Stopfen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Stopfen/Stopfens · Nominativ Plural: Stopfen
WorttrennungStop-fen (computergeneriert)
Grundformstopfen
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

landschaftlich Stöpsel, Pfropfen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stopfen · Stopfen · ausstopfen · vollstopfen · verstopfen · Verstopfung
stopfen Vb. ‘undurchlässig, dicht machen, füllen, hineinpressen’, ahd. stophōn ‘stechen, anstacheln’ (9. Jh.), mhd. stopfen, (md.) stoppen ‘stechen, dicht machen, verstopfen’, mnd. mnl. nl. stoppen ‘dicht machen, verstopfen, anhalten, hindern’ (s. ↗stoppen), aengl. forstoppian ‘zustoßen, dicht machen’, engl. to stop ‘füllen, dicht machen, zum Stehen bringen, anhalten’ stellt sich mit intensivierender Konsonantengemination wohl zu ie. *(s)teup-, *(s)teub(h)- ‘stoßen’ (s. auch ↗Stief-), einer Labialerweiterung der unter ↗stoßen (s. d.) angeführten Wurzel ie. *(s)teu- ‘stoßen, schlagen’ (vgl. die alten Bedeutungen ‘stechen, zustoßen’). Das Verb gerät (vermutlich am Niederrhein) unter den Einfluß von mlat. stuppare ‘mit einem Wergpfropfen verschließen, dicht machen’, zu lat. stuppa, stūpa ‘Werg, grober Flachs’, griech. stýppē (στύππη) ‘Werg’, und übernimmt dessen Bedeutung. Für ‘ein Loch zunähen, flicken, mit Nadel und Faden ausbessern’ seit dem Anfang des 18. Jhs. belegt. Stopfen m. ‘Stöpsel, Korken’, eigentlich ‘Wergbausch zum Verschließen’ (18. Jh.). ausstopfen Vb. ‘einen Hohlraum füllen’ (17. Jh.) vollstopfen Vb. ‘fest mit etw. ausfüllen’ (17. Jh.). verstopfen Vb. ‘dicht, undurchlässig machen oder werden’, ahd. firstophōn (11. Jh.), mhd. verstopfen, -stoppen; Verstopfung f. ‘Abdichtung, Darmverstopfung’, mhd. verstopfung ‘das Verstopftsein’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Pfropfen · ↗Proppen · Stopfen · ↗Stöpsel · Verschlussstopfen  ●  ↗Korken  Hauptform · ↗Stoppel (Flasche)  österr. · ↗Zapfen (Flasche)  schweiz.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Etatloch Finanzloch Flicken Gans Gasleitung Haushaltsloch Haushaltslücke Leck Leitung Loch Lücke Mehrwertsteuer Mehrwertsteuererhöhung Schlupfloch Socke Steuererhöhung Steuerloch Steuerschlupfloch Strumpf Verlustloch benutzen dienen entfernen herhalten kurzfristig mißbrauchen nutzen verbieten verwenden zweckentfremden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stopfen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da sie aber verschlossen sind, kommt man nicht an die Stopfen heran.
Der Tagesspiegel, 23.11.2004
Der Druck, dem wir ausgesetzt waren, preßte uns alle auf den Stopfen.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 943
Sammeln ist das Füllen der Leere, das Stopfen von existenziellen Löchern.
Süddeutsche Zeitung, 09.01.1999
Wenn die schadhafte Stelle zum Stopfen zu groß ist, muß man ans Flicken denken.
Bundesverband d.dt. Standesbeamten e.V. (Hg.), Hausbuch für die deutsche Familie, Frankfurt a. M.: Verl. f. Standesamtwesen 1956, S. 122
Der Wein hatte von neuem gegoren und Stopfen, die aus geöltem Hanfwerk bestanden, herausgetrieben.
Bauer, Hans: Tisch und Tafel in alten Zeiten, Leipzig: Koehler & Amelang 1967, S. 180
Zitationshilfe
„Stopfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Stopfen>, abgerufen am 15.09.2019.

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