächtigung Weltwirtschaftskrise Wirbel Währungskrise fortreißen geraten gurgelnd hinabziehen hineingeraten hineinreißen hineinziehen mitreißen raten reißen reißend saugend tückisch untergehen versinken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Strudel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer zahlungsunfähig wird, zieht auch seine Bank mit in den Strudel.
Die Welt, 07.10.2003
In der dritten Phase gelangt man in eine Art Tunnel, fühlt sich in einen Strudel gezogen.
Süddeutsche Zeitung, 04.12.1999
Dies fiel natürlich den andern auf und sie beschlossen mich in ihren Strudel hineinzuziehen.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 1. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1914], S. 4803
Wenn man in diesem Strudel einmal drin ist, kann man nicht mehr anders.
Späth, Gerold: Commedia, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1980 [1980], S. 378
Als ich in den lauten, lärmenden Strudel des Festes geriet, war ich mannhaft entschlossen, dieses Elend zu kultivieren.
Hartung, Hugo: Wir Wunderkinder, Düsseldorf: Droste Verl. 1970 [1959], S. 138
Zitationshilfe
„Strudel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Strudel#1>, abgerufen am 20.06.2019.

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Strudel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Strudels · Nominativ Plural: Strudel
Aussprache
WorttrennungStru-del (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Strudel‹ als Erstglied: ↗Strudelteig  ·  mit ›Strudel‹ als Letztglied: ↗Apfelstrudel · ↗Mohnstrudel · ↗Quarkstrudel · ↗Topfenstrudel
eWDG, 1976

Bedeutung

süddeutsch, österreichisch meist süßes Gebäck aus dünn ausgerolltem Teig, der gefüllt, zusammengerollt und gebacken wird
Beispiel:
einen Strudel backen, essen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Strudel · strudeln
Strudel m. ‘Wasserwirbel, lebhaftes Treiben’, frühnhd. strudel (15. Jh.; vgl. den Ortsnamen Strodelbach, 1394), Rückbildung aus strudeln Vb. ‘trichterförmig wirbeln, wallen, brodeln, sprudeln’ (15. Jh.), mundartlich auch strodeln, das sich mit Ablaut und iterativem l-Suffix zu ahd. stredan ‘geräuschvoll brennen, zischen’ (9. Jh.) stellt. Vergleichbar (obwohl lautlich nicht befriedigend) sind griech. rhóthos (ῥόθος) ‘das Rauschen der Wogen, der Ruder’, übertragen ‘Geräusch’, akorn. stret ‘Flüssigkeit’, mkorn. streyth ‘Fluß’, mir. srithit ‘Strahl von Milch oder Blut’, so daß von ie. *sredh-, *stret- ‘strudeln, wallen, brausen, rauschen’, einer Erweiterung der unter ↗Strom (s. d.) angeführten Wurzel ie. *ser(ə)- ‘strömen, sich rasch und heftig bewegen’, ausgegangen werden kann (mit t-Einschub im Germ. zwischen s und r). Südd.-öst. Strudel ‘Mehlspeise mit eingerolltem Obst oder Fleisch’ (17. Jh.), nach dem spiraligen Muster der aus der Teigrolle geschnittenen Stücke.

Thesaurus

Synonymgruppe
Strudel · ↗Wasserstrudel · ↗Wirbel
Synonymgruppe
Mahlstrom · ↗Malstrom · Moskenstraumen · Strudel · ↗Wasserwirbel
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Gravitationswasserwirbelkraftwerk · Wasserwirbelkraftwerk

Typische Verbindungen
computergeneriert

Finanzkrise Klippe Korruptionsaffäre Korruptionsskandal Parteispendenaffäre Schuldenkrise Spendenaffäre Stromschnelle Strömung US-Hypothekenkrise Untiefe Verdächtigung Weltwirtschaftskrise Wirbel Währungskrise fortreißen geraten gurgelnd hinabziehen hineingeraten hineinreißen hineinziehen mitreißen raten reißen reißend saugend tückisch untergehen versinken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Strudel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer zahlungsunfähig wird, zieht auch seine Bank mit in den Strudel.
Die Welt, 07.10.2003
In der dritten Phase gelangt man in eine Art Tunnel, fühlt sich in einen Strudel gezogen.
Süddeutsche Zeitung, 04.12.1999
Dies fiel natürlich den andern auf und sie beschlossen mich in ihren Strudel hineinzuziehen.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 1. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1914], S. 4803
Wenn man in diesem Strudel einmal drin ist, kann man nicht mehr anders.
Späth, Gerold: Commedia, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1980 [1980], S. 378
Als ich in den lauten, lärmenden Strudel des Festes geriet, war ich mannhaft entschlossen, dieses Elend zu kultivieren.
Hartung, Hugo: Wir Wunderkinder, Düsseldorf: Droste Verl. 1970 [1959], S. 138
Zitationshilfe
„Strudel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Strudel#2>, abgerufen am 20.06.2019.

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