Strippe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Strippe · Nominativ Plural: Strippen
Aussprache
WorttrennungStrip-pe (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Strippe‹ als Erstglied: ↗Strippenzieher  ·  mit ›Strippe‹ als Letztglied: ↗Quasselstrippe
eWDG, 1976

Bedeutung

landschaftlich, (besonders) berlinisch
1.
umgangssprachlich fester, dicker Faden zum Festbinden, Verschnüren, Schnur, Bindfaden
Beispiele:
eine lange, feste, haltbare Strippe
die Strippe hält, reißt
Kartons, Pakete mit Strippen verschnüren
bildlich
Beispiel:
salopp es regnet Strippen (= es fällt starker Regen)
2.
salopp Leitungsdraht
Beispiel:
Strippen ziehen, flicken
Fernsprechleitung
Beispiele:
am anderen Ende der Strippe meldete sich niemand
Oma ist an der Strippe (= meldet sich, spricht)
er hängt dauernd an der Strippe (= telefoniert dauernd)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Strippe · Strupfe · Strüpfe · Stropp
Strippe f. ‘Schlinge, Riemen, Strick, Bindfaden’, vorwiegend nordd. und md., seit dem 17. Jh. in der Literatursprache. Zugrunde liegt einerseits mnd. strippe ‘Riemen für die Sattelgurte, Schlaufe, Schlinge’, verwandt mit der unter ↗Streifen (s. d.) dargestellten Wortgruppe, andererseits damit lautlich zusammenfallendes omd. Strüppe, entrundet Strippe ‘Riemen, gedrehter Strick, Bindfaden’, das mit entsprechendem obd. westmd. Strupfe, Strüpfe f. auch Strupf m., ‘Schleife, Schlinge, Schnur, geknotetes oder zu knotendes Band’, mhd. strüpfe, mnd. mnl. nl. strop ‘gedrehter Strick, Schlinge’, nhd. (nordd. westmd.) Stropp m. ‘kurzes Tau mit (Rund)schlinge oder Haken, Aufhänger’ entlehnt ist aus lat. struppus, stroppus ‘gedrehter Riemen’, griech. stróphos (στρόφος) ‘Band, Strick, Seil’; zu griech. stréphein (στρέφειν) ‘drehen, wenden’ (s. ↗Strophe); vgl. Lasch Berlinisch 211 und Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 472 f. Strippe verbreitet sich im 19. Jh. besonders von Berlin aus als Bezeichnung für jede gedrehte oder geflochtene Schnur.

Thesaurus

Synonymgruppe
Telefonkabel · ↗Telefonschnur  ●  Strippe  ugs.
Assoziationen
  • Leine · ↗Schnur  ●  Strippe  ugs., regional
Schifffahrt
Synonymgruppe
Leine · ↗Schnur  ●  Strippe  ugs., regional
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Computer Faden Hintergrund Kabel Kulisse Marionette baumeln befestigen dick hangen hängen kriegen lästig regnen reißen verheddern verlegen zeihen ziehen zusammenlaufen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Strippe‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da er so ziemlich alle kennt, die in dieser Stadt etwas zu sagen haben, zieht er viele Strippen.
Die Welt, 17.07.2000
Zusätzlich muß nämlich noch ein Schalter in die Strippe eingebaut sein.
C't, 1993, Nr. 1
Immer war alles an mir zerrissen und immer verlor ich die Höschen mitsamt der Strippe, die sie festhalten sollte.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 21
Sie bellt und schreit, zerrt an der Strippe, rennt im Kreis, heult wie ein Wolf.
Knef, Hildegard: Der geschenkte Gaul, Berlin: Ullstein 1999 [1970], S. 176
Sie stieß auf etwas Hartes, hielt ein dickes Umschlagbündel in der Hand, mit Klebeband und Strippe verschlossen.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 403
Zitationshilfe
„Strippe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Strippe>, abgerufen am 12.11.2019.

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