Stolz, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Stolzes · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Stolz‹ als Erstglied: ↗stolzgeschwellt  ·  mit ›Stolz‹ als Letztglied: ↗Bauernstolz · ↗Berufsstolz · ↗Besitzerstolz · ↗Bettelstolz · ↗Entdeckerstolz · ↗Familienstolz · ↗Mutterstolz · ↗Nationalstolz · ↗Sammlerstolz · ↗Siedlerstolz · ↗Siegerstolz · ↗Vaterstolz
eWDG, 1976

Bedeutung

Auftreten und Haltung eines Menschen, der von ausgeprägt starkem Selbstbewusstsein erfüllt ist
a)
Beispiele:
er war von echtem, berechtigtem Stolz erfüllt
mütterlicher, väterlicher, natürlicher Stolz
mit kindlichem Stolz zeigte er uns seine Briefmarkensammlung
sein Stolz verbiete ihm, sich wegen einer Kleinigkeit zu streiten
umgangssprachlich, scherzhaft mit von Stolz geschwellter Brust
jmds. Stolz verletzen
jmdn. in seinem Stolz kränken
er setzte seinen Stolz daran, die Aufgabe selbst zu lösen
die Kinder waren der (ganze) Stolz ihrer Eltern (= die Eltern waren sehr stolz auf ihre Kinder)
sein größter Stolz ist seine Schallplattensammlung
er hat überhaupt keinen Stolz (= er ist sich nicht zu schade, sich für etwas Unwürdiges zu erniedrigen)
aus falschem Stolz (= aus Stolz am falschen Platze) lehnte er unsere Hilfe ab
ich habe auch meinen Stolz (= ich werde nichts Unwürdiges, Demütigendes tun)
das verbietet mir mein Stolz
b)
Überheblichkeit, Hochmut
Beispiele:
sein Stolz wird ihm schon noch vergehen
sprichwörtlich Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz (= ein Dummer ist oft auch stolz)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stolz · Stolz · stolzieren
stolz Adj. ‘seines eigenen Wertes bewußt’, auch ‘hochmütig, überheblich’. Das nur im Kontinentalwestgerm. bezeugte Adjektiv ahd. stolz ‘hochfahrend, sich überhebend’ (Hs. 12. Jh.), mhd. stolz ‘töricht, übermütig, stattlich, prächtig, herrlich, hochgemut’, mnd. stolt ‘hochgeboren, ritterlich, edel, vornehm, berühmt, standesbewußt, hochmütig’, mnl. nl. stout ‘kühn, verwegen’, afries. stult ‘stolz’ stellt sich mit Ablaut (westgerm. *stulta-) zu den unter ↗Stelze (s. d.) angegebenen Formen, so daß eine Ausgangsbedeutung ‘steif aufgerichtet, gerade’ vermutet werden kann. Dagegen vertritt Frings die Auffassung, daß ahd. stolz wie afrz. estout ‘kühn, tapfer, hart, hochmütig’ aus lat. stultus ‘töricht, albern, dumm’ hervorgegangen sei, vgl. Frings in: Studien zur Goethezeit (1968) 58 f. Anders FEW 17, 245 f., wo für afrz. estout Herkunft aus dem Germ. (anfrk. *stolt) angenommen wird. Stolz m. ‘Selbstbewußtsein, Hochmut, Überheblichkeit’ (15. Jh.); vgl. mhd. stolzheit. stolzieren Vb. ‘stolz einhergehen’, mhd. stolzieren; vgl. mhd. stolzen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Oberbegriffe
Assoziationen
Psychologie
Synonymgruppe
Arroganz · ↗Blasiertheit · ↗Egozentrik · ↗Einbildung · Eingebildetsein · Eingenommenheit von sich selbst · ↗Hochmut · ↗Narzissmus · ↗Selbstgefälligkeit · Selbstverliebtheit · Stolz · ↗Überheblichkeit · übersteigertes Selbstbewusstsein  ●  ↗Hoffart  veraltend · ↗Dünkel  geh., veraltend · ↗Prätention  geh. · ↗Selbstüberhebung  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Selbstvergötterung  ●  ↗Idiolatrie  fachspr., griechisch
Assoziationen
Synonymgruppe
Dignität · ↗Distinktion · ↗Eleganz · ↗Erhabenheit · ↗Gefasstheit · ↗Grandezza · ↗Gravität · ↗Haltung · Stolz · ↗Vornehmheit · würdevolles Benehmen  ●  ↗Getragenheit  geh. · ↗Pathetik  geh. · ↗Weihe  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Anmaßung  ●  ↗Dünkel  geh. · ↗Hoffart  geh. · Stolz (herablassend, verletzend)  ugs. · ↗Überheblichkeit  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anflug Dankbarkeit Demut Ehre Freude Genugtuung Mischung Nation Scham Selbstbewußtsein Trotz Vorurteil Wut Würde berechtigt einig erfüllen gekränkt gewiss national patriotisch platzen sichtlich trotzig unverhohlen verletzt vermerken verweisen voll zurückblicken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stolz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So wurde das duale System zum Stolz der deutschen Wirtschaft.
Der Tagesspiegel, 01.04.2004
Es erfüllte ihn mit Stolz, dass er mitten in der Nacht fernsehen durfte.
Süddeutsche Zeitung, 27.12.2003
Doch der letzte Rest von Stolz, den er noch besaß, hatte ihn daran gehindert, sie ein zweites Mal anzurufen.
Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 89
Gut ist Dein Vertrauen in die eigene Kraft, berechtigt der Stolz auf Deine Erfolge.
Völkischer Beobachter (Berliner Ausgabe), 01.03.1936
Ich glaube, mit Stolz sagen zu dürfen, daß die deutschen Arbeiter schon manches erreicht haben.
Friedländer, Hugo: Der Hochverratsprozeß gegen Liebknecht, Bebel und Hepner. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 6247
Zitationshilfe
„Stolz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Stolz>, abgerufen am 17.02.2019.

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